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Positive Resonanz auf Workshops zur Prävention / Themen "Mädchengewalt" und "Mobbing"

"Tagung hat uns alle tüchtig beeindruckt"

Landkreis (han). "Prävention für das berufliche und alltägliche Miteinander" ist das Thema einer Fachtagung gewesen, zu der die Kreisjugendpflege, das "Print"-Projekt und die Regionale Lehrerfortbildung eingeladen haben. Während der Tagung im jbf-Centrum auf dem Bückeberg standen den 43 Teilnehmern fünf Workshops zur Auswahl. Die Arbeitskreise behandelten unter anderem die Themen "Mobbing in der Schule", "Erlebnispädagogische Maßnahmen für männliche Jugendliche" und "Hilfreiche Gesprächshaltungen in der Elternarbeit".

veröffentlicht am 23.03.2007 um 00:00 Uhr

Was fasziniert Jugendliche an Handys? Und wo liegen die Gefahren? Mit diesen Fragen setzten sich die Teilnehmer des Seminars "Kurze Clips und nichts dahinter" auseinander. "Wir haben vor allem Methoden erarbeitet, mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen", berichtete Jörg Beckmann, der als Sozialpädagoge bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) arbeitet und an zwei Stadthäger Schulen Computer-AGs leitet. Beckmann weiß um die Beliebtheit der Handy-Kurzfilme bei Jugendlichen. "Das meiste davon ist harmloses, witziges Zeug", erklärte der Pädagoge. Es gebe allerdings auch Ausnahmen, so zum Beispiel teils frauenfeindliche Clips des Rappers "Sido", mit denen auch Mädchen gelegentlich konfrontiert würden. Das Seminar habe praktische Tipps an die Hand gegeben, und vermittelt, "dass ein Dialog mit den Jugendlichen wichtiger ist als ein pures Verbot der Clips". Über Mädchengewalt informierten sich unter anderem Anna Maria Bornemann und Ottfried Bokeloh. Der Workshop "Gewalttätige Mädchen - gibt es auch!" thematisierte den wachsenden Anteil gewaltbereiter Mädchen und vermittelte Methoden zur Gewaltprävention. Bornemann ist Lehrerin an einer berufsbildenden Schule. Um herauszufinden, ob es Probleme mit Mobbing oder gar Gewalt gebe, lasse sie die Schüler häufig anonyme Zettel schreiben, die manchmal Hinweise auf derartige Probleme enthielten. Gelegentlich müsse sie auch nachforschen, beispielsweise wenn ein Mädchen um Versetzung in eine andere Klasse bittet. Das Seminar habe gute Tipps gegeben, zudem hätten sich viele Aha-Effekte eingestellt, berichtete die Pädagogin. Besonders aufschlussreich sei das Aufzeigen der Gewaltspirale gewesen: "Im Workshop wurde erklärt, wie Jugendliche auf jeder Stufe der Spirale aussteigen können", sagte Bornemann. Für Gewaltprävention interessiert sich auch Bokeloh, der beim Jugendamt des Landkreises Schaumburg im Rahmen der Jugendgerichtshilfe arbeitet. "Zwar sind Mädchen seltener gewalttätig, in Sachen Brutalität stehen sie den Jungs aber in nichts nach", bemerkte Bokeloh. Der Arbeitskreis habe gezeigt, wie Jugendliche einem Streit ohne Gesichtsverlust aus dem Weg gehen können. Und zur Not sei ein Gesichtsverlust immer noch besser als ein gebrochenes Nasenbein, so der Sozialarbeiter. Er wolle die zahlreichen Strategien zur Deeskalation an seine Klientel weitergeben, sagte Bokeloh und resümierte: "Die Tagung hat uns alle tüchtig beeindruckt."

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