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Havarie am Hamelner Wehr / Bergeversuche bislang erfolglos

Schiff in Schieflage

HAMELN. Auf der Weser ist eine große Bergungsaktion angelaufen. Unweit der Pfortmühle liegt ein Kranschiff auf Grund. Das 55 Meter lange Arbeitsschiff hat sich bereits am Montagnachmittag festgefahren und liegt parallel zum unteren Wehr auf einer Wehrvorbodenplatte.

veröffentlicht am 05.12.2017 um 19:18 Uhr

Die „Status Quo II“ hat leichte Schlagseite bekommen. Das Kranschiff lief am Montag auf eine Wehr-Vorbodenplatte auf. Schlepper versuchen, das 55 Meter lange Schiff zurück in die Fahrrinne zu ziehen. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Aus eigener Kraft können die Maschinen der „Status Quo II“ das Schiff nichtfreibekommen. Schlepper des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Hann. Münden (WSA) sind seit gestern im Einsatz um den Havaristen vom Wehr zu ziehen.

Fachleute schätzen, dass derzeit rund 150 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch den Weserarm fließen. Die gewaltigen Wassermassen drücken gegen Rumpf und so das gesamte Schiff gegen die Vorbodenplatte. Mithilfe der beiden jeweils 280 PS starken Schlepper „Werra“ und „Weser“ versuchen Helfer die „Status Quo II“vom Wehr zurück in die Fahrrinne des Weserarms zu ziehen. Ein weiteres Arbeitsschiff des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes liegt flussaufwärts vor der Münsterbrücke. Vom Baggerschiff „Bodenwerder“ haben Arbeiter ein langes Stahlseil bis zum Bug des Havaristen gespannt, wollen so die „Status Quo II“ sichern.

Ein vom WSA beauftragtes Unternehmen ist momentan dabei, das Wehr zu sanieren. Mit dem Schiff, auf dem ein Kran mit Laufschienenanlage montiert ist, sollten tonnenschwere Bigpacks von der Wehrkrone aufgenommen und abtransportiert werden.Die gefüllten Kunststoffsäcke wurden im September auf das Wehr gestellt. Bereits damals fuhr sich das Kranschiff im flachen Wasser des Weserarms auf einer Sandbank fest, konnte sich aber wieder aus eigener Kraft befreien.

Warum der Schiffsführer die Säcke oberhalb des Wehrs aufnehmen und verladen wollte, ist nicht bekannt. Die Baustelle sei auch über den unteren Teil des Weserarms per Schiff zu erreichen sein, heißt es. Bis zum Redaktionsschluss gelang es den Helfern nicht, dass havarierte Schiff zurück in die Fahrrinne zu ziehen. Wie Ralph Schwekendiek, Leiter der Außenstelle des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes in Hameln, mitteilt, soll am Mittwoch ein weiterer Schlepper zum Einsatz kommen. Aus Minden sei ein Eisbrecher angefordert worden, so der Wasserbaumeister. Die „Status Quo II“ wurde derweil vertäut und auf Stelzen gestellt, damit sie nicht weiter wegtreiben kann.

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