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Diskussion um Umweltschädlichkeit der Geräte geht weiter – Gruppe BfB/WIR/FDP gegen Auflagen

Vier Tonnen CO2 je Heizstrahler

BÜCKEBURG. „Wir sollten keine Auflagen machen. Damit macht man die Innenstadt kaputt.“ Das hat der Chef der Gruppe von Bürgern für Bückeburg, Wir für Bückeburg und FDP, Raimund Leonhard im Hinblick auf Ansinnen der CDU-Fraktion gesagt, dass möglicherweise der Gebrauch von Heizstrahler in den Außenbereichen der Bückeburger Gastronomie und sonstiger Einrichtungen untersagt wird (wir berichteten). Immerhin vier Tonnen CO2 stößt jedes Gerät pro Jahr bei durchschnittlichem Vefbrauch aus, wie Umweltexperten berechnet haben.

veröffentlicht am 11.01.2018 um 15:50 Uhr
aktualisiert am 11.01.2018 um 18:10 Uhr

Diese beiden Damen hatten es sich am Silvesterabend an einem Heizstrahler einer Bückeburger Lokalität gemütlich gemacht. Foto: jp
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. „Wir sollten keine Auflagen machen. Damit macht man die Innenstadt kaputt.“ Das hat der Chef der Gruppe von Bürgern für Bückeburg, Wir für Bückeburg und FDP, Raimund Leonhard, im Hinblick auf das Ansinnen der CDU-Fraktion gesagt, dass möglicherweise der Gebrauch von Heizstrahler in den Außenbereichen der Bückeburger Gastronomie und sonstiger Einrichtungen untersagt wird (wir berichteten).

Die Gastwirtschaften hätten schon genug zu kämpfen, sagte Leonhard. Solche kleinen Heizungen würden mittlerweile zur Kneipenkultur gehören. Bei dem verwendeten Gas handle es sich um Naturgas, das in geringen und vernachlässigbaren Mengen verbrannt werde. Die Auswirkungen auf das Klima seien als gering zu bewerten. Nicht nur für die Gastronomie, sondern auch für Weihnachtszauber und andere Veranstaltungen seien Heizstrahler unverzichtbar.

Heizstrahler oder auch Wärmepilze pumpen neben der Wärme bis zu 3,5 Kilogramm Kohlendioxid CO2 je Stunde in die Luft, haben Experten berechnet. Bei einem 36-Stunden-Betrieb in der Woche kommen jährlich vier Tonnen je Strahler zusammen, haben die Umweltschützer von Greenpeace kalkuliert – so viel, wie ein Einfamilienhaus an CO2 produziert. „Der Heizpilz ist also ein ,Giftpilz‘“, sagen die Greenpeace-Experten. In Berlin etwa haben die Grünen ausgerechnet, dass die rund 5000 Heizpilze der Stadt 20 000 Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen.

Wie viele Heizpilze in Bückeburg im Einsatz sind, ist nicht bekannt und kann nur geschätzt werden. Wenn man das Rechenbeispiel der Berliner Grünen auf einen Heizstrahler herunterbricht, würde jeder einzelne vier Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen. Das würde bei angenommen bis zu 50 Heizstrahlern in gastronomischen Betrieben in Bückeburg immerhin 200 Tonnen CO2 pro Jahr bedeuten.

Unser erster Bericht hat einigen Nutzer auf Facebook zu einigen Kommentaren veranlasst. Norbert Meise fragt: „Was wird denn erst im Sommer mit der Holzkohle beim Grillen? Wie viele dieser Strahler gibt es in der Stadt und wie viele Holzkohle-Grills? Da mag ja auf uns noch so einiges zukommen – Filter einbauen und so weiter.“ Wolfgang Pohl: „Ich glaube, es gibt wichtigere Dinge als diese Heizstrahler.“ Und Stefan Willenberg: „Atmen verbraucht wertvollen Sauerstoff. Schluss damit …“

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