weather-image
24°
Schaumburgs Bischof Karl-Hinrich Manzke wird Dienstag 60 Jahre alt

Vermittler einer lebendigen Theologie

LANDKREIS. Er gilt als Verfechter der Eigenständigkeit seiner Landeskirche, der sich gleichzeitig für das gute Miteinander der niedersächsischen Kirchen starkmacht: Seit fast zehn Jahren ist Karl-Hinrich Manzke Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe. Morgen wird er 60 Jahre alt.

veröffentlicht am 12.02.2018 um 17:30 Uhr
aktualisiert am 12.02.2018 um 18:50 Uhr

270_0900_81301_Manzke.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Territoriale Größe war für Manzke nie ein ausschlaggebendes Argument. „Handlungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit entscheiden darüber, ob eine Kirche zukunftsfähig ist“, sagte er 2009 anlässlich seines Amtsantritts als Bischof einer der kleinsten Landeskirchen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dennoch ist der Bischof von der Eigenständigkeit seiner Kirche überzeugt.

Denn gerade in der Zeit seiner Bischofswahl wurde zwischen den fünf evangelischen Kirchen in Niedersachsen heiß über einen Zusammenschluss debattiert. Die schaumburg-lippische Synode lehnte die Pläne damals ab. So stand auch für Manzke fest, dass er diesen Beschluss respektieren und auch verteidigen wollte. Allerdings galt für ihn dabei der Grundsatz, die Eigenständigkeit mit Augenmaß und nicht mit der Brechstange zu verteidigen. In Anlehnung an die Comic-Abenteuer von Asterix und Obelix formulierte er den Satz: „Schaumburg-Lippe darf nicht zu einem gallischen Dorf werden.“

Der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Ralf Meister, lobt denn auch in seiner Geburtstagsbotschaft Manzkes Verdienste um die Zusammenarbeit der niedersächsischen Kirchen. Er habe sich intensiv für ein gutes Miteinander eingesetzt und das Ziel einer engeren Gemeinschaft nicht aus den Augen verloren, betonte der hannoversche Landesbischof. „Sein hoher theologischer Sachverstand, seine Lust an intellektueller Auseinandersetzung und seine offenherzige Kommunikation sind ein Segen für die Gemeinschaft der niedersächsischen Kirchen.“

Manzke wuchs in Celle auf und studierte Theologie und Philosophie in Tübingen, London und München. Nach seinem Examen promovierte er in München über „eine theologische Deutung der Zeit“. Bevor er nach Bückeburg kam, war er elf Jahre Superintendent in Aurich, sieben Jahre Pastor in Soltau und drei Jahre Studiendirektor im Predigerseminar Imbshausen der hannoverschen Landeskirche bei Northeim. Der Bischof ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sein Vater war bis 1992 Regionalbischof des Sprengels Stade.

Manzkes kirchliche Arbeit wirkt auch über seine Landeskirche hinaus. So ist er seit 2011 zusätzlich EKD-Beauftragter für die Evangelische Seelsorge in der Bundespolizei. Im April 2014 wurde der Bischof zudem zum Nachfolger von Friedrich Weber im Amt des Catholica-Beauftragten der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchen Deutschlands.

Theologen müssen nach Manzkes Verständnis das Evangelium lebendig und verständlich vermitteln. Kirche gehöre zum Alltag der Menschen und nicht ins Museum. Er selbst gilt zwar als ein Fan traditionell geprägter Gottesdienste. Doch müsse die Kirche beweglich bleiben, ohne dabei ihre Inhalte aufzugeben. Martin Luther habe recht, wenn er sage: „Nur der Teufel will, dass die Kirche bleibt, wie sie ist.“

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare