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Laut Verwaltung gibt es zur gewählten Methode keine Alternative

Stadt: Menge an Splitt erforderlich

STADTHAGEN. Das erhebliche Ausmaß der Menge an Rollsplitt, der vor einigen Tagen zu Reparaturzwecken auf etlichen Straßen der Kreisstadt ausgebracht worden ist, ist nach Auskunft der Stadtverwaltung erforderlich. „Nach Aussage der Fachleute ist die Menge angemessen“, versichert Bauamtsleiter Gerd Hegemann.

veröffentlicht am 11.10.2017 um 18:55 Uhr

Autor:

Stefan Rothe
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Es sei zu bedenken, dass auf einigen Straßen „teilweise sehr große Flächen repariert werden mussten, da ist dann entsprechend einiges an Rollsplitt nötig“.

Dass die Reste des Rollsplitts erst zwei Wochen nach seiner Ausbringung wieder beseitigt werden können, hat laut Hegemann „zwingende technische Gründe“. Denn der in die schadhaften Flächen gefüllt Bitumen sei eine Zeit lang „empfindlich und instabil“. Erst nach zwei Wochen sei er mit Hilfe des Rollsplitts so stabilisiert, dass er eine genügende Festigkeit aufweise. Der Splitt „braucht halt so lange, bis er eingefahren ist“. Hegemann weiter: „Würde man den Rollsplitt eher beseitigen, würde man den Erfolg der Reparatur beeinträchtigen.“

Der Bauamtsleiter räumt ein, dass die Situation besonders an den Fahrbahnrändern, an die viel Split geschleudert wird, der dort gehäuft liegenbleibt, für Zweiradfahrer in der betreffenden Zeit „ohne Frage sicher schwieriger ist als sonst“. Aber: „Ich wüsste nicht wie man diese Situation ändern könnte, es gibt dazu einfach keine Alternative.“

Hegemann merkt an, dass die Stadtverwaltung in früheren Jahren kaputte Straßen über das ganze Jahr verteilt repariert hat. Seit vergangenem Jahr bewältige man das Jahresprogramm hingegen „in einem Zug, damit es schnell vorbei ist“. Eine Folge könne sein, dass der Einsatz von Splitt daher jetzt stärker auffalle. Außerordentlich kritisch sieht die hiesige Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) die Menge des Splitts. „Rollsplitt zu Reparaturzwecken muss sein“, räumt Touren-Obmann Andreas Klausing ein, fügt aber hinzu: „Doch das Ausmaß der Menge ist völlig unsinnig.“ Der ADFC-Vertreter ist sicher: „So wie das in diesem Jahr hier praktiziert wird, geht das gar nicht.“

An den Fahrbahnrändern, wo die Radler vielfach unterwegs sind hätten sich „schon richtige Huckel gebildet“. Selbst da wo es Radwege gebe, stellen diese Huckel laut Klausing dann ein richtiges Hindernis dar, wenn der Radler die Fahrbahn queren muss. „Das ist eine richtige Gefährdung“, meint der ADFC-Experte. Klausing fordert, dass zumindest der an den Straßenrand geschleuderte Splitt umgehend beseitigt wird. „Denn da erfüllt er für die Reparatur ja ohnehin keinen Zweck mehr.“ Für die Radfahrer hat der ADFC-Mann nur den Tipp, „größtmögliche Vorsicht walten zu lassen, etwas anderes können wir mit Blick auf diese Situation nicht raten“.

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