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Fünftklässer ausgerastet / Mädchen an Milz verletzt

UPDATE: Mädchen (13) schwer verletzt: Hubschrauber landet am Kollegienplatz

RINTELN. Großeinsatz um 13 Uhr an der IGS beim Kollegienplatz: Rettungswagen, Polizei, Notarzt und schließlich auch ein Helikopter waren im Einsatz. Nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen zwei Schülern wurde ein unbeteiligtes 13-jähriges Mädchen mit Verdacht auf einen Milzriss ins Krankenhaus nach Minden geflogen.

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Noch sind die Umstände, die zu dieser Verletzung führten nicht endgültig geklärt. Das Mädchen soll nach ersten Erkenntnissen von Polizei und Schulleitung als Unbeteiligte von einer zugeschlagenen Türe getroffen worden sein. Laut Polizeibericht traf sie die Türklinke am Bauch im Bereich der Milz.
Die Polizei nahm gestern direkt nach dem Vorfall die Ermittlungen auf, konnte mit dem Opfer aber noch nicht sprechen. Offenbar gerieten zwei Schüler der IGS im Alter von 10 und 13 Jahren in eine gewaltsame Auseinandersetzung. Schulleiter Torsten Rudolf wusste bis Redaktionsschluss nur von einem direkt Beteiligten, dem Zehnjährigen. „Nach meinem Kenntnisstand hat der Zehnjährige plötzlich wild um sich geschlagen. Ich weiß nicht, ob es dabei einen direkten ,Gegner‘ gab, so Rudolf, der kein Augenzeuge des Vorfalls war.
Besagter Zehnjähriger war gleich nach dem Vorfall vom Rektor zur Rede gestellt worden, wollte aber nichts sagen. Er wird bis zur Klärung des Sachverhalts von der Schulleitung suspendiert und wurde seinen Eltern übergeben. „Bei so einem Gewaltausbruch reagieren wir als Schule sofort“, betont Rudolf. Alle Schüler hätten ein Recht auf eine ruhige, gewaltfreie Lernatmosphäre.
Während Polizei und Schulleitung noch nach den Hintergründen ermitteln, wurde kurz nach Bekanntwerden des Vorfalls in den sozialen Netzwerken schon heftig spekuliert.
Die einen sprachen von „Asylanten“ als Täter, andere von einer ganzen Gruppe Fünftklässler, die das Mädchen verprügelt hätten. Laut der Kripochefin Daniela Kempa ist beides nicht der Fall. „Der Junge ist kein Flüchtling, er hat auch keinen Migrationshintergrund“, sagt sie. Das Opfer habe die deutsche Staatsbürgerschaft mit Migrationshintergrund und sei bei dem ganzen Vorfall eigentlich unbeteiligt gewesen.
Nun versuchen Polizei und Schulleitung, alle Puzzlesteine zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen. Laut Schulleiter Rudolf ist der Zehnjährige, bei dem ein sozial-emotionaler Förderbedarf besteht, am selben Tag schon einmal aufgefallen. Möglicherweise stehen beide Fälle in Verbindung. Am Vormittag sei er mit einem Flüchtlingskind aneinandergeraten. Ob auch diese Auseinandersetzung gewaltsam, oder nur verbal war, konnte Rudolf gestern noch nicht sagen.
Die sofort von der Schulleitung verständigten Sanitäter alarmierten den Notarzt, der einen Verdacht auf Milzriss diagnostizierte. Um das Mädchen schnellstmöglich ins Krankenhaus zu bringen, wurde der Helikopter eingesetzt.Dutzende Schaulustige beobachteten den ungewöhnlichen Einsatz am Kollegienplatz, andere drückten auf der Facebookseite unserer Zeitung ihr Mitleid aus und wünschten dem Mädchen gute Besserung. Wieder andere nutzten die Plattform, um sich über die Zustände an der Schule zu empören.
Einige Eltern brachten den Fall mit einem Vorfall vom 13. Februar in Verbindung. Damals wurden zwei Fünftklässler von der IGS suspendiert, da sie ein Mädchen attackiert hatten.
Der Fall landete ebenfalls bei der Polizei, welche ihn mittlerweile an die Staatsanwaltschaft übermittelt hat. Es handelt sich allerdings laut Polizei um zwei komplett unterschiedliche Fälle, die Beteiligten sind zwar in der selben Stufe, aber in unterschiedlichen Klassen, betont auch der IGS-Schulleiter.
Eine andere Version der Geschehnisse erzählt Medin Berisa, der Cousin des 13-jährigen Mädchens, nachdem er seine Cousine im Krankenhaus besucht hat. Sie sei nicht quasi zufällig von der Türe getroffen worden, sondern von dem Zehnjährigen direkt attackiert worden, nachdem sie in dem Streit zwischen den beiden Jungen schlichten wollte. „Er hat sie in die Milz getreten, sie ist dann mit dem Kopf gegen die Türklinke gefallen und bewusstlos geworden“, sagt Berisa. Im Krankenhaus habe sich aber herausgestellt, dass sie nicht operiert werden müsse, mittlerweile liege sie auch auf der normalen Station, klage aber noch über Schmerzen.
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