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Ideen für die Kläranlage

Was kommt nach dem Faulturm?

BÜCKEBURG. Im nächsten Jahr soll in der Kläranlage ein neuer Faulturm gebaut werden. Doch auch nach dessen Fertigstellung gibt noch einiges zu tun.

veröffentlicht am 11.10.2017 um 14:20 Uhr
aktualisiert am 11.10.2017 um 15:25 Uhr

Der mit Kalk versetzte Klärschlamm lagert in der Kläranlage an der Kornmasch derzeit unter freiem Himmel. Eine Überdachung wäre wohl sinnvoll. Foto: Archiv/kk
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Karsten Klaus Redakteur zur Autorenseite
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Friedrich Klare kennt die Bückeburger Kläranlage sehr gut. Schon vor über 20 Jahren war der Diplomingenieur an der bisher letzten großen Modernisierung beteiligt. Jetzt stellte er wie berichtet dem Betriebsausschuss des Abwasserbetriebes die Planungen für den neuen Faulturm vor. Mit dessen Fertigstellung wird das Klärwerk unbestritten sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch einen großen Schritt nach vorne machen. Doch nach Auffassung des Experten gibt es auch danach noch einiges zu tun.

Sorge bereitet ihm besonders die in die Jahre gekommene Schlammentwässerungsanlage. Im sogenannten Dekanter, im Prinzip einer großen Zentrifuge, wird dem Klärschlamm weiteres Wasser entzogen. Diese Anlage muss nach Klares Auffassung demnächst „ertüchtigt“ werden. Die rein rechnerische Lebensdauer sei schon deutlich überschritten.

Möglicherweise lässt sich mit einer neuen Entwässerung auch der Wirkungsgrad noch weiter verbessern. Je trockener der anfallende Klärschlamm nämlich ist, desto besser. Geringeres Volumen bedeutet weniger Entsorgungskosten, weniger Wassergehalt bessere Verbrennungseigenschaften. Der thermischen Entsorgung gehört nämlich die Zukunft, zumal Schlamm demnächst nicht mehr im gewohnten Umfang in der Landwirtschaft ausgebracht werden darf. Dabei lässt sich wiederum Energie gewinnen, aus der Asche können Düngemittel hergestellt werden. Noch Zukunftsmusik, aber für Klare irgendwann durchaus denkbar: kleine dezentrale Verbrennungsanlagen direkt vor Ort in den Klärwerken. Damit entfiele der Transport in überregionale Großanlagen.

Ob eine solche Anlage für Bückeburg jemals möglich (und sinnvoll) wäre, sei dahingestellt. In jedem Fall ließe sich aber anderes von Klare empfohlenes Projekt verhältnismäßig einfach umsetzen: die Überdachung des Klärschlammlagers. Was nutzt schließlich nach Fertigstellung des Faulturms optimal aufbereiteter Klärschlamm, wenn der weiterhin den Witterungseinflüssen ausgesetzt wäre.

Der Ausschuss nahm die Vorschläge zur Kenntnis. Allgemeiner Tenor: Erst einmal das Faulturm-Projekt mit allen erforderlichen Nebenanlagen umsetzen. Hierfür wird derzeit die Genehmigungsplanung vorbereitet, der Bauantrag könnte Ende des Jahres gestellt werden. Für 2018 sollen dann die erforderlichen 2,67 Millionen Euro (einschließlich einer Million Euro Zuschuss) im Etat des Abwasserbetriebs eingestellt werden. Gebaut werden soll dann so schnell wie möglich.

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