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Stadt schaltet Anwalt ein: Drehleiter kehrt nach Wartung defekt zurück

Ständig Ärger mit der Drehleiter

RINTELN. Anrücken konnte die Drehleiter der Rintelner Feuerwehr beim Großeinsatz am Sonntag. Auch ihre hydraulischen Stützen ließen sich ausfahren. Aber die Leiter, die wollte am frühen Sonntagmorgen partout nicht . Sie war bei dem Einsatz zwar nicht zwingend notwendig – mehr als bitter ist so ein Totalausfall im Ernstfall aber doch. Und es nicht das erste Mal, dass diese Drehleiter Probleme macht – dabei ist sie schon der Ersatz für die seit einem halben Jahr funktionsunfähige Drehleiter der heimischen Feuerwehr. Mittlerweile beschäftigt sich sogar schon ein Anwaltsbüro mit dem Fall. Was ist da los? Die SZ/LZ hat nachgefragt.

veröffentlicht am 11.01.2018 um 18:12 Uhr
aktualisiert am 11.01.2018 um 19:00 Uhr

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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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RINTELN. Anrücken konnte die Drehleiter der Rintelner Feuerwehr beim Großeinsatz am Sonntag immerhin. Auch ihre hydraulischen Stützen ließen sich ausfahren. Aber die Leiter, die wollte am frühen Sonntagmorgen partout nicht. Sie war bei dem Einsatz zwar nicht zwingend notwendig – mehr als bitter ist so ein Totalausfall eines integralen Bestandteils der heimischen Feuerwehrtechnik im Ernstfall aber doch. Und es ist nicht das erste Mal, dass diese Drehleiter Probleme macht – dabei ist sie schon der Ersatz für die seit einem halben Jahr funktionsunfähige Drehleiter der heimischen Feuerwehr. Mittlerweile beschäftigt sich sogar schon ein Anwaltsbüro mit dem Fall.

Dabei stand zu aller Anfang nur ein Routinetermin der Drehleiter an. Die mittlerweile 20. Jahresinspektion der 1997 gebauten Drehleiter wurde nach einer Ausschreibung bei einer Fachfirma beauftragt, erklärt Stadtjurist Joachim Steinbeck auf Anfrage der SZ/LZ. Doch als das 15 Tonnen schwere Fahrzeug aus der Werkstatt zurückgebracht wurde, hatte es plötzliche erhebliche Mängel. Ordnungsamtsleiter Ulrich Kipp präzisiert: „Die Drehleiter wurde mit technischen Mängeln am Leiterpark und an der Hydraulik zurückgebracht, sodass sie nicht einsatzbereit war.“

Die Stadt verlangte Nachbesserungen. Doch offenbar schaltete die Werkstatt auf stur. Denn mittlerweile hat die Stadt ein Anwaltsbüro beauftragt, um seine vertraglichen Ansprüche durchzusetzen. Das Verfahren läuft allerdings noch.

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Eine weitere auf Feuerwehrfahrzeuge spezialisierte Firma, die möglicherweise die Nachbesserungen durchführen wird, stellte der Stadt zwischenzeitlich eine Ersatzdrehleiter kostenlos zur Verfügung. Sie ist baugleich und ebenso alt wie das Rintelner Original. Beide Drehleitern können bis zu 23 Meter in die Höhe und 12 Meter in die Länge ausgefahren werden und besitzen einen Motor mit 24 Pferdestärken.

Doch auch diese Ersatzdrehleiter fiel nun bereits zum zweiten Mal aus. So stellte die Feuerwehr etwa schon am 29. September 2017 bei einer Überprüfung fest, dass die Drehleiter nicht einsatzbereit war und meldete sie bei der Leitstelle in Stadthagen ab. „So ein Vorgang ist bei uns Routine“, sagt er. Wenn – aus welchen Gründen auch immer – eine Drehleiter ausfalle, werde die Hubrettungsbühne der Lebenshilfe in die Alarmierungsschleife der Rettungsleitstelle mit aufgenommen. Diese rückt dann – bemannt mit Mitgliedern der Werkfeuer der Lebenshilfe – bei einem Brand mit aus. Die Werkfeuerwehr der Lebenshilfe stellt diese Einsätze der Stadt noch nicht einmal in Rechnung.

Dass ein Fahrzeug wie die Drehleiter bei einem Einsatz vor Ort total ausfalle, sei unglücklich – aber kaum zu verhindern, erklärt Ortsbrandmeister Thomas Blaue. Die Drehleiter werde zumindest einmal in der Woche von den Feuerwehrleuten testweise ausgefahren. Bei dem Test vor dem Einsatz sei kein Problem festgestellt worden – beim Brandort in Krankenhagen dann allerdings schon. „Das ist wie beim Auto, man fährt das ganze Jahr ohne Probleme rum, und sobald man in den Urlaub fährt gibt es einen Schaden – Pech.“

Beim Großeinsatz mit den beiden ausgebrannten Autos hätte man die Drehleiter in Anleiterbereitschaft bringen wollen – für den Fall, dass die Flammen auf das Haus übergreifen. „Dann verlieren wir keine Zeit mehr beim Aufbau.“ Dazu sei es zum Glück nicht gekommen. Sollte es hart auf hart kommen, sei es auch möglich, zusätzlich die Drehleiter in Bückeburg zu alarmieren, streicht der Ortsbrandmeister heraus.

Auf die Frage, wieso die Stadt denn überhaupt eine eigene Drehleiter besitze, wenn die der Lebenshilfe sowieso ausrücken könne, erklärt Ulrich Kipp: „Zur Sicherstellung des zweiten Rettungsweges ist die Stadt Rinteln verpflichtet, eine Drehleiter vorzuhalten. Die Drehleiter der Lebenshilfe darf nur bei solchen jetzt vorhandenen Situationen alarmiert werden. In erster Linie stehen die Fahrzeuge einer Werkfeuerwehr für den Werkschutz vor Ort zur Verfügung. Es kommt noch Folgendes hinzu: Die Hochhäuser am Behringweg haben eine gepflasterte Rasenfläche als Aufstellfläche für die Drehleiter als amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt. Diese Rasenflächen tragen normgemäß 16 Tonnen, was bei der Rintelner Drehleiter möglich ist. Die Hubrettungsbühne der Werkfeuerwehr hat ein Gewicht von 28 Tonnen.“

Hinzu kommt: Die von den Dimensionen her größere Drehleiter der Werkfeuerwehr kann in einigen engen Bereichen der Rintelner Altstadt ihre Stützen nicht voll ausfahren. Das ist aber für einen Drehleitereinsatz notwendig. Deswegen besitzt die Rintelner Feuerwehr eine kleinere, wendige Drehleiter.

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