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„Das ist kein Teufelswerk“

Sparkassen-Geschäftsstelle zukünftig ohne Kassenschalter

OBERNKIRCHEN. Dass nun auch die Obernkirchener Geschäftsstelle der Sparkasse Schaumburg auf einen Kassenschalter verzichtet, hat den Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Obernkirchen veranlasst, sich den Grund dafür erläutern zu lassen. Olaf Dierking von der Sparkasse gab darüber Auskunft.

veröffentlicht am 09.01.2018 um 17:25 Uhr

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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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OBERNKIRCHEN. Geldautomaten sind eine praktische Sache: EC-Karte hineinstecken, den gewünschten Auszahlungsbetrag und die persönliche Geheimnummer eingeben, und schon – ausreichend Euro auf dem Konto vorausgesetzt – spuckt das Gerät den gewünschten Geldbetrag aus.

Doch so simpel die Bedienung solcher Automaten auch ist, tun sich insbesondere ältere Menschen mitunter trotzdem schwer damit. Sie lassen sich ihr Geld stattdessen lieber wie gewohnt unter Vorlage eines handschriftlich ausgefüllten und von ihnen unterschriebenen Auszahlungsbeleges am Kassenschalter „ihres“ Geldinstitutes auszahlen. Und nicht zu vergessen stark sehbehinderte oder gar blinde Menschen, die allein schon aufgrund ihrer Behinderung Probleme mit der Bedienung eines nicht-barrierefreien Geldautomaten haben.

Dass nun auch die Obernkirchener Geschäftsstelle der Sparkasse Schaumburg auf einen Kassenschalter verzichtet, hat den Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Obernkirchen veranlasst, sich den Grund dafür erläutern zu lassen.

Da die Geldautomaten mittlerweile vom Gros der Kunden genutzt werden, ist die Anzahl der sogenannten „Kassenposten“ (Barauszahlungen am Kassenschalter) immer weniger geworden, sagte Olaf Dierking, der neue Leiter der Sparkassen-Geschäftsstelle. Daher habe der Betrieb des Kassenschalters nicht zuletzt auch in Anbetracht der Personalkosten in keinem vernünftigen Verhältnis mehr gestanden, zumal da die Sparkasse auch wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase gezwungen sei, Kosten einzusparen.

Für die Kunden des Hauses, auch die älteren, hat dies zur Folge, dass sie zukünftig auf die beiden im Vorraum der Geschäftsstelle installierten Geldautomaten zurückgreifen müssen – oder zumindest sollen. „Das ist kein Teufelswerk, das kriegt man schon hin“, versicherte Dierking bei der Sitzung des Senioren- und Behindertenbeirates, zumal da die Kunden von den Mitarbeitern der Sparkasse ja eine ausführliche Einweisung in die Bedienung der Geldautomaten erhalten würden – bei Bedarf selbstverständlich auch mehrfach.

In diesem Kontext berichtete Dierking, dass die Auszahlung des Bargeldes am Geldautomaten statt mit einer EC-Karte auch mit einer „Whitecard“ erfolgen kann. Bedeutet: Die Kunden besuchen einen der Beratungsschalter in der Kundenhalle der Geschäftsstelle, teilen dem dortigen Mitarbeiter ihren Auszahlungswunsch mit und bekommen daraufhin eine spezielle Bankkarte ausgehändigt. Mit dieser „Whitecard“ gehen sie dann zu einem der beiden Geldautomaten, stecken diese in das Gerät und erhalten den jeweiligen Geldbetrag ausgezahlt, wohingegen die Transferkarte vom Geldautomaten eingezogen wird.

Alternativ besteht laut Dierking weiterhin die Möglichkeit, sich an einem der Beratungsschalter Bargeld auszahlen zu lassen, etwa, wenn keine „glatten“ Eurobeträge oder Kleingeld benötigt werden. Entnommen wird das Geld hierfür aus Kassentresoren, die jedoch aus Sicherheitsgründen mit einer automatischen Zeitverzögerung arbeiten.

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