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Ausverkauftes Konzert mit Mestrini und Schaumburger Trachtenkapelle

Und als Nächster kommt der Weltmeister der Blasmusik

Bad Eilsen (sig). Kein Zweifel: Die Schaumburger Trachtenkapelle hebt den Stellenwert der heimischen Blasmusik kräftig an. Dafür gibt es mehrere Beweise: Das Konzert mit dem holländischen Starhornisten und Komponisten Freek Mestrini im Kursaal war mit rund 500 Zuhörern ausverkauft, bevor dieser Auftritt überhaupt richtig bekannt wurde. Die Besucher kamen aus ganz Norddeutschland und sogar aus Holland. Und jetzt gelingt es der Kapelle sogar, den Weltmeister der Blasmusik, Vlado Kumpan mit seinen Solisten, erneut nach Schaumburg zu holen.

veröffentlicht am 30.03.2006 um 00:00 Uhr

Ausverkaufter Kurssaal: Unter dem Dirigat von Freek Mestrini zie

Mit dieser Ankündigung sorgte Moderator Dirk Hasse sofort für einen neuen Ansturm an Kartenwünschen. Nach Konzertschluss waren bereits 400 Plätze in der Obernkirchener Lieth-Halle vergeben. Durch eine durchdachte Anordnung der Sitze soll dort am 10. Juni bei den "Sternstunden der Blasmusik" sogar eine doppelte Anzahl von Zuhörern Platz finden. Freek Mestrini schaffte es, nach seinem siebten Workshop mit der Schaumburger Trachtenkapelle, den Appetit auf mehr Blasmusik deutlich zu steigern. Von der Leistung der heimischen Musikanten war selbst er höchst angetan, obwohl er mit Lob sparsam umgeht. Ein Mann, der in diesem Jahr wieder 34 Workshops in Deutschland und in der Schweiz leitet, weiß genau, wovon er spricht. Mestrini: "Es macht einfach Spaß, mit dieser Kapelle zu arbeiten; sie hat an Substanz gewonnen und ist im Laufe der Jahre deutlich vielseitiger geworden. Aber diese Entwicklung ist auch ein Verdienst ihres Leiters Lars Bögel, der für das heutige Konzert bereits im November mit den Vorarbeiten begonnen hat." Aber auch der holländische Flügelhornist, der einst unter Ernst Mosch bei den "Egerländer Musikanten" mitwirkte, ist in seinem Engagement für die Blasmusik kaum zu überbieten. Die zweite Zu gabe des Bad Eilser Konzertes, eine Polka mit dem Titel "Böhmischer Diamant", komponierte er noch während dieses Workshops und übte sie sofort mit der Trachtenkapelle ein. Und auch das versetzt Musikfreunde ins Staunen: Freek Mestrini erhielt von Dirk Hasse einen Life-Mitschnitt vom "Festival der Blasmusik", das im Vorjahr in Heeßen auf dem Hofe der Familie stattfand. Für einige der aufgeführten Stücke schrieb er anhand des Tonbands die Noten - für jede einzelne Stimme. Und bei Vlado Kumpan weiß man, dass er ein Meister der Improvisation ist. Dazu gibt es nirgendwo ein Notenblatt. Freek Mestrini bewies wiederum, dass er auch ein meisterhaften Dirigent ist. Das Notenpult kann er getrost zur Seite schieben. Er kennt jede Note, jedes Tempo, jeden Lautstärkewechsel. Die kleinste Bewegung eines Fingers, der fordernde, aufmunternde und motivierende Blick, sämtliche Gesten und Bewegungen dienen nur dem Zweck, die optimale Leistung aus dem Ensemble herauszuholen, das vor ihm sitzt. Mestrini entgeht nichts. Er lebt Blasmusik. Das wissen die fünfzehn Mitglieder der Schaumburger Trachtenkapelle. Mit ihm drei Tage lang zu üben, ist harte Arbeit. Aber das Ergebnis lohnt alle Mühen und erfreut ein Publikum, das seine Erwartungen bei diesem Auftritt ohnehin immer hoch schraubt. Neben böhmischen und mährischen Polkas, unter anderem von Ernst Mosch und dem tschechischen Komponisten Franz Watz, beeindruckten die "Bohemian Rhapsody" des Engländers Freddy Mercury und die freie Bearbeitung des Brecht-Songs "Mackie Messer", die Vlado Kumpan zu danken ist. Als Solisten zeigten ihr Können beim Solo für drei Posaunen Lars Bögel, Axel Heise und Frank Nahrwold sowie bei der Löffel-Polka der Schlagzeuger Markus Meier. Im zweiten Teil gab es eine ungewöhnliche musikalische Begegnung mit der Barkarole aus "Hoffmanns Erzählungen". Unter dem Titel "Swinging Offenbach" erklang eine eindrucksvolle Bearbeitung von Joe Grain. Den Schluss machte die "Borsicka-Polka" in der Bearbeitung von Freek Mestrini.

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