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Finanzskandal

Spannung in Spanien vor Urteil gegen Infantin Cristina

Palma (dpa) - Spanien wartet mit Spannung auf das Urteil im Korruptionsprozess gegen die Infantin Cristina und ihren Ehemann Iñaki Urdangarin.

Es soll an diesem Freitag vom zuständigen Gericht in der mallorquinischen Hauptstadt Palma verkündet werden. Die Ermittlungen in der Finanzaffäre waren bereits im Jahr 2010 eingeleitet worden.

Gegen Cristina war Ende 2014 Anklage wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung erhoben worden. Die 51-jährige Schwester von König Felipe ist die erste direkte Angehörige des Königshauses, die sich vor Gericht verantworten muss. Während die Staatsanwaltschaft auf Freispruch plädierte, forderte die Nebenklage eine achtjährige Gefängnisstrafe. Sie vertritt die Gewerkschaft Manos Limpias (Saubere Hände).

Insgesamt waren 17 Menschen im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten rund um die angeblich gemeinnützige Stiftung «Nóos» von Ex-Handballstar Urdangarin und seinem früheren Geschäftspartner Diego Torres angeklagt. Cristina war Mitglied im Nóos-Vorstand, hat aber stets betont, in finanziellen Dingen vollkommen ihrem Mann vertraut zu haben. 

Der 49-jährige Urdangarin soll insgesamt sechs Millionen Euro Steuergelder veruntreut haben. Zudem werden ihm Betrug, Geldwäsche und Urkundenfälschung vorgeworfen. Er hatte während des Prozesses Unregelmäßigkeiten eingeräumt, aber meist ausweichend geantwortet und sich auf Erinnerungslücken berufen. Ihm drohen bis zu 19 Jahre und sechs Monate Haft. 

Bereits im Juni 2015 hatte Felipe seiner Schwester wegen des Skandals den Herzoginnentitel aberkannt, der ihr 1997 von ihrem Vater, dem damaligen König Juan Carlos, verliehen worden war. Auch bei der Krönung ihres Bruders war Cristina im Sommer 2014 von den Festakten ausgeschlossen worden.

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