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Kosten für Verein haben sich binnen eines Jahres verdoppelt

Tierschutz kaum bezahlbar

Rodenberg (tes). Mit der steigenden Zahl der Abgabe- und Fundtiere spitzt sich die angespannte wirtschaftliche Situation beim Tierschutzverein Rodenberg/Bad Nenndorf und Umgebung dramatisch zu. Ein Grund, warum die eigentlich stolze Mitgliederzahl von 253 nicht ausreicht und sich der Vorstand in der Mitgliederversammlung Sorgen um die finanzielle Zukunft des Vereins gemacht hat.

veröffentlicht am 28.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 03:41 Uhr

Gemeinsam aktiv für den Tierschutz: Die Vorsitzende Jutta Schnei

Insgesamt hat der in den Samtgemeinden Rodenberg und Nenndorf aktive Verein in den letzten zwei Jahren 450 Tiere aufgenommen, versorgt und betreut. Den Großteil machten Katzen und Hunde aus, gefolgt von Kaninchen, Meerschweinchen und Mäusen. Aber auch ein Minischwein, ein Schaf und eine Ziege waren darunter. Letztere stand plötzlich in einem Privatgarten und fraß die Geranien auf.

Hinzu kommen noch Tiere, die beim Finder verbleiben konnten und vom Besitzer abgeholt wurden. Die Kennung durch Steuermarke oder Chip erleichtere die Zuführung entlaufener Tiere. Allerdings plädierte die Vorsitzende Jutta Schneider für eine einheitliche Registrierung. Stark zugenommen habe die Zahl der Abgabetiere, deren Besitzer es sich aus finanziellen Gründen nicht mehr leisten können, ihr Haustier zu halten. Als erschreckend bezeichnete Schneider die Entwicklung, dass immer mehr Halter ihre Schützlinge bei einem Umzug unversorgt in der alten Wohnung zurück lassen. Erst wenn die Nachbarn aufgrund des Gestanks die Polizei alarmierten, würden die elend zugrunde gegangenen Tiere gefunden.

Damit nicht genug: Die Kosten sind explodiert. Die Ausgaben haben sich von 33 000 Euro in 2007 mehr als verdoppelt auf 69 000 Euro im vergangenen Jahr, schlug Schatzmeister Jürgen Lempert Alarm. Erstmals verzeichnet der Verein einen Verlust von 22 000 Euro. Dies sei einerseits den gestiegenen Tierarzthonoraren geschuldet. Aber auch die neu geschaffene Personalstelle schlägt mit 13 000 Euro Lohnkosten zu Buche. „Ehrenamtliche alleine können das nicht mehr leisten“, betonte Schneider. „Wir übernehmen zum Teil bis zu 60 Stunden in der Woche Tierschutzarbeit“.

Auf Dauer stelle sich die Frage, wie sich der Verein finanziell am Leben halten könne, so die Vorsitzende: „Alle Tierschutzvereine gehen am Stock.“ Und der Blick auf das laufende Jahr stimmt wenig optimistisch. „Wir hatten im Januar schon 100 Tiere“, für 2009 rechne sie mit insgesamt 350 Aufnahmen. Aktuell leben bis zu 60 Tiere in der Auffangstation, die im September mit einer Feier offiziell eingeweiht wird. Bereits seit zwei Jahren ist die Einrichtung hinter dem Bad Nenndorfer Bahnhof in Betrieb und habe sich nicht nur bewährt, sondern als für die gesamte Region notwendig herausgestellt, berichtete Schneider.

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