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Viele helfen beim Schwimmfests

Unverzichtbare Stützen

BÜCKEBURG. Mit über 440 Sportlern und 2200 Starts gibt es beim Bergbad-Pokal-Schwimmfest viel zu tun. Ohne zahlreiche Helferinnen und Helfer wäre die Organisation nicht zu schaffen.

veröffentlicht am 18.06.2017 um 15:29 Uhr
aktualisiert am 18.06.2017 um 16:50 Uhr

Lang gediente Veteranen: Sie sorgen teilweise seit Jahrzehnten für einen reibungslosen Ablauf des Schwimmfests. Foto: JP
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Wenn Ralph Seele und Ton van Soest zusammentreffen, dann stehen sich fast 60 Jahre Schwimmfest gegenüber. Zwar sind die beiden – der eine langjähriger Leiter der Abteilung Schwimmen des VfL Bückeburg, der andere Schiedsrichter und Protokollführer aus den Reihen von ZV Haerlem in den Niederlanden – nicht Veteranen der allerersten Stunde beim Bergbad-Pokal-Schwimmfest, aber doch schon so lange dabei, dass man sich das stets Mitte Juni stattfindende Schwimmfest ohne sie gar nicht mehr vorstellen kann. Und sie sind nicht die Einzigen: Eine ganze Riege altgedienter Veteranen, teilweise seit Jahrzehnten im Einsatz, sorgt alljährlicher dafür, dass die Organisation des schwimmsportliche Großereignisses wie geschmiert läuft. „Sie sind aufgrund ihrer Erfahrung und ihres Engagements genauso unverzichtbar wie die Eltern unserer Aktiven, die jedes Jahr mit anpacken“, wird Roland Rosenthal, seit sechs Jahren Chef der Bückeburger Schwimmer, nicht müde zu betonen.

Den Niederländer Ton van Soest bezeichnete unsere Zeitung bereits in einem Artikel aus dem Jahr 2002 als „Urgestein“ des Bergbad-Pokals und des damals noch existierenden Dr.-Faust-Schwimmfests im Bückeburger Hallenbad. Seit fast 50 Jahren ist der 64-Jährige als Kampfrichter auf Schwimmwettkämpfen in ganz Europa unterwegs. Zum Bergbad-Pokal stieß er 1989, nachdem er kurz zuvor den damaligen Leiter der SGS Bückeburg und heutigen VfL-Ehrenvorsitzenden Erich Koch bei einem Schwimmwettkampf in Frankenberg kennengelernt hatte. Seitdem ist er aus der Riege der altgedienten Helfer beim Bergbad-Pokal nicht mehr wegzudenken. Selbst eine mehrmonatige Weltreise legte der Niederländer einmal so, dass sie weder mit dem Termin im Bergbad noch dem damals noch stattfindenden Dr.-Faust-Schwimmfest kollidierte.

Ralph Seele wird – obwohl ihm das alles andere als recht ist – wohl für alle Zeit als „Mr. Bergbad-Pokal“ angesehen werden. Von 1980 bis 1987 aktiver Schwimmer in den Reihen des VfL, danach Jugendwart, ab 1991 Schwimmwart und ab 1999 als Nachfolger von Erich Koch Leiter der Schwimmabteilung hält er seit 18 Jahren die Organisation des Bergbad-Pokal-Schwimmfest in Händen. 2011 gab er die Leitung der Abteilung an Roland Rosenthal ab.

„Ich bin doch nur einer von vielen Helfern“, wird er heute nicht müde zu betonen. Zu diesen Helfern gehört bis heute übrigens auch der VfL-Ehrenvorsitzende Erich Koch, der ebenso wie seine Tochter Simone Schwenke regelmäßig in der Sprecherkabine Platz nimmt; oder Martina Zitzke, die ehemalige Leiterin der Schwimmsparte der 2006 aufgelösten Vereinigten Turnerschaft Bückeburg, und ihre Amtsvorgängerin Elke Grusenick; oder Tochter Ramona Zitzke, die eigens zum Helfen beim Bergbad-Pokal für zwei Tage aus Großbritannien anreist; oder Veith Hoppe, Schwimmer, Betreuer und Trainer seit Ewigkeiten und aus der VfL-Schwimmabteilung nicht mehr wegzudenken. Er fehlt bei keinem Auf- und Abbau beim Bergbad-Pokal; oder der langjährige ehemalige Schwimmwart und Schatzmeister Peter Vergin ...

Die Liste ließe sich noch sehr lange fortsetzen. „Sie alle wären todtraurig, wenn wir ihnen nicht Bescheid geben und um Hilfe bitten würden“, ist sich Roland Rosenthal sicher.

Seit 38 Jahren gibt es das Bergbad-Pokal-Schwimmfest jetzt schon. Nur einmal musste es dabei eine Zwangspause einlegen, im Sommer 1995 nämlich, als das Bergbad umgebaut und mit Edelstahlbecken ausgestattet wurde. Für die meisten Teilnehmer trägt es bis heute den Nimbus des Saisonhöhepunkts vor den großen Ferien, vor allem aufgrund seiner landschaftlich einmalig schönen Lage und der Möglichkeit, die Nacht zwischen den beiden Wettkampftagen zeltend auf der malerisch am Hang des Harrls gelegenen Liegewiese zuzubringen. Wo es übrigens nachts spürbar gesitteter und ruhiger zugeht als zu Zeiten früherer Schwimmergenerationen. Noch vor 20 bis 25 Jahren konnte man am Morgen des zweiten Wettkampftages bisweilen auf dem Boden des Schwimmerbeckens oder der Sprunganlage Gegenstände vorfinden, die da wirklich ganz und gar nicht hingehörten – bis hin zu Blumentöpfen und kompletten Sitzbänken.

Deutlich schwieriger als in früheren Jahren und Jahrzehnten ist hingegen die terminliche Koordination des Bergbad-Pokals geworden. „Der Zeitrahmen durch Ferien und andere, vor allem überregionale, Wettkämpfe wird immer enger und komplizierter“, weiß Ralph Seele aus langjähriger leidvoller Erfahrung. Festgelegt werden muss der Termin des Bergbad-Pokals in der Regel im Herbst, die großer Meisterschaften folgen jedoch meist erst im Frühjahr. So ist es zu erklären, dass das Bückeburger Schwimmfest in diesem Jahr unter anderem mit den Deutschen Masters Meisterschaften, den Freiwasser Meisterschaften und den Deutschen Meisterschaften mit WM-Qualifikation kollidiert. Ralph Seele: „Wir sind daher sehr froh, dass wir trotzdem noch 441 Teilnehmer mit über 2200 Starts zusammenbekommen haben.“

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