weather-image
15°
1000 Tage im Amt: Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla zieht Bilanz

Sprung in die Neuzeit schaffen

RODENBERG. Bescheiden fängt Georg Hudalla seine Bilanz über die vergangenen rund 1000 Tage seiner Amtszeit als Samtgemeindebürgermeister an. Dabei spricht er zunächst nicht von sich, sondern über sein positives Fazit von den Rodenbergern. „Ich finde es bezeichnend, wie gut sich die Bürger um ihre Gemeinde kümmern“, so Hudalla.

veröffentlicht am 11.10.2017 um 18:57 Uhr

Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla ist nun seit rund 1000 Tagen im Amt. Foto: göt

Autor:

Andrea Göttling
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

In Rodenberg finde man keine Gleichgültigkeit. In der Verwaltung gehen laufend Hinweise ein, die „sehr häufig sehr konstruktiv sind“. Die Bürger zeigen ein ganz hohes Engagement für ihr Umfeld, findet der Samtgemeindebürgermeister. „Das hätte ich so in der Intensität nicht erwartet.“ Darüber hinaus ist Hudalla auch aufgefallen, wie gut das Miteinander in Vereinen und Verbänden funktioniert. Die Sportvereine sind gut ausgelastet, und auch die Reihen der Feuerwehr zählen viele Kameraden. Deswegen sei es auch möglich, in die Infrastruktur der Vereine zu investieren. „Das geht nur, weil die miteinander sprechen“, resümiert Hudalla. Unglücklich sei er aber über den Prozess um das Feuerwehrhaus in Pohle. Dort wurden die Kosten einfach überschätzt, zieht er ein Fazit. „Das war kein Ruhmesblatt“, sagte er mit einer Geste, als würde er Asche über sein Haupt streuen.

Es sind die diversen Vereine der Samtgemeinde, die Hudalla auch abends und an den Wochenenden zu sich einladen. „Was mir sehr viel Freude macht, sind die Abendtermine“, sagt er. Ihm gefalle es besonders gut, in den unterschiedlichen Einrichtungen mit Bürgern zusammenzutreffen. „Man kriegt immer etwas mit und kommt voller Ideen und Eindrücke zurück ins Amt.“ Und so sieht Hudalla auch seine Funktion als Samtgemeindebürgermeister – auf der einen Seite repräsentativ, auf der anderen Seite verwaltend. Auf der Verwaltungsseite ist in den vergangenen 1000 Tagen unter anderem die Kinderbetreuung ein großes Thema gewesen. Besonders die Betreuung junger Kinder in der Krippe und die Nachmittagsbetreuung im Hort habe sich rasant entwickelt. „Das hat die Kommunen stark in die finanzielle Verantwortung genommen“, sagt er. Vor zehn Jahren gab es in der Samtgemeinde noch acht Einrichtungen zur Kinderbetreuung, heute sind es elf – die Nebenstellen nicht mit eingerechnet.

„Das kostet viel Energie und viel Geld, das alles zu managen“, so Hudalla. Er ist zufrieden damit, dass die Wünsche aller Eltern auf Betreuungsplätze erfüllt werden konnten. „Wir haben zusammengestanden und gemeinsam das Ziel erreicht. Da können wir wirklich stolz drauf sein“, so Hudalla. Man habe sich dabei auch getraut, dezentraler zu agieren, beispielsweise beim Hort in Hülsede, „und den kleineren Orten damit Zuversicht zu geben“.

Sehr gut geklappt hat außerdem die Siedlungsentwicklung, findet das Verwaltungsoberhaupt. Hier habe die Verwaltung äußerst positives Feedback von den Neubürgern bekommen. Die Prozesse wurden gut abgewickelt, womit man auch die Botschaft einer sehr bürgernahen Verwaltung sende, sagt Hudalla. Dies habe er von seinem Vorgänger übernommen und will es auch weiterführen. „Wir müssen die jungen Leute bei uns halten“, so Hudalla. Hier müssen aber Anreize geschaffen werden. Ein wichtiger Aspekt sei die Kinderbetreuung. Doch auch die Infrastruktur sei ein großes Thema. Gemeinsam mit Nenndorf wurde der Nachtbus umgesetzt. „Das hat toll geklappt, auch wenn es hier viele Hürden zu überwinden gab.“

Für die Zukunft wünscht sich Hudalla, innerbetrieblich den Schritt in die moderne Zeit zu machen. „Die Herausforderungen sind immens.“ Damit meint er vor allem die Umstellung auf die dopische Haushaltsführung. „Das ist eine Herkulesaufgabe“, so Hudalla, „die kommunale Haushaltsführung erfordert sehr viel Energie.“ Um hier den Sprung in die Neuzeit zu schaffen, ist eine Technisierung erforderlich. Innerbetriebliches soll zudem nicht mehr mit so geringem Aufwand betrieben werden, sagt das Verwaltungsoberhaupt. „Die Regulierungswut erreicht die Kommunen“, erklärt Hudalla. Deshalb brauche es mehr Personal, Zeit und Geld. Teilweise sei man gezwungen, Geld für „nutzlose Gutachten“ auszugeben – beispielsweise zum Lärm rund ums Rathaus. „Das fängt an uns zu bedrängen“, sagt der Samtgemeindebürgermeister. „Die Bürger haben nichts davon“, so Hudalla, „das geht alles zulasten des schöneren Freibades.“

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare