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Beschäftigte für Einzelhandelstarifvertrag

Streiks bei Obi in Bückeburg und der Region

BÜCKEBURG. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat im Rahmen der aktuellen Tarifrunde Einzelhandel gezielt zu Streiks in tariflosen Unternehmen des Einzelhandels aufgerufen. Damit macht die Gewerkschaft auf die zunehmende Tarifflucht in der Branche und die Forderung nach allgemein verbindlichen Tarifverträgen aufmerksam.

veröffentlicht am 02.06.2017 um 10:21 Uhr
aktualisiert am 02.06.2017 um 17:20 Uhr

Mehr als 50 zum Teil von anderen OBI-Märkten angereiste OBI-Mitarbeiter demonstrierten vor dem in der Bückeburger Kreuzbreite ansässigen OBI-Markt. Foto: wk

BÜCKEBURG. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat im Rahmen der aktuellen Tarifrunde im Einzelhandel gezielt zu Streiks in tariflosen Unternehmen des Einzelhandels aufgerufen. Damit macht die Gewerkschaft auf die zunehmende Tarifflucht in der Branche und die Forderung nach allgemein verbindlichen Tarifverträgen aufmerksam.

An den Streiks beteiligten sich am gestrigen Freitag Beschäftigte unter anderem aus den OBI-Märkten Bückeburg, Hannover-Linden, Laatzen sowie Garbsen. Bundesweit waren etwa 20 OBI-Märkte im Streik. Ziel ist es, die regionalen Flächentarifverträge im Einzelhandel anzuerkennen. Unterstützung bekommen die Streikenden aus anderen nicht tarifgebundenen Unternehmen: Toys R Us, New Yorker oder Karstadt Sports.

„Durch Tarifflucht tragen die Unternehmen den Wettbewerb zulasten der Beschäftigten aus“, kritisiert Katja Hill, ver.di Gewerkschaftssekretärin. „Das Lohndumping führt zu Niedriglöhnen und folglich im Alter zu Armutsrenten“, so die Gewerkschafterin. Rund 200 Euro fehlen den Beschäftigten bei OBI jeden Monat. Alleine die letzte Tariferhöhung und die Zahlung der tariflichen Zuschläge im Tarifvertrag summieren sich zu einer Lücke von circa 6000 Euro in den vergangenen beiden Jahren für eine Vollzeitbeschäftigte bei OBI, so die Gewerkschaftssekretärin.

„Es werden immer höhere Leistungen gefordert, doch bei der Bezahlung werden die Beschäftigten wie Menschen zweiter Klasse behandelt“, empört sich Betriebsrätin Sigrid Linke aus Bückeburg. Der Krankenstand sei hoch, die Motivation durch die Verweigerung der Anerkennung der Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sinke, Personal werde gekürzt. Die Beschäftigten seien sich jedenfalls sicher: „Wir machen gute Arbeit und wir haben Anspruch auf gute Regelungen – und auf keinen Cent weniger. Für den Baumarktprimus ist die Bezahlung unter Tarif ein Skandal.“

Beim Obi-Markt in Bückeburg arbeiten 25 Menschen, einst waren es einmal knapp 40. Das Personal ist in den vergangenen Jahren reduziert worden.red/rc

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