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Flüchtlinge misshandelt – Bewährungsstrafen für zwei Sicherheitsmitarbeiter

Stadthäger verurteilt

OSNABRÜCK/STADTHAGEN. Für die Misshandlung von Flüchtlingen müssen zwei Wachleute mit Bewährungsstrafen büßen. Einer von ihnen, er kommt aus Stadthagen, muss auch Schmerzensgeld und einen Teil der Behandlungskosten der Opfer zahlen.

veröffentlicht am 06.12.2017 um 19:53 Uhr

Ein Security-Mitarbeiter aus Stadthagen erhielt eine Strafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Foto: dpa
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In dem Berufungsverfahren gegen die Wachleute wegen der Misshandlung von Flüchtlingen erschien einer der Angeklagten nicht vor Gericht. Damit wurde die vom Amtsgericht Lingen verhängte Strafe gegen den aus Vechta stammenden Mann rechtskräftig, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Osnabrück. Das Amtsgericht hatte den 29-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Der zweite Angeklagte, ein 37 Jahre alter Mann aus Stadthagen, erhielt eine deutlich niedrige Strafe, die anders als bisher ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das Amtsgericht hatte den 37-Jährigen noch zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt, nun erhielt er ein Jahr und drei Monate.

Zusätzlich muss der Mann an alle drei Opfer 1500 Euro Schmerzensgeld zahlen und sich zur Hälfte an den Behandlungskosten bei einem der Flüchtlinge beteiligen.

Die Gewalttaten spielten sich in der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember 2015 in einem Nebengebäude einer damals als Flüchtlingsunterkunft genutzten Sporthalle eines Gymnasiums ab. Die drei pakistanischen Flüchtlinge waren ihren Angaben zufolge von den beiden Mitarbeitern eines Sicherheitsunternehmens in einen Toilettenraum gesperrt worden. Im Lauf der Nacht sei einer nach dem anderen aus dem Raum herausgeholt und in einem Nebenraum misshandelt worden.

Ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma, der damals Vorgesetzter der beiden Angeklagten war, hatte mitgeteilt, dass zumindest einer der beiden Mitarbeiter weder einen Sachkundenachweis noch eine Schulung für seine Tätigkeit hatte. Die Situation in den Flüchtlingsunterkünften sei zudem damals chaotisch gewesen. Sein Unternehmen habe jeden Tag neue Heime betreuen müssen; dafür sei man auf Subunternehmer angewiesen gewesen, erklärte der Mitarbeiter. dpa

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