weather-image
24°
Ernst Führing mahnt zu mehr Qualität bei den Übungsleitern / Kreisjugendstaffeltag in Enzen ist gut besucht

„Schickt die Trainer zu den Lehrgängen“

veröffentlicht am 19.06.2017 um 16:13 Uhr

Wolfgang Müller (links) wird von Peter Krebs, dem Vorsitzenden des Jugendausschusses, mit der NFV-Ehrennadel geehrt. Foto: uk
257861_1_orggross_klaefker_120x160

Autor

Uwe Kläfker Redakteur Sport zur Autorenseite

ENZEN. Beim Kreisjugendstaffeltag im Enzer Vereinshaus sind auch ein paar Probleme angesprochen worden. Kritik gab es aus der Runde, dass Vereine wie Hannover 96 und Calenberger Land gezielt Kinder ansprechen und abwerben.

Wettbewerbe: Alle Meister (C-, B- und A-Junioren) wollen ihr Aufstiegsrecht in den Bezirk wahrnehmen. „Mir ist nichts anderes bekannt“, sagte der Jugendausschuss-Vorsitzende Peter Krebs. Auch die sich trennende Jugendspielgemeinschaft Nienstädt/Liekwegen/Sülbeck dürfe mit den B-Junioren aufsteigen, „weil es die JSG bereits vor dem Aufstieg gab.“ Die A-Junioren des VfL Bückeburg haben den Aufstieg in die Niedersachsenliga geschafft. Nicht so schön sei, dass einige Schaumburger Teams in allen Altersklassen den Fußball-Bezirk wieder verlassen müssten.

Der Sparkassen-Cup der E-Junioren ist super gelaufen, die Ausrichter TuS SW Enzen (Kreisentscheid) und FSG Pollhagen-Nordsehl/Lauenhagen (Regionsentscheid) hätten gute Arbeit geleistet, so Krebs. 2018 wird in Stadthagen gespielt. Die Pokalendspiele hätten reibungslos funktioniert, so Krebs, der den ausrichtenden SC Rinteln lobte. „Da wurde gute Arbeit geleistet.“ Für die Vorfälle in Sachen Pyrotechnik auf dem Weg zum Sportplatz sei man nicht verantwortlich. „Wir können nicht die Wege überwachen“, sagte Krebs. Die Resonanz bei den Jungen sei gut gewesen. Für die Endspiele der Mädchen hat der Vorsitzende eine Idee, um die Attraktivität zu steigern: „Man könnte ein Final Four wie im Handball durchführen.“ Schmidt, Organisator beim SCR, merkte an, dass Zuschauer schon angetrunken in Rinteln angekommen seien. Außerdem seien kistenweise Getränke mitgebracht worden. „Das ist ärgerlich, teilweise fühlten wir uns wie im Getränkemarkt.“ Im Jahr 2018 finden die Endspiele der Jugend in Lindhorst statt.

Ehrungen: Die Kreismeister wurden nur noch verlesen, Urkunden und Pokale wurden bereits auf dem Spielfeld überreicht. Die Fair-Play-Wertung der A-Junioren sicherte sich der VfR Evesen. Bei den B-Junioren wurde die in der Meisterschaft abgeschlagene zweite Mannschaft der JSG Nienstädt/Liekwegen/Sülbeck geehrt. „Sieben Verwarnungen in 22 Spielen ist ein toller Wert“, meinte Krebs. Mit der NFV-Ehrennadel wurde Wolfgang Müller vom TuS Riehe für 30 Jahre ehrenamtliche Arbeit ausgezeichnet.

Probleme: Diskussionen in der Versammlung gab nach den Ausführungen von Ernst Führing, dem Vorsitzenden des Qualifizierungsausschusses. Der Trainer gab zu bedenken, dass die Qualität der Jugendspieler nachlasse und führte als einen der Gründe mangelnde Qualifizierung bei den Trainern an. „Wir haben zu wenig ausgebildete Trainer bei den G-, F- und E-Junioren.“ Zudem würden Kinder dieser Altersgruppen gezielt von Hannover 96 oder dem JFV Calenberger Land angesprochen, so Führing. Die Vereine müssten sich nicht wundern, beim Calenberger Land leite ein Verbandssportlehrer des NFV das Training der Kinder. „Ihr müsst versuchen, dagegenzuhalten“, mahnte der Meerbecker. Man wisse doch, was beim JFV Calenberger Land abgehe, so der Einwand eines Jugendleiters. „Da können wir nicht mithalten.“ Ein anderer meinte, dass beispielsweise ein Fußballcamp von Hannover 96 nur der Sichtung und Abwerbung von Talenten diene. „Da brauchen wir uns nichts vormachen.“ Eine weitere Stimme aus der Versammlung: „Diese Vereine versuchen, die Talente so früh wie möglich zu holen. Es gibt immer mehr Eltern, die bereit sind, diesen Aufwand zu betreiben.“ Die Kinder spielten dort in den genannten Altersklassen auch nur Kreisliga, „haben aber später die Möglichkeit, höher zu spielen“, meinte Frank Altewolf, Jugendleiter des TuS SW Enzen. Das sei attraktiv. „Wir graben uns in Schaumburg selbst das Wasser ab. Manche Trainer nehmen ganze Jahrgänge mit, um dann mit einer kompletten Kreisauswahl alles wegzuhauen“, gab Ansgar Ruppelt aus Engern zu bedenken. Das sei nicht der richtige Weg, andere Vereine würden ausbluten. Führing beendete die Diskussion: „Schickt die Trainer zu den Lehrgängen.“

Anträge: Der VfR Evesen hat personelle Probleme bei den B-Junioren und stellte den Antrag diese Spieler bei den C-Junioren mitspielen zu lassen. Die Mannschaft spielt dann außer der Wertung. „Das ist ein Einzelantrag, dem der Jugendausschuss zugestimmt hat“, sagte Krebs. Der Antrag des JFV 2011 Nenndorf, in der Halle ohne Bande zu spielen, erhielt nur eine Ja-Stimme und fiel durch. „Wir werden die Hallenregeln so belassen“, sagte Tobias Runge, Staffelleiter der A-Junioren.

Schiedsrichter: Wilhelm Kläfker, Obmann des Schiedsrichter-Ausschusses führte aus, dass in der vergangenen Serie fast alle Spiele bis runter zu den D-Junioren mit neutralen Schiedsrichtern besetzt wurden. „Wenn das so bleiben soll, müsst ihr was tun und Schiedsrichter melden“, sagte Kläfker und machte Werbung für den am 7. August beginnenden Anwärter-Lehrgang.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare