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Der „Motor des Karnevals“ in Hessisch Oldendorf verstirbt mit 80 Jahren

Trauer um Heinrich Amelung

HESSISCH OLDENDORF. Zwei Dinge sind untrennbar mit dem Namen Heinrich „Heiner“ Amelung verbunden: unzähligen jungen Menschen hat er in seiner Fahrschule das Autofahren beigebracht und natürlich der Oldendorfer Carneval Club (OCC), dessen Gründungsmitglied er war. Jetzt ist Heiner Amelung im Alter von 80 Jahren gestorben.

veröffentlicht am 03.01.2018 um 15:59 Uhr
aktualisiert am 03.01.2018 um 18:11 Uhr

Heinrich „Heiner“ Amelung Foto: PR/Archiv
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Autor

Stefan Bohrer Reporter

So wie er den Fahrschulbetrieb an der Paulstraße maßgeblich geprägt hat, ist sein Name in einem Atemzug mit dem Hessisch Oldendorfer Karneval zu nennen. „Der Karneval in unserer Stadt ist auf die Holländische Garnison zurückzuführen. Sie haben Ende der 60-er Jahre die Hessisch Oldendorfer mit dem närrischen Bazillus infiziert“, erzählte Heiner Amelung vor einigen Jahren bei einem Interview mit unserer Zeitung. Auch wenn in diesem Jahr der traditionelle Karnevalsumzug ausfällt, ziehen die Veranstaltungen des OCC die Närrinnen und Narrhalesen nach wie vor scharenweise von nah und fern an. Das ist vor allem ein Verdienst von Heiner Amelung, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Hannelore sowie Tochter Sonja es innerhalb kürzester Zeit schaffte, die Massen für den Karneval zu begeistern.

Angefangen hat Heiner Amelung bereits als die Holländer ihre Umzüge durch die Stadt veranstaltet haben. Er nahm mit dem sogenannten kleinen Koalitionswagen unter dem Motto „Flautenmotor deutscher Politik“ teil und wurde für die witzige Ausführung prämiert. Der Spaß, den die Holländer und somit auch Heiner Amelung am Karneval hatten, übertrug sich eins zu eins auf die teilnehmenden Hessisch Oldendorfer. Der Schritt zur Vereinsgründung war daher unvermeidlich. Er gehörte nicht nur zu den Gründungsmitgliedern des Vereins, sondern wurde beim Eröffnungsball im November 1972 außerdem in den ersten Elferrat gewählt. Mit messerscharfem Blick zog er in seinen Büttenreden genüsslich Kommunalpolitik und Gesellschaft durch den närrischen Kakao. Mit der Übernahme der Organisation der Karnevalsumzüge nahm der Verein erst richtig Fahrt auf. Bis zu 25 000 Menschen säumten die Straßen und jubelten bei Wind und Wetter den ausgelassenen Narren zu.

Nur Karnevalsprinz wurde Heinrich Amelung in den Gründerjahren des Vereins zunächst nicht. Da war seine Hannelore schneller. Sie führte als Karnevalsprinzessin 1984 durch die Session. Ihr Ehemann wurde erst zum zwanzigsten Vereinsbestehen Karnevalsprinz.

Insgesamt sei eine Amtszeit ein einzigartiges Erlebnis, erklärte Heiner Amelung – und auch sehr anstrengend. „Wir repräsentieren den Verein ja nicht nur im Weserbergland , sondern auch beim befreundeten Karnevalsverein in Aschersleben.“ Diese Vereinsfreundschaft ist ebenfalls auf Initiative Heiner Amelungs entstanden. Vor einigen Jahren hat er sich aus dem aktiven Vereinsleben zurückgezogen, wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt und stand dem Verein weiterhin mit Rat und Tat zur Seite. Sein Tod hinterlässt jetzt eine Lücke, die kaum zu schließen sein dürfte.

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