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Schützenfest leidet unter H1N1-Virus

Schweinegrippe: Marschmusik aus Autoradio

Horsten (ems). Auf Schwakes Hof hat sich der Schützenverein Horsten zur Königsproklamation bei schönstem Wetter getroffen. Lustigstes Detail war ein offener Mercedes mit geschmückter Motorhaube, worauf geschrieben stand: „Dank H1N1“. So lautet nämlich die medizinisch korrekte Bezeichnung der Schweinegrippe, und gemeint war die pfiffige Lösung des Musikproblems: Marschmusik aus dem Autoradio ersetzte die übliche musikalische Begleitung durch die Feuerwehrkapelle Rehburg. Die hatte sich in Horsten abgemeldet, da sie laut Schützenverein durch die Schweinegrippe nicht spielfähig sei.

veröffentlicht am 11.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 04:41 Uhr

Das ist das Horster Königshaus: Dame Sabine Oltrogge (v.l.) mit

So mussten eine passende CD und die Musikanlage im Cabrio herhalten, um den Schützenausmarsch fröhlich zu begleiten. Vorab hatten noch die Ehrungen der langjährigen Mitglieder angestanden. Wobei besonders Berthold Bolsewig für 40 Jahre Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet wurde. Für 25 Jahre konnten Werner Schulz, Jutta Schulz, Lothar Winkler, Erika Winkler sowie Lars Tölke mit Blumen und Lob Beachtung finden. Auch die „15-Jährigen“ erhielten Würdigung ihrer Vereinstreue. Es handelt sich hierbei um Anita Oltrogge, Heinrich Laporte, Jens Stock, Reinhard Prenger und seine Majestät den König von Horsten 2009: Hans-Jürgen Siegmund. Im Stechen mit ihm, hatte Ralf Tölke den Tagesbesten Pokal mittels 30 Ring erkämpft.

Der Feuerwehrpokal sollte eigentlich an Gerhard Oltrogge überreicht werden, konnte von ihm jedoch nicht in Empfang genommen werden, da er, ebenso wie seine Frau, Helga Oltrogge, unter häuslicher Quarantäne stand. Oltrogge Junior steht unter Verdacht, ebenfalls Opfer der Schweinegrippe zu sein. „Der Sohn war auf Malle“, scherzte Vorsitzender Friedhelm Töhte, „und nun wird wohl bald Stacheldraht ums Oltrogge-Haus gespannt. Jedenfalls darf keiner raus.“ Dies gab sogleich Anlass für den nächsten Spaß: „H1 müsste eigentlich für Helga die 1. Dame im Verein stehen. Aber leider ist es nur ein Zeichen dieser neuartigen Grippe.“

Kein Grund für Trübsal beim „winzigsten Schützenfest der Welt“. Die Stimmung war bestens, als das diesjährige Königspaar proklamiert wurde. Schützenkönigin Ute Stiller und Schützenkönig Hans-Jürgen Siegmund strahlten beim Marsch durchs Dorf und tanzten am Ende, nachdem die Königsscheiben an den Häusern platziert worden waren, gemeinsam einen schwungvollen Walzer.

„Den König hab’ ich mir selbst zum Geschenk gemacht“, juxte Siegmund, der erst vor kurzem 60 wurde. Aus Lust und Laune sang er lauthals mit bei Rio Reisers „König von Deutschland“ und ließ sich auch dann nicht erschüttern, als dank Autobahnbaustelle plötzlich riesige Lastwagen an der kleinen Vereinsgemeinde vorbeirumpelten.

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