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Bäckerstraße asphaltieren?

SPD möchte Rintelns Altstadt rollatorgerecht machen

RINTELN. Die SPD möchte Rintelns Altstadt rollatorgerecht machen. Aus diesem Grund werden derzeit Überlegungen angestellt, das Kopfsteinpflaster durch Asphalt zu ersetzen.

veröffentlicht am 31.10.2017 um 16:37 Uhr

Das Kopfsteinpflaster in der Altstadt ist nicht nur bei so manchem Anwohner unbeliebt. Foto: tol
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Hans Weimann Reporter
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RINTELN. Dass der Seniorenbeirat wie der Behindertenbeirat in Rinteln nur noch Behinderte und Senioren sieht, die auf den Straßen und Gassen unterwegs sieht, das ist in Ordnung. Das ist der Job der Beiratsmitglieder, nämlich sich explizit für die Belange der Behinderten und Senioren einzusetzen.

Nur was die SPD dazu treibt, jetzt zu fordern, alle Gassen in der Altstadt sollten behinderten- und seniorengerecht hergerichtet werden, darüber darf der Bürger rätseln. Einfach deshalb, weil es in der Praxis kaum möglich sein dürfte, alle Gassen und Wege in der Altstadt diesem Maßstab anzupassen. Die Idee ist nämlich, Gassen zu asphaltieren, die holpriges Pflaster haben. Man kann es auch so sehen: Was die Anwohner der Bäckerstraße bisher nicht geschafft haben, nämlich dass das Kopfsteinpflaster mit Asphalt überzogen wird, damit es weniger lärmt, wenn ein Auto darüber rumpelt, das könnte jetzt der Behindertenbeirat schaffen.

Auch die Wege im Blumenwall stehen auf der Liste. Dort gebe es alle möglichen „Verlegearten“, schreibt die SPD in ihrer Vorlage, die eine „zügige und gleichmäßige Begehung“ unmöglich machten.

Der Ausschuss einigte sich schließlich auf einen Kompromiss: Die Verwaltung möge prüfen. Dann werde man weitersehen.

Uta Fahrenkamp (Grüne) schaffte es dann noch, das Thema, das suggeriert, in Rinteln gebe es nur noch gehbehinderte Senioren, auf eine andere Ebene zu hieven: Auch junge Familien mit Kinderwagen hätten auf Pflaster oft Probleme.

Was im Ausschuss nicht angesprochen worden ist: Menschen die auf Rollatoren angewiesen sind wie junge Familien mit Kinderwagen müssen nicht so lange warten, bis die Stadt reagiert. Die Industrie hat sich längst auf diese Probleme eingestellt. Rinteln ist nicht die einzige Stadt, wo nicht jede Straße behindertengerecht ausgebaut ist. Deshalb gibt es von mehreren Markenherstellern spezielle „Outdoor-Rollatoren“, mit denen man auf Pflaster, sogar auf Wald- und Schotterwegen klarkommt. Der Trick: Die Outdoor-Rollatoren haben spezielle Räder, pannensichere Luftreifen, spezielle Griffe sowie eine Federung. Auch bei Kinderwagen gibt es Modelle, die mit Pflaster und Waldwegen fertig werden.

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