weather-image
27°
Vorsitzender tritt überraschend zurück

TSV Krankenhagen führt kontroverse Diskussion zur Finanzlage

KRANKENHAGEN. Gut, dass der TSV Krankenhagen mit Christel Struckmann eine ausgesprochen agile und langjährig erfahrene zweite Vorsitzende hat, denn nach dem überraschenden und kurzfristigen Rücktritt des Vorsitzenden Heinz-Georg Küster, der aus persönlichen Gründen gemeinsam mit Sohn Andreas alle Ämter niederlegte und an der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Kuhlmann nicht mehr teilnahm, war es an Struckmann, die anwesenden 58 Vereinsmitglieder durch die Versammlung zu führen.

veröffentlicht am 19.02.2018 um 12:35 Uhr
aktualisiert am 19.02.2018 um 18:10 Uhr

Christel Struckmann (v. li.) ehrte Siegfried Dittmann für 70-jährige Mitgliedschaft und Johannes Hänke dankte Frank Kuhlmann für 40 Jahre im TSV Krankenhagen. Foto: csu

Autor:

Christel Sundermann
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Relativ stabile Mitgliederzahlen, der große Zuwachs in der Kinderturnabteilung und das neue Projekt „Kinder, bewegt Euch“ waren einige Bestandteile ihres Jahresberichtes. Unter dem Punkt „Ehrungen“ konnte man Siegfried Dittmann für unglaubliche 70 Jahre Vereinszugehörigkeit danken. Nur zehn Jahre weniger, also 60 Jahre ist Heinz Rehmert TSVler, und seit 40 Jahren gehört Frank Kuhlmann zum Verein. Jeweils 25 Jahre sind Kornelia Anders, Sebastian Anders, Jan Reese, Anja Voigt und Ulrike Hake dabei.

Ausgezeichnet als Sportler des Jahres wurden Ausnahmesportler Marc Richards in der Sparte „Kampfsport“, Adrian Kubrik, der wie Beton unter jeder Pyramide der Cheerleader steht, Jan Redeker als Mann für alle Fälle bei den Fußballern und Karsten Struckmann, das Küken der Ersten Herren, doch bereits einer der besten Torhüter im Kreis, und schließlich Torjäger der Saison, Hergen Böttke.

Bei den Wahlen blieb der Posten des Vorsitzenden vorläufig vakant. Die Wahl von Christel Struckmann als zweite Vorsitzende war ebenso wenig eine Überraschung wie die Wiederwahl Johannes Hänkes als zweiter Stellvertreter und als weitere stellvertretende Vorsitzende Eira Seifert. Neuer Schriftführer ist Thorsten Groß, der das Amt von seiner Frau übernahm. Schatzmeister bleibt Nico Grewe. Steffen Redeker fungiert mit Dominik Melcher, der die Funktion von Katharina Peterson übernahm, als Kassenprüfer. Alle Spartenleiter wurden im Amt bestätigt. Christel Struckmann wünschte sich die Erweiterung des Vorstandes um einen Veranstaltungsbetreuer, doch das Amt blieb vorerst unbesetzt.

Sportler des Jahres (v. li.): Karsten Struckmann, Jan Redeker, Hergen Böttke, Marc Richards und Adrian Kubrik. Foto: csu
  • Sportler des Jahres (v. li.): Karsten Struckmann, Jan Redeker, Hergen Böttke, Marc Richards und Adrian Kubrik. Foto: csu

Als besondere Gäste waren Pastor Tobias Roggenkamp, Karl-Heinz Frühmark von der VTR und Ortsbürgermeister Gerald Sümenicht zur Versammlung gekommen. Pastor Roggenkamp grüßte im Namen der Kirchengemeinde, betonte die Unverzichtbarkeit des Ehrenamtes, hob die Vielfalt des TSV hervor und zog am Beispiel der Kooperation des Sportvereins mit dem örtlichen Kindergarten Parallelen zu den Zielen der Kirche.

Frühmark lobte den TSV als einen der bestaufgestellten Vereine in Rintelns Ortsteilen und sagte die weitere Unterstützung und Intensivierung der Zusammenarbeit mit der VTR zu.

Sümenicht überbrachte herzliche Grüße vom Ortsrat, dankte für die gelungene Vereinsarbeit und besonders Platzwart Karl-Heinz Struckmann, der mit stetem Einsatz für viel mehr als nur ein perfektes Spielfeld sorgt. Nicht zuletzt darum soll demnächst die Entscheidungsbefugnis in Sachen Bespielbarkeit des Platzes vom Ortsrat, der diese seit 1974 innehat, an Struckmann übergehen.

Obwohl sich das Thema Bau eines Bürger- und Feuerwehrhauses als äußerst zähe und langwierige Angelegenheit erweist, äußerte sich Sümenicht zuversichtlich und zählt hier auf die Unterstützung der Bürger und Ortsvereine. Als sehr positiv bewertete der Ortsbürgermeister die Kooperation mit der VTR, wünschte sich jedoch gleichzeitig die Wahrung der Eigenständigkeit, lobte die Erfolge der ersten Mannschaft und hatte eine Flasche italienischen Friedensstifter im Gepäck, der im Verlauf der Sitzung durchaus vonnöten gewesen wäre, weil sich der Tagesordnungspunkt „Beiträge“ als äußerst brisantes Thema erwies.

Notwendig ist die längst fällige Beitragsanpassung, weil der zurzeit gute Kassenbestand lediglich einem strikten Sparkurs und einer sehr großen Einzelspende im vergangenen Vereinsjahr geschuldet ist, wie der zweite stellvertretende Vorsitzende, Johannes Hänke, beim Kassenbericht bestätigte, den er für den abwesenden Schatzmeister Nico Grewe hielt. Auch Hänke betonte die Notwendigkeit von Überlegungen zur aktuellen Finanzlage, denn das breite und attraktive Angebot des TSV mit seinen diversen Sparten kann nur mit einer soliden Finanzdecke erhalten werden. Hier war die sehr kontroverse Diskussion nicht zielführend, sodass die Bildung eines Gremiums mit Teilnehmern aus allen Sparten beschlossen wurde, in dem für alle Mitglieder realisierbare Beitragsmodelle erarbeitet werden, über die bei einer nächsten Sitzung abgestimmt wird. Auch nach Abschluss der Jahreshauptversammlung durch Christel Struckmann wurde dieses Thema an der Theke weiter erörtert.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare