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„Lange Nacht der Kultur“

Volkslieder und Jazzsongs

BÜCKEBURG. Diesen Termin müssen sich Kulturfreunde im Kalender rot anstreichen: Am Freitag, 22. September, heißt es in der Innenstadt wieder „Bühnen frei“ zur „Langen Nacht der Kultur“. Heute wieder ein Blick aufs Programm.

veröffentlicht am 15.09.2017 um 12:51 Uhr

Die Balletschule Voges eröffnet die Lange Nacht Freitag um 18 Uhr auf dem Marktplatz. Foto: Archiv
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Was hat das Museum, Lange Straße 22, zur „Langen Nacht“ zu bieten? Drei Top- Gruppen werden fünf Programmblöcke gestalten. Um 19 und 20 Uhr treten „Die Margeritkes und Martin“ auf. Das sind die drei jungen Damen Helga, Charlotte und Ursula, die sich Martin Frommholz mit seinem Akkordeon dazu geholt haben, um mit ihm ihre mitreißenden osteuropäischen Melodien, die Musik der Sinti und Roma, jiddische, italienische, serbische und französische Lieder zu spielen. Eine breite Palette von Musik, die froh und nachdenklich stimmt. Margaritkes ist das jiddische Wort für Margeriten und Gänseblümchen.

Danach, um 21 und 22 Uhr, treten drei Freunde des argentinischen Tangos auf: „Tango Trio Tipico Westfalica“. Die drei Musiker aus dem Nachbarkreis vereint ihre Leidenschaft für Musik, die sanft bis scharf, manchmal auch schwermütig und mysteriös, immer aber authentisch daherkommt und ein Stück argentinisches Lebensgefühl vermittelt.

Der Abschlussblock im Museum um 23 Uhr wird der „Green Cabbage Jazz Combo“ überlassen. Diese Minderner Band, fünf Musiker stark, wird mit gefühlvollem Jazz aus einer längst vergangenen Zeit verwöhnen. Lassen Sie sich zurückversetzen in die Zeit der 20-er bis 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Vermissen Sie die plattdeutsche Sprache? Keine Sorge, natürlich sind die „Twasloepers“, allgemein die „Plattdeutschen“ genannt, auch wieder dabei. Seit 2011 übernimmt die Gruppe den plattdeutschen Part bei der „Langen Nacht der Kultur“, indem sie im Braukeller die Zuhörer mit immer neuen Sketchen, Gedichten und Dönekens unterhält. Davon gibt es genug, denn die Frauen und Männer dieser Gruppe sind Querdenker (Twasloepers). Sie machen es, wie Dr. Martin Luther empfohlen hat: Sie schauen dem Volk aus Maul und bringen das Gehörte genau auf den Punkt. Braukeller 19 und 21 Uhr.

Man hört ihr immer wieder gerne zu: Karin Badorek, alias „Die singende Putzfrau aus dem Auetal“. Ihr bühnenreifer Auftritt als Putzfrau aus einer längst vergangenen Epoche, ihre gekonnt vorgetragenen Chansons und Couplets von Cläre Waldoff und Ernst Reuter aber auch ihre Fähigkeit, zotige Witze so zu erzählen, dass sich selbst Puristen vor Lachen schütteln, machen diese Frau – und ihren Auftritt – einmalig. „Die singende Putzfrau aus dem Auetal“ kommt um 20 Uhr im Braukeller zur Arbeit.

Feinsinniger, gefühlvoller und sanfter geht es zur gleichen Zeit (20 Uhr) auf der anderen Straßenseite bei Apollo Optik, Lange Straße 18, zu. Hier ist wieder einmal der in Bückeburg sehr bekannte und beliebte Redner und Rezitator Olaf Schrage für sein Publikum da. Er liest eigene Gedichte, Erzählungen und Geschichten. Sie handeln vom Lebhaften und Träumbaren, von Liebe, Zuversicht und Melancholie. Der Stil ist klar und trotzdem fordernd, nimmt nicht alles vorweg, bleibt dem Hörer dadurch stets präsent. Mit von der Partie ist Jens Niemann, ein freischaffender Musiker aus Osnabrück. Er gibt mit seinem Klavierspiel den Worten Klang. Es entstehen neuer Farbreichtum, Konsequenz und Transparenz. So erklingen Musik und Texte mal geladen-humorvoll, mal entspannt-meditativ.

Die Bückeburger Singgemeinschaft, die im letzten Jahr leider nicht dabei sein konnte, tritt 2017 wieder in gewohnter Stärke an. Die neue Chorleiterin Heike Scholl-Braun hat die Damen und Herren hart rangenommen und zu alter Qualität und Güte zurückgeführt. In der Schlosskapelle heißt es daher um 21 Uhr „Volkstümlicher Chorgesang mit gemischten Chor – Abendlieder zum Hören und Mitsingen“.

Wenn Sie zur richtigen Zeit bei den Galeriekünstlern in der Remise waren, hatten Sie vielleicht schon Gelegenheit, den Jazzchor Finalmente zu hören. Vielleicht haben Sie auch dort spontan beschlossen: Die muss ich noch einmal hören! Eine solche Gelegenheit besteht nun um 23 Uhr beim Abschluss der Konzerte im Festsaal des Schlosses. Finalmente hat sich unter der musikalischen Leitung von Felix Grimpe zur Aufgabe gemacht, einen frischen und modernen Chorklang zu kultivieren. Das Repertoire des Chores setzt sich derzeit in erster Linie aus skandinavischen Popsongs, Jazz, Rockmusik und lateinamerikanische Stücken zusammen.red

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