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Rintelner überschlägt sich mit Fluchtwagen / Polizisten nehmen Autofahrer fest

Spektakuläre Verfolgungsjagd durch zwei Bundesländer

RINTELN. Die Szenen, die sich am frühen Donnerstagmorgen zwischen Bückeburg und Hameln abgespielt haben, sind filmreif: Ein 37 Jahre alter Rintelner hat sich eine spektakuläre Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert - sie führte durch drei Landkreise und zwei Bundesländer.

veröffentlicht am 05.10.2017 um 13:22 Uhr
aktualisiert am 05.10.2017 um 15:00 Uhr

Während der Verfolgungsjagd kam es zu einem Unfall. Foto: Polizei
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Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
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Kurz nach 2 Uhr wollte eine Polizeistreife den verdächtigen Wagen auf der Fischbecker Straße in Hameln stoppen und den Fahrer kontrollieren. Der Rintelner reagierte nicht auf die Anhaltezeichen der Polizisten - er gab Gas. Kein Wunder: Der Mann saß in einem kurz zuvor gestohlenen Seat Arosa. Die Polizeibeamten aus Hameln verfolgten den Wagen. Während der Verfolgungsfahrt durchfuhr der Seat mit Spitzengeschwindigkeiten von 120 km/h auf der Bundesstraße 83 die Orte Deckbergen, Westendorf, Steinbergen und Luhden. „Weil der Seat-Fahrer auf die Gegenfahrbahn auswich, dadurch den Verkehr gefährdete und zudem versuchte, den Streifenwagen abzudrängen, ließen sich die Kollegen zur Verhinderung weiterer Gefährdungen zurückfallen und blieben auf Distanz“, erklärt Polizeioberkommissar Jens Petersen das taktische Verhalten der Polizei.

Unterstützung erhielten die Polizisten aus zwei Bundesländern: Streifenwagen-Besatzungen aus Rinteln, Bückeburg, Bad Nenndorf und Minden versuchten den Wagen zu stoppen. Auch ein Polizeihubschrauber wurde angefordert, die Phönix-Crew sollte aus der Luft helfen. Erst in Bückeburg endete die Flucht des 37 Jahre alten Mannes. „Vermutlich aufgrund zu hoher Geschwindigkeit flog der Seat an der Jetenburger Straße in Bückeburg aus dem Kreisel“, berichtet Petersen. Das Auto sei wohl durch den Fahrfehler gegen den Bordstein geprallt und sei dadurch ausgehebelt worden. „Der Wagen überschlug sich und kam auf den Rädern zum Stehen“, sagte Jens Petersen.

Der Fahrer blieb bei dem Unfall zum Glück unverletzt. Er kletterte aus dem Wrack und flüchtete zu Fuß. Polizeibeamte konnten ihn jedoch kurz darauf fassen und vorläufig festnehmen. Der Verdächtige soll rauschgiftabhängig sein und habe keinen Führerschein haben. Der Rintelner sei unter Drogeneinfluss gefahren, sagt die Polizei. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen. In dem Seat, der nicht zugelassen war und den der 37-Jährige entwendet haben soll, fanden Ermittler Betäubungsmittel. Auch er selbst hatte nach Angaben von Petersen Drogen dabei. Am Auto waren gestohlene Kennzeichen angebracht worden.

Der gestohlene Pkw überschlug sich. Der Fahrer blieb bei dem Unfall zum Glück unverletzt. Foto: Polizei
  • Der gestohlene Pkw überschlug sich. Der Fahrer blieb bei dem Unfall zum Glück unverletzt. Foto: Polizei

Den Rintelner erwarten nun Verfahren wegen Straßenverkehrsgefährdung, gefährlichem Eingriffs in den Straßenverkehr, unbefugten Gebrauchs eines Fahrzeuges, Kennzeichendiebstahls, Urkundenfälschung, Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, das Pflichtversicherungsgesetz und das Kraftfahrzeugsteuergesetz, so die Ermittler. „Die Ermittlungen zu anderen Verstößen dauern noch an. Der Mann befindet sich derzeit in einer Zelle des Polizeigewahrsams“, sagt Oberkommissar Petersen.

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