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La Flèche-Park: Neues Konzept

Viele bunte Stauden statt Büschen und Sträuchern

OBERNKIRCHEN. 17 000 Euro stehen im Haushalt bereit, um einen langen und geschwungenen Beetstreifen im La-Flèche-Park anzulegen.

veröffentlicht am 14.09.2017 um 15:02 Uhr

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Autor:

Frank Westerrmann
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Die aufwendige Sanierung der Stiftsmauer biete jetzt eine Chance, erklärte Christiane Matthaei, im Rathaus zuständig für die Natur und Landschaftspflege. Denn für die Sanierung mussten zuvor Büsche, Sträucher und auch Bäume entfernt werden, verschont wurden nur ein paar Magnolien, eine Zeder und die Schwarzkiefer.

Der Park, muss man wissen, gehört zum Stift, ist aber an die Stadt Obernkirchen verpachtet worden, die laut Vertrag nun dafür verantwortlich ist, dass er und sein Erscheinungsbild zur Erholung der Bürger beiträgt.

Das Beet, das in den nächsten Wochen dort angelegt wird, wo vorher Büsche und Sträucher standen, besteht aus Stauden, die allerhöchstens kniehoch wachsen werde, weil sie die Schönheit der Sandsteinmauer unterstreichen und nicht verdecken sollen.

Für diesen geschwungenen Beetstreifen, der zwischen drei und viereinhalb Meter breit sein wird, hat sich die Stadt Profis ins Boot geholt: Den Bund der deutschen Staudengärtner, der komplette Programme anbietet, je nach Boden und Lage sind die Stauden hier aufeinander abgestimmt. Zwar kommt der überwiegende Teil der Stauden und Gehölze mit normalen Gartenböden zurecht, aber es gibt eben auch Spezialisten, die sich beispielsweise nur auf sauren oder kalkhaltigen Böden wohlfühlen.

Angepflanzt wird, was der Hobbygärtner auch in seinem eigenen Garten vorfindet: Blauastern, Winterlinge, Krokusse, Wolfsmilch, Gräser, die wunderbare Bergenie, die noch bis ein paar Monate den Titel der Staudenpflanze des Jahres trägt, Storchenschnabel, verschiedene Tulpen; Pflanzen, die auch die bei den Hobbygärtner so begehrte Blühfolge sicherstellen, es wird also (fast) das ganze Jahr blühen. Und, ja, bienenfreundlich werden wird das Beet auch, beantworte Christiane Matthaei später eine entsprechende Nachfrage von Thomas Stübke von den Grünen.

Anlegen und bepflanzen wird den Streifen also ein Mitglied des Bundes der Staudengärtner, angepflanzt werden rund 21 verschiedene Stauden und 14 Blumenzwiebelarten. Und wenn sich diese Zahl im Laufe der Jahre von 21 auf 15 reduziert, dann macht das auch nichts, erklärte Christiane Matthaei. Man müsse das Beet und seine Pflanzen als einen dynamischen Prozess begreifen: Eine Pflanze entwickelt sich stärker, die andere zieht sich zurück, so wie in der Natur eben auch. Man muss kein Prophet sein: Wolfsmilch und Storchenschnabel werden eher nicht zu den Pflanzen gehören, die sich dezent im Hintergrund halten oder gar zurückziehen.

Es ist ein Beet, das ein bisschen Geduld erfordert, sagte Christiane Matthaei, zwei, wenn nicht sogar drei Jahre müsse man schon abwarten, ehe alles in voller und schönster Blüte stehen wird.

Zwei Jahre lang wird sich der Stauden-Profi noch um das Beet kümmern, vier Mal im Jahr wird er pflegend eingreifen, anschließend übernimmt der Bauhof die Pflege, vorgesehen sind später aber nur noch zwei Pflegegänge im Jahr. Denn Mischpflanzungen benötigen zur Steuerung der dynamischen Entwicklung zumindest anfangs noch geschulte Pflegekräfte.

Bekanntlich sind Staudenbeete besonders pflegeleicht, haben sie sich erst einmal entwickelt, dann machen sie kaum noch Arbeit: Sie werden im Frühling einmal radikal heruntergeschnitten, und das war es dann auch schon.

Die Stadt Obernkirchen hat bereits einen Vergleichsfall: An der Rintelner Straße wurde für die angrenzenden Beete ebenfalls ein neues Konzept entwickelt, hier wachsen jetzt unverwüstliche Fetthenne, Gräser und Prachtkerzen wie die Summer Breeze. Es blüht länger, es blüht dichter, es muss weniger gepflegt werden, was den Bauhof entlastet. Generell gilt: Wer die richtige Auswahl trifft, darf sich über geringe Pflegekosten durch eine optimierte Standort- und Artenabstimmung freuen.

Wenn die Baustelle der Stadtwerke Schaumburg-Lippe an der Rintelner Straße durch sei, erklärte Christiane Matthaei, werde im Park mit der Umsetzung begonnen. Zunächst wird ausgekoffert, die alte Erde wird in einer Tiefe von 15 bis 20 Zentimeter abgetragen; das sei eine notwendige Maßnahme, so die städtische Expertin, damit das Kraut nicht wieder hochkomme. Der Abtrag wird mit einen Mini-Bagger im Park auf drei Erdhaufen geschichtet und im nächsten Arbeitsgang von einem Bagger in der Stiftstraße über die Mauer auf Lastwagen geladen. Große Befürchtungen, dass dabei die sanierte Mauer beschädigt werden könnte, müsse man nicht hegen, so Christiane Matthaei, die Firma schicke einen Baggerführer mit großer Erfahrung, außerdem werde die Mauer dabei durch eine Folie geschützt. Dann wird das Großbeet mit einem speziellen Staudensubstrat aufgefüllt, bevor die Pflanzen gesetzt werden und sich ein paar Monate lang in den Winterschlafen legen können.

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