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Vergnüglicher Abend mit „Rockpfarrer“ und Liedermacher Clemens Bittlinger / Musikalisches Plädoyer für Weltoffenheit

„Vier Mal in die Kirche – zwei Mal davon getragen“

Seggebruch (tbh). „Bitte frei machen“ – lautet der Titel des neuen Albums von Clemens Bittlinger, welches der auch als „Rockpfarrer“ bekannte Musiker bei seinem Konzert am Mittwochabend in der Kirche Seggebruch vorgestellt hat. „Frei gemacht“ hatten sich auch zahlreiche Besucher von ihren alltäglichen Verpflichtungen und Terminen, um sich den Gratis-Konzertabend inklusive Comedyprogramm und Lesung nicht entgehen zu lassen.

veröffentlicht am 25.08.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 05:22 Uhr

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Die Kerzen auf dem Altar brannten, dezente Scheinwerfer sorgten für stimmungsvolle Lichteffekte und mittendrin stand der Pfarrer und Liedmacher Bittlinger mit seiner Gitarre und sang von Freiheit, glücklichen Momenten aber auch Sorgen und Problemen. Begleitet wurde er dabei von seinen Kollegen David Plüss (Keybord/Gesang) und Helmut Kandert (Percussion/ Schlagzeug).

„Durchschnittlich geht der ‚Otto Normalchrist‘ ja nur vier Mal im Leben in die Kirche und zwei Mal davon wird er getragen“, scherzte er in der Ankündigung zu „Mein Sonntag“. In dem „sanften Protestsong“ wie er ihn nannte, geht es um den Sonntag als freien Tag, der seiner Meinung nach heutzutage immer öfter entfällt. Mit einer CD des Liedes hatte er nach eigenen Angaben auch den hessischen Landtag auf die Problematik aufmerksam machen wollen. Zwischendurch las er auch aus seinem neuen Buch „Da, wo ich bin, will ich sein“ und brachte das Publikum mit dem einen oder anderen Witz über Kotzbrocken und schlaflose Nächte zum Lachen.

In den meisten Liedern klang jedoch eine Botschaft wieder. Er erzählte vom „Schreckgespenst“ Islamisierung und Homosexualität und riet musikalisch zu mehr Weltoffenheit. „Aus der Nähe stellt sich vieles anders dar“, lautete eine Textzeile. Manchmal fragte er aber auch ganz direkt: „Was ist dir deine Freiheit wert?“ Und auch aktuelle Themen wie die Freiheitsstrafen für die Sängerinnen der russischen Punkband „Pussy Riot“ beschäftigen Bittlinger. Bezüglich der Reaktionen der orthodoxen Kirche in Russland auf die „provokanten Gebete“ und die „Kunst“ der Sängerinnen ist er nach eigenen Angaben ratlos. „Er ist am Puls der Zeit“, beschrieb Karl-Heinz Bussche den Sänger, den er nun schon zum dritten Mal live sah.

„Beeindruckend“ fand auch Marion Droste das Konzert. Sie und ihre Freundin Andrea Büssing kannten die „Hits“ von Bittliner schon aus dem Chor in dem sie singen, genossen aber die „ansprechende Atmosphäre“ in der Kirche. Viele Gäste nutzten nach dem Konzert die Gelegenheit, um sich ihre CDs oder Bücher vom singenden Pfarrer signieren zu lassen.

Mitten im Publikum singt Clemens Bittlinger.

Foto: tbh

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