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Weihnachtskonzert der Vereinigten Chöre Rinteln

Unvergleichlicher Klang in ungewohnter Umgebung

RINTELN. Abwechslungsreich und anspruchsvoll, so präsentierte sich das Weihnachtskonzert der Vereinigten Chöre Rinteln. Ein wahrer Genuss, findet unsere Autorin - auch wegen Gastsängerin Anette Pflug-Herdrich.

veröffentlicht am 21.12.2017 um 12:44 Uhr

Am Ende zufriedene Gesichter bei allen am Weihnachtskonzert Beteiligten: vorne im Bild Sängerin Anette Pflug-Herdrich und Chorleiter Viktor Pidpalyy. Foto: CM
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Autor

Claudia Masthoff Reporterin
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RINTELN. „Bisher sind wir in der Adventszeit immer auf dem Marktplatz aufgetreten“, erzählte Franz Stöckl, Vorsitzender der Vereinigten Chöre Rinteln. „Aber da geht die Musik doch oft im Trubel etwas unter.“ Deshalb habe man sich dieses Jahr entschieden, das Weihnachtskonzert in die Jakobi-Kirche zu verlegen. Eine gute Entscheidung, das wird noch am gleichen Abend deutlich. Es wäre doch zu schade gewesen, wenn dieses abwechslungsreiche und anspruchsvolle Programm nicht die komplette Aufmerksamkeit des Publikums bekommen hätte.

Chorleiter Viktor Pidpalyy hatte die Zügel straff in der Hand und mutete seinen Mannen einiges zu. Vom ersten Lied an, „Es ist für uns eine Zeit angekommen“, gab er mit seinem Akkordeon ein munteres Tempo vor. Keine Atempause zwischen den Stücken, mit ihren ganz unterschiedlichen Charakteren. Von choreigenen Klassikern wie „Dona nobis pacem“ – im dreistimmigen Kanon vorgetragen – oder dem „Vater unser“ von Hanne Haller, das man auch schon in anderen Zusammenhängen von den Vereinigten Chören gehört hatte, bis zu ganz und gar Weihnachtlichem, reichte die Palette.

Bei den „Friedensglocken, Weihnachtszeit“ von Robert Pappert erklommen die Tenöre echte Höhen und die Bässe mussten in die Tiefe steigen. Die Petersburger Schlittenfahrt stellte eine Herausforderung ganz anderer Art dar: Es zeigte sich, dass es bei einem derart temporeichen Stück auch auf das schnelle Umblättern der Textblätter ankommt, was, wenn man gleichzeitig singt, manchmal gar nicht so einfach ist. Am Ende musste man zugeben: Pidpalyy weiß, was seine Sänger leisten können und kitzelt genau das auch aus ihnen heraus. Ein toller Auftritt!

Anspruchsvolles Programm und konzentrierte Gesichter: die Vereinigten Chöre in der Jakobi-Kirche. Foto: CM
  • Anspruchsvolles Programm und konzentrierte Gesichter: die Vereinigten Chöre in der Jakobi-Kirche. Foto: CM
Sängerin Anette Pflug-Herdrich trat mehrmals beim Weihnachtskonzert auf. Foto: CM
  • Sängerin Anette Pflug-Herdrich trat mehrmals beim Weihnachtskonzert auf. Foto: CM

Und dann bot dieser Abend auch noch ein ganz besonderes Highlight: die bekannte Sopranistin Anette Pflug-Herdrich trat als Gastsängerin auf. Ihre Stimme füllte die Kirche mit unvergleichlichem Klang. Ein wahrer Genuss. Da deutet sich eine neue und sicher sehr fruchtbare Ebene der Zusammenarbeit an, denn Pflug-Herdrich hat ja auch kürzlich die Leitung der „Weserspatzen“, dem Chor für Rintelns Sängernachwuchs, übernommen.

„Ich war ganz beeindruckt, zu erleben, wie Frau Pflug-Herdrich mit Kindern umgehen kann“, schwärmte Stöckl im Gespräch mit unserer Zeitung. „Als wir im Mehrgenerationenhäuschen das Projekt ‚Weserspatzen‘ vorstellten, sprang gerade noch alles durcheinander, um nur Sekunden später ganz brav in einer Reihe zu sitzen und aufmerksam zuzuhören!“

Zum Schluss stand in der Jakobi-Kirche dann das gemeinsame Singen auf dem Programm und das brachte doch tatsächlich noch eine wichtige Erkenntnis: Es ist wunderbar, kunstvoll dargebotener Musik zu lauschen und man möchte solche Erlebnisse auf keinen Fall missen. Doch wenn es darum geht, sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen und mit jedem Ton ein bisschen fröhlicher zu werden, dann muss man eben doch selber singen! Wenn nicht Weihnachten, wann dann?!


ÜBRIGENS: Der Erlös der Eintrittskarten ging an die Stiftung für Rinteln.

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