weather-image
18°
Problemstellen und Lösungsansätze in Steinbergen

Steinbergen wird „weniger, älter, bunter“

RINTELN/STEINBERGEN. „Weniger, älter, bunter.“ Mit diesen Worten fasst Rintelns Demografiebeauftragte, Linda Mundhenke, die demografische Entwicklung in Steinbergen zusammen.

veröffentlicht am 17.07.2017 um 17:46 Uhr
aktualisiert am 17.07.2017 um 18:20 Uhr

In Steinbergen fehlt Raum für die Jüngeren – so lautet ein Fazit des Ortsgespräches. Foto: Pixabay
ri-marie-1410

Autor

Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite

Das geht aus den Unterlagen hervor, in denen sie die Ergebnisse der sogenannten Ortsgespräche zusammenfasst. Diese hatte Mundhenke im Februar und März in zehn Ortsteilen geführt. Insgesamt hätten sich rund 200 Bürger daran beteiligt. Ein Fazit: Die „Bedeutung der Stärkung der Ortsteile und der dort gelebten Gemeinschaft“ steige „zunehmend“.

Zuerst ein Blick auf die Entwicklung der Einwohner des Ortes: Verfügte Steinbergen im Jahr 2003 noch über knapp 2050 Einwohner, liegt der Stand inzwischen bei 1730 Personen, mit leichter Tendenz zur Stabilisierung. In der Altersstruktur weist Steinbergen dieselbe Verteilung wie die gesamte Stadt auf: 16 Prozent der Einwohner sind 45 bis 54 Jahre alt (gesamt: 17 Prozent), gefolgt von 55 bis 64 Jahren mit 14 Prozent und 13 Prozent bei den bis zu 13-Jährigen. Die Sterbefälle liegen konstant höher als die Geburtenrate. Gut für den Ort aber: Die Zahl der Zuzüge liegt derzeit etwas höher als die Zahl derjenigen, die wegziehen (knapp über 150 im Jahr 2016 im Vergleich zu rund 120).

Gerade bei den 18- bis 25-Jährigen ziehen allerdings mehr Menschen weg aus dem Ort als hin. Dieser Trend dreht sich bei den unter 15-Jährigen und den über 30-Jährigen um.

Verschiedene Problembereiche wurden im Ortsratsgespräch herauskristallisiert: Das Einkaufen ist schwierig geworden. Die Kita-Betreuung sei auszubauen. Das Vereinsleben müsse gestärkt werden, zum Beispiel durch den Einsatz von Personen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Grundsätzlich fehle es an Kindern und an Engagement, um das Vereinsleben zu stärken, das Vereinsangebot sei zu zerfasert und jüngeren Einwohnern fehle der Raum für Aktivitäten.

Des Weiteren müssten Angebote im Gesundheitssport erweitert sowie die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Schulen gestärkt werden. Die Angebote, die es bereits vor Ort gebe, sollten außerdem stärker genutzt und gewürdigt werden.

Ein Problem sei auch die Mobilität, und da oft schlichtweg, dass die Angebote zu unbekannt sind. Wo zum Beispiel sind Busfahrpläne erhältlich? Antwort: Beispielsweise bei Verwaltungsstellenleiter Markus Witt, Lindenstraße 5, telefonisch zu erreichen unter (01 51) 51 45 47 89. Außerdem seien die Taxikosten zu hoch, es fehlten Bus-Fahrzeiten in den Ferien, die Fahrtzeiten der Taxi-Gutscheine für Ältere seien unpassend.

Die neuen Busfahrpläne am Bahnhof werden als positiv empfunden – allerdings seien sie zu klein geschrieben. Auch fehle die Übersicht über Fahrtwege und Liniennetze. Mitfahrerbänke, wie etwa in Möllenbeck, werden durchaus als Lösung gesehen.

Auch sollen verschiedene Möglichkeiten, sich Produkte fürs tägliche Leben liefern zu lassen, bekannter gemacht werden. Eine Übersicht ist bereits auf der Homepage der Stadt Rinteln unter www.rinteln.de/neupage-15 zu finden.

Von den Steinbergern schmerzlich vermisst wird eine Einkaufsmöglichkeit und eine Apotheke. Das Steinzeichen, die Arensburg und das ehemalige Pflegeheim (s. Bericht oben) werden als „Problempunkte“ im Ort empfunden.

Leerstände werden nicht als Problem empfunden, und betreutes Wohnen wäre ein attraktives Angebot für viele Ältere, sei aber in den Ortsteilen nur schwer umsetzbar. Daher wird auch die Kernstadt in der Pflicht gesehen: Sie müsse beispielsweise mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben.

Zahlen online: Alle Zahlen der Ortsgespräche sind einzusehen unter www.rinteln.de/die-ortsgespr-che. Linda Mundhenke ist unter (0 57 51) 403-118 zu erreichen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare