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Seniorin mit starker Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht – sie liegt im künstlichen Koma

Spaziergänger findet bewusstlose Frau

WELSEDE. Ein Spaziergänger (62) hat am Donnerstagmorgen gegen 7.30 Uhr in einem Wäldchen oberhalb der sogenannten Gellermannkurve bei Welsede (Hessisch Oldendorf) eine nicht mehr ansprechbare Frau gefunden. Sie wurde stark unterkühlt ins Krankenhaus eingeliefert und liegt nun auf der Intensivstation im künstlichen Koma. Unklar ist bislang, wie lange die Hessisch Oldendorferin in dem Wald umhergeirrt ist – und warum sie das Haus verlassen hat.

An dieser Stelle wurde die stark unterkühlte Seniorin gefunden. Ihr Zustand ist laut Polizei kritisch.
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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Die Frau saß in einem trockengefallenen Teich an einem Bachlauf. Nach Angaben der Polizei befand sich ein Bein im eisigen Wasser eines Feldbachs, der in den Mühlbach mündet. Der Hessisch Oldendorfer, der sie gefunden hat, hatte kein Handy dabei. Er radelte – so schnell er konnte – zurück zu seiner Wohnung und bat einen Nachbarn (72), ihm zu helfen, die Seniorin aus der Vertiefung zu holen. Als die beiden Männer zurückkehrten, hatte die alte Dame bereits das Bewusstsein verloren. Sie lag am Ufer. Der 72-Jährige erkannte den Ernst der Lage und setzte sofort einen Notruf ab.

Wenig später zeigten die Ersthelfer dem Notarzt aus Rinteln und der Besatzung eines DRK-Rettungswagens aus Hessisch Oldendorf die Stelle, an der die alte Dame im unwegsamen Gelände lag. Weil zunächst angenommen worden war, eine Person treibe in einem Teich, hatte der Disponent der „Leitstelle Hameln“ auch Sirenenalarm für die Feuerwehren Rohden und Welsede ausgelöst. Die Freiwilligen sollten das Rettungsteam unterstützen.

Das Notarztteam versorgte die stark unterkühlte Rentnerin, brachte sie mit einem Rettungswagen nach Hameln zum Sana-Klinikum. Der Zustand der Verunglückten sei kritisch, sagte Oberkommissar Jens Petersen. Beamte der Polizeistation Hessisch Oldendorf nahmen Ermittlungen auf. Zunächst war die Identität der Seniorin unbekannt. „Wir wissen noch nicht, was passiert ist“, sagte Petersen gegen 9 Uhr.

Eine halbe Stunde später kam ein Mann (50) aus Hessisch Oldendorf zur Wache. Er wollte seine 76 Jahre alte Mutter als vermisst melden. Sie habe irgendwann in der Nacht unbemerkt die gemeinsame Wohnung verlassen, sagte er. Die Hessisch Oldendorferin sei krank und orientierungslos. Die Ermittler erzählten ihm von dem Vorfall in dem Wäldchen und schickten ihn zum Krankenhaus. „Es hat sich herausgestellt, dass es sich bei der Frau um die Mutter des Mannes handelt“, sagte Oberkommissar Jens Röpke auf Nachfrage. Die Seniorin sei von Ärzten in ein künstliches Koma versetzt worden und werde auf der Intensivstation behandelt.

Unklar ist bislang, wie lange die Hessisch Oldendorferin in dem Wald umhergeirrt ist – und warum sie das Haus verlassen hat.

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