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Hardrock-Band „Rough Silk“ rockt die Schraub-Bar

Rückkehr einer Rock-Legende

BÜCKEBURG. Eine Rock-Legende mit heimischen Wurzeln ist zurück: Seit rund einem Jahr ist mit „Rough Silk“ eine der namhaftesten deutschen Vertreter progressiven Metals und Hardrocks auf den Live-Bühnen zu erleben. Vergangenen Samstag machte das Hannoveraner Quartett in der Bückeburger Schraub-Bar Station.

veröffentlicht am 12.02.2017 um 15:37 Uhr

Rough Silk mit Ferdy Doernberg (v. l.) , Mike Mandel, Herbert Hartmann und Anke Sobek. Fotos: JP
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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Gegründet 1989 machten Rough Silk vor allem in den 90er-Jahren von sich reden, sowohl durch zahlreiche Alben als auch durch mehrere große Tourneen und als Vorgruppe so populärer Hardrock-Kollegen wie Savatage, Dio, Deep Purple, Whitesnake oder Halloween. Seine Schaumburger Wurzeln hat die Formation unter anderem in Rinteln, wo Schlagzeuger und Mitbegründer Herbert Hartmann aufwuchs, und die Band zeitweise regelmäßig im Haus der Fleischerei Hartmann probte.

Nachdem es nach dem 2012er Album „The Good, The Bad and The Undead“ vorübergehend still um die Rock-Heroen geworden war, kehrten Rough Silk vor genau einem Jahr mit einem umjubelten Comeback-Konzert in Barsinghausen auf die Bildfläche zurück. Während mit dem Bad Nenndorfer Ferdy Doernberg, ansonsten im Aufgebot von Rockgrößen wie Axel Rudi Pell oder Matt „Gonzo“ Roehr zu finden, und dem heute in Barsinghausen lebenden Herbert Hartmann wieder zwei Mitglieder der Urformation im aktuellen Line-up stehen, erhielt die Band eine formidable Frischzellenkur in Gestalt der ehemaligen „Nikki-Puppet“-Bassistin Anke Sobek. Die zweite Gitarre versieht seit 2004 der Hamelner Mike Mandel.

Für die passende musikalische Einstimmung sorgte in der Schraub-Bar die Mindenerin „Die Janine“, die nur begleitet auf der eigenen Gitarre mit ihrer unverwechselbaren sirenenhohen Tremolo-Stimme ihre „Outlow Tussie Mukkä“ zu Gehör brachte; eine wilde, aber zugleich sehr melodische Mischung aus Independent, Punk und Alternative mit eingängigen Ohrwurmmelodien und bitterbösen, nachtschwarz zynischen Texten.

Als Vorprogramm spielt „Die Janine“ in der Schraub-Bar.
  • Als Vorprogramm spielt „Die Janine“ in der Schraub-Bar.

Tief in Erinnerung schwelgen konnten die Schraub-Bar-Besucher, von denen viele der ersten Fan-Generation angehört haben dürften, dann beim Auftritt von Rough Silk, die ihren Auftritt mit „Savannah“ vom 2001er Album „Symphony of Life“ eröffneten. Weit zurück in die 90er- Jahre ging es mit „Lust Is A Killer“. Dass die Band nach wie vor eine politische Botschaft vertritt, verband Frontmann Ferdy Doernberg mit „The Deep of the Night“ vom 1993er Debütalbum „Roots of Hate“: Damals wie heute hätten in Deutschland Asylbewerberheime gebrannt, so der Sänger und Gitarrist, „und das finden wir scheiße!“

Für den Song „Carry on“ vom 2003er Output „End of Infinity“ – von Herbert Hartmann als Durchhalte-Song angekündigt und einer der Gründe, „warum es diese Band schon so lange gibt“ – griff Multiinstrumentalist Ferdy Doernberg zur Abwechslung zur Trompete.

Und beim stampfenden Blues „Walls of Never“ vom gleichnamigen zweiten Album aus dem Jahr 1994 konnten sich die Zuhörer einmal mehr davon überzeugen, dass kaum ein heimischer Rockmusiker so hinreißend die Slide-Gitarre weinen lassen kann wie der Bad Nenndorfer.

Nicht fehlen durften echte Rough-Silk-Klassiker wie das Titelstück ihres 1997er Albums „Mephisto“. Und auch im Zugabenteil ließen die Rock-Raubeine mit „Never Lose Again“ (1994) und „Something to Believe In“ (1998) den Zeitfahrstuhl weit in die Vergangenheit zurückfahren, um dann mit „Warpaint“ noch einmal in das Jahr 2009 zurückzuspringen.

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