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Dank an Förderer und Spender

Schülerkonzert wird zum Musikfest

BÜCKEBURG. Im Gymnasium Adolfinum wurde ein neuer Konzertflügel eingeweiht – mit einem Musikabend, der der zu einer Sternstunde der Musik wurde.

Autor:

Volkmar Heuer-Strathmann

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BÜCKEBURG. In der Kurzgeschichte „Die Klavierstunde“ von Gabriele Wohmann wird von einem kleinen Jungen erzählt, der sich zum privaten Klavierunterricht quält. Seiner Lehrerin geht es kaum besser. Wie ein hell aufleuchtender Gegenentwurf zu diesem traurigen Narrativ wirkte da das große Konzert, mit dem neunzehn Schüler des Adolfinums den neuen Konzertflügel aus dem Hause Grotrian-Steinweg in ihrer Schule begrüßten. Aus dem Dank an Unterstützer, Förderer und Spender – etwa die Sparkasse Schaumburg, die Bürgerstiftung, der Landkreis, die beiden Vereine des Adolfinums und zahlreiche Eltern, aber auch Lehrer – wurde ein mitreißendes Musikfest, eine Art Geburtstagsfeier. Als Patinnen führten Michaela Obermeyer und Anna-Lena Gronau durch den Abend.

Musiklehrerin Agnes Bergmann-Thiel, die Organisatorin des Abends, machte schon bei der Begrüßung kein Geheimnis daraus, dass die jungen Künstler – unter ihnen allein neun erste Preisträger von „Jugend musiziert“ – ihre außergewöhnlichen Fertigkeiten nicht etwa in den Pflichtstunden im Fach Musik erworben haben. So ging ein besonderes Dankeschön denn auch an die Kreisjugendmusikschule, an die Bückeburger „Märchensänger“ und an eine ungenannte Zahl privat Unterrichtender.

Das Repertoire der Schüler aus den Jahrgängen sechs bis elf reichte von klangvoller Barock-Musik, an der Blockflöte dargeboten von Jannis Goldbach und Leon Marx, bis in die Gegenwart mit Songs wie „Crazy in Love“ von Sofia Karlberg, dezent in Szene gesetzt von Anna-Lena Gronau (Gesang), Michaela Obermeyer (Klavier) und Nick Reichwage (Cajon). Airida Dickute (Jahrgang 2004) verzauberte am Klavier mit ihrer eigenen Komposition „Tanz der Polarlichter“.

  • BU2: Mit Debussy am neuen Flügel debütieren: Annika Kroeck

Sternstunden

der Musik

Zur Sternstunde der Musik gehörten gleich vier Beiträge der jungen Pianistin Jennifer Klein aus dem zehnten Jahrgang: Als Konzertauftakt etwa im Zeichen der Freude mit einer Sonate von Mozart aufwartend, gab sie später gemeinsam mit Theodor Schokolow am Fagott das „Dulcian“ von Graham Sheen gemächlichen Schrittes in tiefer Harmonie zum Besten. Der dunkle Sound des traditionsreichen Blasinstruments war auch zu vernehmen, als Theodor von seiner Schwester Sophie an der Klarinette begleitet wurde. „Dorogoj dlinnoju“ – da wird kaum jemand an Emigration aus Russland gedacht haben und an „Those were the Days“ aus Wales. Besonders feine Akzente setzte Fatbardh Prengjoni an der Gitarre mit Fernando Sors Variationen auf ein Werk von Mozart.

Intensiv nachklingende sphärische Töne wusste Tim Böke mit „Aeolian Harp“ den Saiten im Inneren des Flügels zu entlocken. Frohgemut kam Annika Kroeck mit „Children’s Corner“ daher, ähnlich beschwingt, aber nicht ohne die Mystik des Nordens gefiel Daria-Alexandra Preotesoiu mit Edvard Griegs „Zug der Zwerge“. Julia Brüdermann schließlich stimmte Schostakowitschs „Puppentänze“ auf Walzerart an. Nicolas Goldbach konnte mit John Fields „Nocturne“ dem Instrument ganz andere Seiten abgewinnen.

Als Bläser schließlich wussten Silas Fabian (Trompete) und Paul Fabian (Klarinette) mit unterschiedlichen Beiträgen zu gefallen, ansteckend geradezu die „Sehnsucht“ (Rudolf Mauz), ein flottes Stück Klezmermusik.

„All of Me“ – der Song von John Legend in der Interpretation von Michelle Walaschek stand wie ein Motto über diesem gelungenen Konzertabend, zu dem auch eine Schar Lehrkräfte mit „Entertainer-Musik“ an Flügel, Geige, Cello und Kontrabass ambitioniert aufspielte (Ina und Heiner Seidl, Rainer Joseph, Martin Rüther und Agnes Bergmann-Thiel). Furios der Gastauftritt der jungen Pianistin Lara-Sophie Kluwe! Die fünfzehnjährige Studentin von der Musikhochschule Detmold erhielt besonders viel Beifall von einem dankbaren Auditorium, darunter Wilhelm Giesecke, der langjährige Leiter des Adolfinums, und der „Adolfiner“-Vorsitzende Klaus Schnierl als unermüdlicher Unterstützer der Schulmusik.

Schulleiter Michael Pavel überreichte am Ende allen Mitwirkenden eine Blume als Dank des Hauses, auch den guten Geistern im Hintergrund, die sich – mit Imke Röder – um den richtigen Ton und eine anständige Beköstigung kümmerten, vorneweg Schülerinnen des zehnten Jahrgangs wie Lara Zerner und Sophie Winterlich.

Einhundert Jahre wenigstens wünschte Bergmann-Thiel dem neuen Instrument. Ihr schien es auch zu gefallen, dass an diesem Tag einmal nicht mit dem Hut gesammelt wurde für die Belange der Künste.

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