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Lehrreicher Besuch in der Kürbisscheune

Schmackhaft – und erstaunlich vielseitig

WESTENDORF. Zunächst geht es nach draußen, raus auf die Felder, wo die große Frucht wächst und gedeiht: Haarige Blätter und viel Ertrag, das ist der Kürbis, erklärt Bärbel Beißner von der gleichnamigen Kürbisscheune.

veröffentlicht am 27.10.2017 um 14:32 Uhr
aktualisiert am 27.10.2017 um 18:16 Uhr

Ausgehölt sind die Kürbisse schon – jetzt können die Kinder entscheiden, wie sie die Kürbisse bemalen. Foto: rnk
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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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Ihre Zuhörer haben einen doch recht weiten Weg auf sich genommen, um hier in Westendorf die Frucht kennen zu lernen und anschließend zu verarbeiten, schließlich steht das Gruselfest Halloween vor der Tür, es sind Kinder der ersten Grundschulkasse aus Lauenau und von der Albert-Schweitzer-Schule. Lehrerin Katrin Schäfer spricht von einer Naturbildung, die mit allen Sinnen geschieht: „Was die Kinder hier lernen, das kann ihnen die Schule nicht beibringen.“ Etwa, wie und wo ein Kürbis wächst, sich entwickelt und wann er geerntet wird. Oder wie er sich von innen anfühlt.

Zwei Morgen werden von Beißners mit dem Kürbis bepflanzt, alle vier Jahre wächst er auf dem gleichen Feld, er wandert rund um den Hof, könne man sagen. „Angebaut wird der hier seit über zehn Jahren, es war damals eine Nische“, sagt Bärbel Beißner. Heute ist die Scheune im September und Oktober fast ausgebucht, wenn der Nachwuchs aus Schule und Kindertagesstätten hier lernen und schnitzen möchte – mit kindgerechten Werkzeugen, versteht sich, garantiert unfallsicher, aber dafür schön bunt.

Und gleichzeitig kann man den Kindern auch mal erzählen, wie ein Bauernhof funktioniert oder was heute noch angebaut wird, erzählt Bärbel Beißner: „Gerste, Weizen, Raps und viele Kartoffeln, für die es zurzeit aber viel zu nass ist. Man kommt nicht auf die Felder, das Grundwasser steigt und sinkt nicht mehr ab.“

Zurück zum Kürbis: Die Frucht ist erstaunlich vielseitig zu verwenden. Kürbiskerne zum Knabbern, Kürbissuppe, eingelegt süßsauer als Nachtisch oder nur süß in Form von Marmelade, die Kerne gepresst als Öl, die Blüten gebacken oder gebraten – und selbst die harte Schale kann noch zum Erschrecken an Halloween dienen. Daher wird der ausgehöhlte Kürbis angemalt, die Kinder dürfen selbst entscheiden, ob die Augen rund oder eckig oder quadratisch ausfallen werden.

An drei Tagen besuchen die Kinder der drei ersten Klassen aus Lauenau die Kürbisscheune. Bärbel Beißner ist in Doppelfunktion vor Ort: Sie wohnt hier, aber sie ist auch Mitglied der Landfrauen Rinteln/Hessisch Oldendorf, die das Kürbiserlebnis offiziell anbieten. Und mindestens eine Landfrau wird demnächst nach Lauenau zur Albert-Schweitzer-Schule fahren, denn dort soll gemeinsam mit Kindern und Eltern gekocht werden, ein Drei-Gang-Kürbis-Menü. Und anschließend feiern alle drei ersten Klassen noch ein großes gemeinsames Kürbisfest. Lehrerin Schäfer findet dies alles richtig gut: Ein Besuch in der Kürbisscheune, den vergisst man doch als Kind nicht, sagt sie.

Und das kann man so mancher Mathestunde nun wirklich nicht nachsagen.

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