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Bernd Fiedler startet beim Oxam-Trailwalker über 100 Kilometer

Schinderei für einen guten Zweck

veröffentlicht am 12.09.2017 um 15:43 Uhr

Vor dem Start ist „one team one target“ mit Jürgen Deinert (von links), Bernd Fiedler, Irmi Damaschke und Marketa Cimbalova noch guten Mutes, aber auf der 100-Kilometer-Strecke muss das Laufteam einige Schockmomente überstehen. Foto: pr
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Sebastian Blaumann Redakteur Sport zur Autorenseite

EUPEN. Beim Oxfam-Trailwalker über 100 Kilometer liegen Freud und Leid, Erfolg und Scheitern ganz dicht beieinander. Diese bittere Erfahrung musste auch der Schaumburger Langstreckenläufer Bernd Fiedler und sein Team machen.

Fiedler ist der Kopf vom Laufteam „one team one target“, das seit 2012 zusammen unterwegs ist für eine Welt ohne Armut. Das Quartett besteht neben Fiedler noch aus der Tschechin Marketa Cimbalova, Irmi Damaschke und Jürgen Deinert (beide aus Delmenhorst). Über 1000 Teilnehmer nahmen am Spendenlauf von der kleinen Gemeinde Bütgenbach in Ostbelgien über 100 Kilometer bis nach Eupen teil.

Pünktlich um 6.30 Uhr fiel der Startschuss. Bereits nach knapp neun Kilometern ereilte das Team der Supergau. Cimbalova stürzte auf einer abschüssigen Strecke so unglücklich, dass sie sich das rechte Schienbein brach. Es vergingen fast eineinhalb Stunden bis die Tschechin aus dem unwegsamen Gelände von den Rettungskräften geborgen wurde. „Zum Glück war ein Arzt aus einem anderen Laufteam zur Stelle und leistete Hilfe. Marketa wurde noch am Nachmittag operiert. Nun zieren eine Titanplatte und diverse Schrauben ihr Bein“, berichtete Fiedler.

Geschockt und traurig machten sich die drei verbliebenen Teammitglieder auf den noch gut 90 Kilometer langen Weg nach Eupen. Die nächsten Stunden verliefen planmäßig, doch bei Kilometer 80 kam der nächste Schock. Irmi Damaschke wurde nach heftigen Kreislauf-Problemen in die Klinik gebracht. Deinert und Fiedler mussten sich einem anderen Team anschließen, da aus Sicherheitsgründen immer drei Personen ein Team bilden müssen. Sonst wäre der Trailwalker für die beiden zu Ende gewesen. Aber es ging weiter, sie fanden ein belgisches Team, das sie aufnahm. Nach 24 Stunden und 13 Minuten überquerte das Duo glücklich, aber erschöpft die Ziellinie. Es sprang Platz 41 von 261 gestarteten Mannschaften heraus. Bei der Siegerehrung flossen dann die Glückstränen. „Die Schinderei hat sich gelohnt, denn die Hilfsorganisation Oxfam darf sich über eine Spendensumme von 531 730 Euro freuen“, jubelte Fiedler über den Wahnsinnsbetrag.

Obwohl das Quartett einige kritische Momente erlebte, ist sich das Team einig, dass es im Jahr 2018 weiter geht.

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