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WGA tritt mit eigenem Bürgermeister-Kandidaten an

"SED-Ergebnis" für Held: 100 Prozent für Kandidatur

Rolfshagen (rnk). Auch Siegbert Held hat sein "SED-Ergebnis" erhalten: Mit 100 Prozent aller abgegebenen Stimmen wurde der Rolfshäger vorgestern von den Mitgliedern der Wählergemeinschaft Auetal (WGA) als Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl am 10. September nominiert.

veröffentlicht am 30.03.2006 um 00:00 Uhr

Siegbert Held

Es sei keineswegs eine einfache Entscheidung gewesen, zum zweiten Mal für das Amt zu kandidieren, erklärte Held auf der Jahreshauptversammlung. Er habe lange überlegt, ob diese Kandidatur - und eine mögliche Wahl - in seine Lebensplanung passe. Punkten will Held mit seinem Standortvorteil: Er ist Auetaler, SPD-Bürgermeisterkandidat Thomas Priemer nicht. "Einen Bürgermeister, der auswärts wohnt, brauchen wir nicht." Das sei ja so, als würde ein Holländer deutscher Bundespräsident - und behalte dann seinen Wohnsitz in den Niederlanden. Held: "Die Wähler müssen sich entscheiden, ob sie einen Auetaler, der seit vielen Jahren die Politik kennt, als Bürgermeister haben wollen oder einen, der aus Rinteln oder sonstwo kommt." Gerade die Zeit als Ortsvorsteher in Rolfshagen habe viel dazu beigetragen, dass er jetzt kandidiere. Es sei viel passiert in Rolfshagen, warum solle dies nicht im gesamten Auetal möglich sein, wenn er Bürgermeister sei? Die größte Herausforderung sei fraglos, die Finanzen der Gemeinde zu klären, sagte Held. Gelinge dies mittelfristig nicht, "dann weiß ich nicht, wie lange das Auetal als selbstständige Gemeinde existieren kann". Im letzten Jahr habe die Gemeinde 690 000 Euro "in den Sand gesetzt", dass die laufenden Kosten "nicht gewuppt werden können, ist ein Problem, das gelöst werden muss". Auch den Dörfern würde er sich nach seiner Wahl stärker widmen: Es könne nicht sein, dass alles Geld im Grundzentrum Rehren lande und für die Dörfer nichts übrig bleibe, sagte Held. Dass man mit wenig Geld und innovativen Ideen viel bewegen könne, habe sich ja auch in Rolfshagen gezeigt. Die Finanzen der Gemeinde standen auch im Mittelpunkt des Rück- und Ausblickes des Fraktionsvorsitzenden der WGA. Der Verwaltungshaushalt sei nur durch eine Zuführung von 650 000 Euro aus dem Vermögenshaushalt auszugleichen gewesen, erklärte Heinrich Wente. Der Vermögenshaushalt schließe mit einem Überschuss von 4,275 Millionen, der aus dem Verkauf der Abwasserbeseitigung resultiere. Das Geld sei der Rücklage zugeführt worden, aber wenn diese Rücklage weiterhin zum Ausgleich des Verwaltungshaushaltes verwendet werden müsse, sei absehbar, dass diese in wenigen Jahren verbraucht sei, erklärte Wente. Viele Möglichkeiten, den Fehlbetrag zu verringern, sah Wente nicht: Nur für die Erhöhung der Hundesteuer habe es jüngst eine Mehrheit gegeben: "Mehrheiten für neue Anpassungen gibt es wohl erst im nächsten Rat."

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