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Brandmittelspürhunde im Einsatz

Sie finden jeden Tropfen Benzin

STEINBERGEN. Brandmittelspürhunde der Landeshundeschule aus Ahrbergen bei Hildesheim durchsuchten gestern die Ruine der „Schlossklause“ an der Arensburg. Die ehemalige Gaststätte ist am Mittwoch in der letzten Woche ausgebrannt. Die Staatsanwaltschaft geht von Brandstiftung aus.

veröffentlicht am 25.07.2017 um 18:24 Uhr

Der Brandmittelspürhund, der hier an der Arensburg zum Einsatz kommt, kann jeden Tropfen Benzin oder Petroleum erschnüffeln. Foto: tol
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Autor

Hans Weimann Reporter
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STEINBERGEN.Vernommen worden sind dazu zwei Mädchen (15 und 16 Jahre alt) und zwei junge Männer (19 und 20 Jahre alt). Die Frage, die ein Spezialist des Landeskriminalamtes von der Brandursachenkommission und die Hundeführer mit ihren Hunden klären sollten, war, ob Brandbeschleuniger eingesetzt worden sind oder nicht. Im ersten Fall wäre es vermutlich vorsätzliche Brandstiftung, im zweiten Fall „nur“ Fahrlässigkeit – was sich erheblich auf das mögliche Strafmaß auswirken würde.

Es regnete wie schon die ganze Nacht auch am Dienstagmorgen in Strömen. Naheliegende Frage an die fünf Hundeführer und Führerinnen: „Können Ihre Hunde überhaupt noch einen Brandbeschleuniger wie Benzin riechen, nach dem tagelangen Regen? Hat der Regen nicht alle Spuren weggespült“? Keineswegs, schilderten die Hundeführer, ihre Spürhunde würden jeden Tropfen Benzin oder Petroleum entdecken. Was Hundeführer Ulf Meurer mit seinem Hund „Jola“ außerhalb der Brandruine dann zu Trainingszwecken demonstrierte.

Die erstaunliche Leistung von Spürhunden bestätigte auch Polizeisprecher Axel Bergmann: Bei einem Einsatz im Nordkreis habe ein Spürhund eine fünf Meter tief vergrabene, in Folie eingewickelte Leiche gefunden.

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Dass gleich fünf Hunde zur Arensburg gekommen sind, sei Zufall, erklärte Bergmann. Denn in Ahrbergen bei Hildesheim, dem Landesausbildungszentrum für Hundeführer, finde gerade ein Lehrgang statt. Die Ermittlungen an der Arensburg würden jetzt die Hundeführer für einen praktischen Einsatz und für ihr anschließendes Training nutzen: „Wann trifft man während eines Lehrgangs schon auf eine frische Brandstelle“. Eingesetzt wurden Schäferhunde und belgische Schäferhunde, die Malinois.

Der für die Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg eigentlich zuständige Hund und Hundeführer ist in Nienburg stationiert. Spürhunde wurden bei uns zuletzt im Vorjahr auf dem Campingplatz am Helenensee zu Hilfe geholt und 2013 beim Großbrand des ehemaligen Fleischereiverarbeitungsbetriebes im Industriegebiet Im Emerten.

Wie Bergmann erklärte, werden Hunde zu ganz unterschiedlichen Aufgaben ausgebildet. So gibt es neben Brandmittelspürhunden, Hunde, die Waffen, Sprengstoff, Drogen und seit Neuestem auch Geld finden.

Vierbeinige Helfer sind unverzichtbare Partner in vielen polizeilichen Einsatzsituationen. Sieben Polizeihundeausbilder sowie zwei Beschäftigte trainieren in Ahrbergen die über 200 Diensthunde in Niedersachsen.

Oft sind es die Diensthunde, die der Polizei spektakuläre Erfolge vor allem bei der Suche nach Vermissten, Rauschgift, Sprengstoff und Beweismitteln bescheren. Darüber hinaus gibt es viele andere Einsätze, bei denen die Vierbeiner unverzichtbar sind. So bei dem gezielten Vorgehen gegen gewalttätige Personen oder dem Einsatz bei Großveranstaltungen aller Art.

Die Ausbildung zum Schutzhund dauert bis zu sechs Monate. Diensthunde mit besonderen Instinkten erhalten eine zusätzliche Spezialausbildung in weiteren acht bis elf Wochen.

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