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Neuer Internetauftritt

Stadt geht Relaunch für neue Homepage an

RINTELN. Moderner, schlanker, attraktiver – diese Schlagworte beschreiben nicht ein neues Diätprogramm, sondern die Ansprüche an eine aktuelle Homepage. Diese Homepage wird, voraussichtlich im Frühjahr 2018, die Stadt Rinteln bekommen. Für rund 20.000 Euro. Warum ist das nötig?

veröffentlicht am 14.11.2017 um 14:26 Uhr
aktualisiert am 14.11.2017 um 18:30 Uhr

Nicht mehr auf dem neuesten Stand: die Homepage der Stadt Rinteln. Sie wird derzeit komplett neu entwickelt. Repro: mld
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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite
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RINTELN. Moderner, schlanker, attraktiver – diese Schlagworte beschreiben nicht etwa ein neues Diätprogramm, sondern die Ansprüche an eine aktuelle Homepage. Diese Homepage wird, voraussichtlich im kommenden Jahr, die Stadt Rinteln bekommen.

Hierfür nimmt die Verwaltung 20 340 Euro in die Hand, wie Bürgermeister Thomas Priemer jüngst im Schulausschuss verkündete. Damit werden die 25 000 Euro, die in den Haushalt eingestellt wurden, nicht ausgereizt.

Aber so viel Geld? Für eine Homepage? Ist das nötig?

Der Internetauftritt einer Kommune ist für viele die erste Anlaufstelle, nicht nur für Bürger und Touristen, sondern auch für andere Kommunen, Touristikzentren etc. Ein Blick auf die Homepage kommt meist vor dem Anruf bei der Stadtverwaltung.

Das Problem: rinteln.de stammt aus dem Jahr 2006. Die entsprechende App für Smartphones ist zwar etwas jünger, müsse aber ebenfalls überholt werden, sagt Heike Grote vom Amt für Bildung und Kultur, die den Relaunch (also die Überarbeitung) von www.rinteln.de betreut. In der Zeitrechnung des Internets ist das uralt.

Bereits 2015 haben Studierende der Hochschule Weserbergland im Auftrag der Verwaltung die Homepage untersucht und festgehalten, was verbessert werden müsste, gerade im Hinblick auf Nutzerfreundlichkeit. 2016 haben sie aufgrund ihrer Erkenntnisse einen Prototypen vorgestellt, wie eine neue Seite aussehen könnte: einfacher strukturiert, benutzerfreundlicher.

Das Konzept aus dieser Zeit ist nun Grundlage für die Arbeiten am Relaunch, erklärt Heike Grote. Beauftragt wurde der Entwickler „Marktplatz Digital“ von der Firma IMS aus Bückeburg. Der Dienstleister betreut auch schon die aktuelle Homepage sowie das sogenannte Content Management System dahinter. „Für uns war es selbstverständlich, dass wir wieder mit der Firma zusammenarbeiten“, so Grote.

Eine „Mordsarbeit“ wartet auf „Marktplatz Digital“, erklärt Grote, die voraussichtlich nicht vor Frühjahr 2018 abgeschlossen sein wird.

Jede Seite und Unterseite der Internetseite sowie der Partnerseiten von Bäderbetrieben und der GVS müssen untersucht werden: Welche Seiten werden kaum aufgerufen? Welche Funktionen fehlen? Welche sind komplett nutzerunfreundlich?

Das Layout müsse aus einem Guss sein, ebenso die sogenannte „CI-Linie“, also die Corporate Identity, das einheitliche Auftreten der „Marke Rinteln“ nach außen hin.

Außerdem häuft sich in jüngster Zeit ein Problem: „Anfragen werden oft an unsere Info-Mailadresse geschickt“, so Grote – also die allgemeine Mailadresse, bei der sowieso schon zahlreiche Anfragen auflaufen. Frage nun: Passiert dies so häufig, weil Infos auf der Homepage nicht gefunden werden?

Die Homepage müsse nutzerfreundlicher, bürgernäher, schlanker werden, so Grote. Dazu gehört auch, dass sie ein sogenanntes „responsives Design“ bekommt, sodass man sie auf zahlreichen verschiedenen Endgeräten aufrufen kann – auf dem Computer genauso wie auf dem Smartphone.

Gerade kommunale Internetseiten müssen intuitiv zu bedienen und die Informationen leicht auffindbar sein, sagt auch Hendrik Tesche von der Firma IMS. Auch die mobile Nutzung werde immer wichtiger – also dass Informationen unterwegs via Smartphone aufgerufen werden. Eine App müsse daher unbedingt sein.

Der Aufwand für eine solche Entwicklung „wird meist unterschätzt“, so Tesche. Es würden schon viele Wochen ins Land gehen, „bis von der Konzeption über die Programmierung und die redaktionellen Arbeiten bis hin zum Lektorat und Usability-Tests eine solch umfangreiche Seite umgesetzt ist.“

WAS IST EINE BARRIEREFREIE HOMEPAGE?

Für eine moderne Homepage ist inzwischen auch wichtig, dass sie barrierefrei ist – gerade für eine kommunale Seite, sagt Hendrik Tesche von der Softwarefirma IMS. Damit wird Menschen beispielsweise mit Seh- oder Lernbehinderung der Zugriff auf die Homepage erleichtert.

„Eine Vorlesefunktion ist schon in Auftrag gegeben“, sagt Heike Grote vom Amt für Bildung und Kultur. Mit dem Behindertenbeirat stehe man außerdem bei dem Thema im Gespräch. Ziel sei, die wichtigsten Seiten in sogenannte Leichte Sprache zu übersetzen. Dies bezeichnet eine fest geregelte Ausdrucksweise, durch die Texte besonders leicht verständlich formuliert werden. Sie ist besonders wichtig für Menschen mit kognitiven Schwierigkeiten oder für Menschen, für die Deutsch Fremdsprache ist.

Nach Wünschen der Stadt sowie des Behindertenbeirates sollen zumindest Teile der neuen Homepage in Leichter Sprache formuliert werden.

Hierzu hat sich der Beirat vorgenommen, die aktuelle Homepage zu untersuchen und Vorschläge zu erarbeiten, welche Seiten auf jeden Fall entsprechend übersetzt werden sollen. Diese Arbeit leistet meist ein Übersetzungsbüro. Das kostet Geld – die komplette Homepage zu übersetzen, können sich Kommunen daher meist nicht leisten.

Viele Behörden und Kommunen verwendeten die Leichte Sprache bereits, erläuterte Beiratsvorsitzender Manfred Pollmann jüngst auf einer Beiratssitzung. Vorbildlich sei beispielsweise der Deutsche Bundestag. Auf dessen Internetseite hat man die Option, Unterseiten in Leichter Sprache zu lesen; Broschüren sind ebenso leicht verständlich erhältlich. mld

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