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37 Jahre alter Bad Pyrmonter nach Gewalttat in Untersuchungshaft / Video deckt Verbrechen auf

Vor Disko zusammengeschlagen: Nahm er den Tod seines Opfers in Kauf?

BAD PYRMONT. Die Polizei in Bad Pyrmont ermittelt im Fall einer versuchten Tötung vor einer Diskothek. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge bereits in den frühen Morgenstunden am 2. Juli. Der mutmaßliche Täter befindet sich bereits in Haft. Die Polizei bittet für die weiteren Ermittlungen um Hinweise.

veröffentlicht am 14.07.2017 um 14:59 Uhr
aktualisiert am 14.07.2017 um 19:52 Uhr

Tatort Lortzingstraße: Nach den brutalen Tritten war das Opfer regungslos auf der Fahrbahn liegengeblieben. Foto: yt
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Am Donnerstag haben Polizeibeamte einen 37 Jahre alten Mann festgenommen. Was man ihm zur Last legt, wiegt schwer: Dem Bad Pyrmonter wird ein versuchtes Tötungsdelikt vorgeworfen. Er soll einen 53-Jährigen geschlagen und massiv gegen den Kopf getreten haben. Ermittler gehen davon aus, dass er seinen Kontrahenten hätte töten können. Videoaufnahmen einer Überwachungskamera brachten die schwere der Tat ans Licht. Der mutmaßliche Täter sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.

Die Tat liegt schon fast zwei Wochen zurück. In den frühen Morgenstunden des 2. Juli – einem Sonntag – seien zwei Männer vor einer Diskothek an der Lortzingstraße in Streit geraten, teilte die Polizei am Freitag mit. Der Streit eskalierte, artete in eine Schlägerei aus, in deren Verlauf der 53-Jährige schwer verletzt wurde. Das Opfer sei allerdings erst einen Tag später zur Polizei gegangen, so die Ermittler. Der 53-Jährige hatte nach Polizeiangaben eine frisch genähte Platzwunde am Kopf, die Augen waren zugeschwollen. Der Mann erstattete Anzeige. Er soll in seiner Vernehmung ausgesagt haben, von zwei ihm unbekannten männlichen Personen geschlagen und getreten worden zu sein. Außerdem habe man ihm eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen, sagte das Opfer aus. Eine Schnittverletzung und Splitter in der Wunde ließen auch darauf schließen, hieß es von der Polizei.

Was die Beamten hörten, schien zunächst ein Routinefall zu werden. Die Polizei ging davon aus, eine gefährliche Körperverletzung zu Protokoll genommen zu haben. Tage später sollten sie sehen, wie brutal der Mann malträtiert worden war. Ermittler hatten Bilder einer Überwachungskamera ausgewertet. „Hier wurde erkennbar, dass der Täter das bereits auf der Fahrbahn liegende Opfer gezielt mit zwei Tritten auf den Kopf verletzte“, sagte Polizeihauptkommissarin Nadine Barnert. Ermittler sprechen von einem „Wunder, dass das Opfer die Tritte überlebt hat“.

Nicht nur das: Auf dem Videomaterial konnten die Beamten den gesamten Tatablauf verfolgen – in bester Qualität. Alles soll sich innerhalb von eineinhalb Minuten abgespielt haben, so die Kommissarin. Zwischen vier und fünf Uhr sollen die beiden Männerin Streit geraten sein. Nach einer anfänglichen Rangelei flogen Fäuste. Auf den Bildern sei zu erkennen, dass sich noch weitere Personen vor der Diskothek aufgehalten haben – drei Männer und eine Frau. Nach den Tritten soll das Opfer regungslos auf der Lortzingstraße gelegen haben. Zu sehen sei auch, wie die Frau versuchte, den Mann von der Fahrbahn zu ziehen und jemand den Rettungsdienst alarmierte. Aber auch, wie sich der mutmaßliche Täter unbeeindruckt davonmachte.

Der Mann wurde von einem Polizeibeamten identifiziert. Der Polizist kannte den Bad Pyrmonter bereits aus einem anderen Fall. Auch die Aussage einer Zeugin brachte die Polizei voran. Die Frau soll den Tatverdächtigen auf Fotos, die ihr vorgelegt worden waren, erkannt haben. Der Mann soll die Tat bei einer polizeilichen Vernehmung gestanden haben. „Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Hannover wurde die Tat auf ein versuchtes Tötungsdelikt hochgestuft und ein Antrag auf Erlass eines Haftbefehls beim Amtsgericht in Hameln gestellt“, berichtete Barnert am Freitag. Der 37-Jährige wurde in eine Haftanstalt überstellt.

Die Ermittlungen dauern an, um weitere Zeugen zu vernehmen, heißt es. Dabei bitten die Ermittler in Bad Pyrmont um die Unterstützung der Bevölkerung. „Personen, die das Ereignis beobachtet haben, werden gebeten, sich als Zeugen zur Verfügung zu stellen und sich unter der Telefonnummer 05281/9406-0 zu melden“, hofft die Polizeihauptkommissarin auf weitere Hinweise.

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