weather-image
19°
Schaumburger Bigband nach zweijähriger Spielpause wieder da

Rückkehr mit sattem Sound

BÜCKEBURG. Auf eine abwechslungsreiche Reise durch die Swing- und Tanzliteratur der 1930er- und 1940er-Jahre hat die Schaumburger Bigband ihr Publikum im großen Saal der Märchensänger-Musikschule mitgenommen. Das am Sonnabend vor Silvester veranstaltete Konzert stellte zudem unter Beweis, dass vermeintlich Totgesagte über ein längeres Leben verfügen, als allgemein angenommen.

veröffentlicht am 01.01.2018 um 15:44 Uhr
aktualisiert am 01.01.2018 um 16:30 Uhr

Band-Leader Hannes Dietrich und die Schaumburger Bigband eröffnen das Konzert mit dem „Saint Louis Blues“. Die Interpreten gehen mit ungebremster Spielfreude und ausgefeiltem technischem Können ans Werk. Foto: bus
bus-neu

Autor

Herbert Busch Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Um die seit mittlerweile mehr als dreieinhalb Jahrzehnte existierende Formation war es in der zurückliegenden Zeit ein wenig ruhig geworden. Während der vergangenen zwei Jahre hatte „Sendepause“ geherrscht. „Wir haben uns aber mehrmals im Jahr in lockeren Runden getroffen, um gemeinsam zu musizieren“, erzählte Band-Leader Hannes Dietrich, der den Taktstock von seinem Bruder Nikolaus Dietrich übernommen hat.

Bei seiner Rückkehr auf die öffentliche Bühne kam das 15-köpfige Ensemble mit einem satten Bigband-Sound daher, der im Publikum kaum einen Wunsch offen ließ. Schon mit dem Auftakt-Titel „Saint Louis Blues“ legten die Interpreten dar, dass sie nach wie vor einen formidablen Sound aus ihren Instrumenten zu zaubern wissen.

Auf den folgenden Stationen kamen sowohl ungebremste Spielfreude als auch ausgefeiltes technisches Können zum Ausdruck. Besonders gefielen ein ungemein mysteriöser „Pink Panther“ und das ursprünglich als Popsong produzierte „Tie a Yellow Ribbon Round the Ole Oak Tree“, das im Märchensänger-Konzertsaal in einer vergnügt-schrägen Dixieland-Version auftauchte.

Der auch in deutscher Sprache (unter anderem von Ralf Bendix und Peter Alexander) aufgenommene Song schildert, wie ein Strafgefangener, bevor er nach drei Jahren Haft in seine Heimat zurückkehrt, seiner Liebsten schreibt, sie möge ein gelbes Band um die alte Eiche in der Stadt binden, damit er schon vom Bus aus sehen könne, ob sie ihn noch immer haben wolle oder er andernfalls ohne auszusteigen gleich weiterfahren könne. Bei seiner Ankunft sieht er den Baum dann von hundert gelben Schleifen bedeckt.

Im zweiten Teil folgten Klassiker wie „In the Mood“, „Peter Gunn“, „Take Five“ und „New York, New York“, die den Beifall noch einmal anschwellen ließen. Dessen Intensität reichte schließlich mühelos aus, um im Zugabeteil mit „Tequila“ anzustoßen und den Abend mit „Mister Sandman“ ausklingen zu lassen. Bleibt zu hoffen, dass die Schaumburger Bigband bis zum nächsten Auftritt nicht wieder zwei Jahre verstreichen lässt.

Schade war nur, dass die Kapelle kein weihnachtliches Lied zu Gehör brachte. Für diesen Fall hatte sich unser Redakteur die verschmitzte Artikelüberschrift „Swing Glöckchen, swingelingeling“ reservieren lassen.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare