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Rat entscheidet: Wird der Schulbezirk Steinbergen endgültig aufgelöst

Schule Steinbergen: Der letzte Akt?

RINTELN. Die Steinberger Schule wird wohl bald Geschichte sein. Zunächst bekommt der Schulausschuss das Thema auf den Tisch, im Mai dann der Rat. Grundsätzlich sind für „wo findet Schule statt“ die Landesschulbehörde und die Stadt als Schulträger zuständig. Die Steinberger Schule hatte ihre Berechtigung als Außenstelle, solange es nicht genug Räume für alle Schüler in Deckbergen gegeben hat. Das ist inzwischen der Fall, hier gibt es auch das Ganztagsangebot. Die Stadt hat Fakten geschaffen und in die Schule Deckbergen massiv investiert, in diesem Jahr noch einmal rund 370 000 Euro.

Demnächst entscheidet der Rat, wie es in Steinbergen weiter geht. Foto: la
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Hans Weimann Reporter
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Jetzt soll auch formal der Schulbezirk Steinbergen aufgelöst werden, der noch als eigener Bezirk existiert. Darüber entscheidet im Mai der Rat. Um den Stellenwert der Deckberger Schule deutlich zu machen gibt es sogar einen symbolischen Akt: Die Schule soll in „Schule unter der Schaumburg“ umbenannt werden.

Die Abwicklung der Steinberger Schule hat eigentlich bereits 1998 begonnen, als sich kein neuer Schulleiter gefunden hat. Es sind der demografische Wandel und die veränderten pädagogischen Konzepte, die die lokale Schullandschaft umgestalten. Wie jüngst in Todenmann. Auch Möllenbeck ist nur noch Außenstelle der Grundschule Krankenhagen und existiert noch, weil hier auch Kinder aus dem Extertal zur Schule gehen.

Doch nur in Steinbergen sind die Emotionen so hochgekocht, der Spruch von „Dreckbergen“ hat die Runde gemacht. In Steinbergen hat sich sogar eine Bürgerinitiative (BISIS) für den Erhalt der Schule gegründet.

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Welche Optionen gibt es nach dem Aus für Eltern, die nicht möchten, das ihr Kind in Deckbergen zur Schule geht? Sie könnten ihr Kind auf eine andere Schule schicken. Doch dafür ist eine Ausnahmegenehmigung erforderlich. Zustimmen müssen die zuständige Schule, die gewünschte Schule, der Schulträger sowie der Träger der Schülerbeförderung. Halten die den Antrag für unbegründet, entscheidet die Landesschulbehörde.

Welche Optionen hat die BISIS? Sie könnte jetzt einen privater Träger für die Schule suchen. Aufgabe der Stadt ist das nämlich keineswegs. Eltern könnten sich zu einem Trägerverein zusammenschließen (wie in Bückeburg für die Immanueal-Grundschule) und eine Privatschule gründet. Das bedeutet, die Eltern müssten zunächst die Schule selbst finanzieren und Schulgeld zahlen.

Die BISIS schwört hier auf eine Dorfschule nach einem besonderen pädagogischen Konzept, eine Schule, in der keiner mehr sitzen bleibt, die Kleinen von den Großen lernen. Dazu kann man auf der Homepage nachlesen: „Anders als in der alten Dorfschule funktioniert die Jahrgangsmischung mit offenen Unterrichtsformen“.

Dann gibt es noch die Idee des Ortsrates Steinbergen. Die Schule soll organisatorisch nicht mehr Außenstelle der Grundschule Deckbergen, sondern der Grundschule Süd oder der Grundschule Nord sein. Die Hürden hier: Dann müssten die Einzugsbereiche der Schulen verändert werden. Dass dem eine Mehrheit im Rat zustimmt? Kaum wahrscheinlich. Dann ist auch, wie zu hören war, Widerstand vonseiten der Pädagogen zu erwarten.

Die Vorlage der Verwaltung für die Ortsräte unterstreicht, wie man im Rathaus die Situation sieht: Ab dem Schuljahr 2017/18 werden Schülerinnen und Schüler auch aus Steinbergen „dauerhaft“ am Hauptstandort Deckbergen beschult. Damit werde ein „dauerhafter und stabiler Rahmen“ für die Arbeit in der Grundschule Deckbergen geschaffen, die Schule in Zukunft stets zweizügig geführt.

Was passiert mit dem Schulgebäude in Steinbergen? Das ist im Eigentum der Stadt. Die Verwaltung, der Rat entscheidet, was damit geschehen soll. Möglich ist alles, beispielsweise die Einrichtung einer Arztpraxis oder eine Vermietung für Büroräume wie Wohnen.

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