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Feuer in Stadthagen

Verdacht auf schwere Brandstiftung

STADTHAGEN. Ein Feuer in der Gerbergasse hat die Polizei und Feuerwehr am frühen Sonnabend in Atem gehalten. Ungewöhnlich schnell gelang der Polizei – bereits kurz nach dem Brand – einen Tatververdächtigen festzunehmen.

veröffentlicht am 14.01.2018 um 18:10 Uhr

Die Spuren der Löscharbeit sind am Morgen nach dem Feuer noch gut erkennbar. Foto: rg

Autor:

Verena insinger und Virginé Rolke
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Ein 36-jähriger Stadthäger sitzt in U-Haft.

Das Feuer war um kurz vor 4 Uhr ausgebrochen, und zwar an einem Gebäude in der Gerbergasse. Da der Bereich der Altstadt eng bebaut ist und auch Teile des Stadthotels betroffen waren, rückten die örtlichen Feuerwehren mit einem Großaufgebot aus. 140 Einsatzkräfte löschten das Feuer vom Boden aus sowie aus der Luft. Nach Angaben von Polizeisprecher Axel Bergmann mussten auch fünf Hotelgäste in Sicherheit gebracht werden. Brandherd war offenbar eine Tonne, die an einem Anbau zwischen dem Hotel und der Tanzschule Uschi Braun stand.

Den schnellen Erfolg haben die Polizeibeamten einem aufmerksamen Augenzeugen zu verdanken. Der Mann war es auch, der die Feuerwehr alarmiert hatte. Der Passant hatte den Brand in einer Mülltonne bemerkt und beobachtet, wie ein Mann von dem Feuer wegging. Er informierte die Einsatzkräfte und verfolgte den Unbekannten. Währenddessen telefonierte er mit der Wache und lotste die Beamten schlussendlich zu dem Tatverdächtigen. Die Festnahme erfolgte an der Habichhorster Straße.

In den frühen Morgenstunden ist ein Großaufgebot an Feuerwehr in der Altstadt im Einsatz, um das Feuer zu löschen und eine Ausbreitung auf die anderen Gebäude zu verhindern.Foto: rg
  • In den frühen Morgenstunden ist ein Großaufgebot an Feuerwehr in der Altstadt im Einsatz, um das Feuer zu löschen und eine Ausbreitung auf die anderen Gebäude zu verhindern.Foto: rg

Menschleben
gefährdet

Der 36-Jährige wurde auf Antrag der Bückeburger Staatsanwaltschaft im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt. Dieser sah den dringenden Tatverdacht bestätigt und erließ die Unterbringung in Untersuchungshaft. Der 36-Jährige nahm sich einen Anwalt. Ob er sich zu den Tatvorwürfen in der Vernehmung geäußert hat, wollen Polizei und Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen bislang nicht sagen. Eines steht allerdings fest: Der Mann steht in dringendem Tatverdacht der Brandstiftung, möglicherweise auch in besonders schwerem Fall, da Menschenleben in Gefahr waren. Zum entstandenen Schaden können die Ermittler derzeit noch keine Angaben machen.

Für die Feuerwehr war der Brand eine heikle Angelegenheit: Aufgrund der zentralen Lage in der Stadthäger Innenstadt mit enger, zum Teil historischer Bebauung, war ein Großaufgebot der Feuerwehr Stadthagen und der umliegenden Ortsfeuerwehren inklusive der Hubrettungsbühne im Einsatz. Mit Kettensägen schnitten die Einsatzkräfte laut Kreisfeuerwehrsprecher Sven Geist das Dach des Gebäudes auf, um an die Brandherde darunter zu gelangen. Die Fläche fluteten die Feuerwehrkräfte mit Schaum. Das Feuer entwickelte sehr starken Qualm, der in die Hotelräume hinein zog. Feuerwehrleute unter Atemschutz evakuierten das benachbarte Hotel. Fünf C-Rohre, ein Wende- und ein Schaumrohr mussten eingesetzt werden. Ebenfalls vor Ort war der Atemschutzwagen der Kreisfeuerwehr.

Das schnelle Eingreifen der Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen auf umliegende Gebäude. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Höhe des Sachschadens kann noch nicht geschätzt werden.

Im Laufe des Vormittags entwickelte sich im Bereich der Kernstadt ein kleines Verkehrschaos, da der gesamte Hundemarkt, die Zufahrten zur Tiefgarage wie auch die Niedernstraße nicht genutzt werden konnten. Der Autoverkehr drängte sich jedoch trotzdem in diesen Bereich hinein. Eine zusätzliche Schwierigkeit ergab sich aus den Behinderungen für die Wochenmarktbeschicker und -besucher.

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