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NABU-Gruppe Eilsen gegründet

Weißer Fleck ist weg

EILSEN. Sogar von einem „historischen ersten Abend“ sprach einer der Verantwortlichen, der NABU-Landesverbandsmitarbeiter Rüdiger Wohlers: Im Saal des „Heeßer Kruges“ ist die NABU-Gruppe Eilsen gegründet worden. Künftig will sich die Gruppe einmal im Monat treffen:

veröffentlicht am 13.11.2017 um 14:19 Uhr
aktualisiert am 13.11.2017 um 17:00 Uhr

Rüdiger Wohlers (v. l.), Dr. Nick Büscher, Lothar Wiegratz, Siegfried Kaboth, Heinz-Dieter Bruchmüller und Britta Raabe freuen sich über die Gründung der NABU-Gruppe Eilsen. Foto: möh

Autor:

Cord-Heinrich Möhle
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EILSEN. Sogar von einem „historischen ersten Abend“ sprach einer der Verantwortlichen, der NABU-Landesverbandsmitarbeiter Rüdiger Wohlers, denn ohne viel Tamtam und „Vereinsmeierei“ ist im Saal des „Heeßer Kruges“ die NABU-Gruppe Eilsen gegründet worden. Die Samtgemeinde ist den Naturschützern schon lange „ein Dorn im Auge“, da hier zwar viele Mitglieder und noch mehr Aufgaben warten, aber dennoch keine eigene Ortsgruppe vorhanden war. Nun ist der „weiße Fleck weg“ und die Arbeit kann beginnen. Als Sprecher stellten sich spontan Lothar Wiegratz, Siegfried Kaboth und Heinz-Dieter Bruchmüller zur Verfügung.

In der Anfangszeit soll die neue Gruppe von Obernkirchen aus begleitet werden, wenn es sich als notwendig erweist. Zudem steht mit der Regionalgeschäftsstellenleiterin Weserbergland, Britta Raabe aus Rinteln, eine ausgewiesene Fachfrau bei allen Fragen und Problemen mit Rat und Tat immer zur Verfügung. Außerdem kommt der stellvertretende Landesvorsitzende Dr. Nick Büscher, der auch an der Gründungsveranstaltung teilnahm, ebenfalls aus der Weserstadt.

Nach zwei Informationsveranstaltungen direkt in Bad Eilsen sollten jetzt in Heeßen „Nägel mit Köpfen“ gemacht werden, wie Rüdiger Wohlers den zu diesem Treffen Erschienenen erläuterte. Und zwar ohne sogenannte „Vereinsmeierei“, kündigte er an. Vorsitzende, Schatzmeister und Schriftführer benötige eine neue Gruppe nicht, denn das „e. V.“ habe der Dachverband. Wohlers erklärte den Teilnehmern, dass der NABU vor sechs Jahren das derzeitige Modellprojekt erfolgreich ins Lebens gerufen habe. Wohlers: „Und alle Gruppen ohne Vorstände funktionieren fantastisch.“ Er freute sich, dass der Ball, der in der Samtgemeinde eigentlich schon recht lange gespielt worden sei, endlich eingelocht werden könne.

Der Naturschutz, so der Landesverbandsmitarbeiter aus Oldenburg, sei aber kein Selbstzweck, sondern für Mensch und Tier eine Überlebensstrategie. Die derzeitige Entfremdung von der Natur, die allseits festgestellt worden sei, bezeichnete er als eine „tickende Zeitbombe“, denn es könne nur geschützt werden, was auch bekannt sei. Ein Kind, das nie einen Regenwurm in der Hand gehabt habe, habe zur Natur keinen Bezug, auch nicht im Erwachsenenalter. Daher warte auf die Mitglieder der neuen Gruppe nicht nur der Schutz der Natur, sondern sie müssten auf diesem Weg auch die Menschen mitnehmen.

In seinem Vortrag zum Thema „Stunde der Gartenvögel“ bezeichnete Wohlers den eigenen Garten als riesiges Potenzial für den Naturschutz, denn hier warteten mehr Flächen als in den ausgewiesenen Schutzzonen. Und Wohlers beklagte, dass im Prinzip für die Vögel, speziell für den Star, kein Grünland mehr vorhanden sei. Und die „Maiswüsten“ seien wie Beton und betoniert würde in der Bundesrepublik „ganz hervorragend“. Zudem wies er darauf hin, dass der NABU-Landesverband Niedersachsen um die 95 000 Mitglieder habe. Dieses sei eine Stimme, die auch in der Politik des Landes wahrgenommen werde.

Schließlich wurde „durchgestartet“, wie es Wohlers formulierte, und die NABU-Gruppe Eilsen ohne Vorstand aus der Taufe gehoben. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass, wenn eine Gruppe erst einmal offiziell vorhanden sei, immer mehr Leute kämen, die aktiv mitmachen möchten. Da die Gruppe aber dennoch ein „Gesicht“ oder einen Ansprechpartner benötigt, stellten sich Lothar Wiegratz, Siegfried Kaboth und Heinz-Dieter Bruchmöller für diese Funktion zur Verfügung. Die Gruppe wird sich in Zukunft an jedem ersten Donnerstag eines jeden Monats im „Heeßer Krug“ treffen. Die nächste Versammlung findet am 7. Dezember um 19 Uhr statt. Alle heimischen Mitglieder des NABU und Interessenten sind eingeladen, ohne Verpflichtungen zu diesem Abend zu kommen, um sich zu informieren.

Übrigens: Wie erfolgreich die Arbeit des NABU sein kann, erläuterte Rüdiger Wohlers anhand des Wanderfalken, dessen Bestand vor vielen Jahren mehr als gefährdet gewesen sei. Der Grund: Im Nahen Osten habe man für ein Ei des Vogels 25 000 Mark gezahlt. Für einen Jungvogel seien sogar bis 100 000 Mark auf den Tisch geblättert worden. Der NABU habe sich eingeschaltet und mittlerweile sei der Bestand des Wanderfalken wieder groß. Wohlers: „Der Naturschutz zahlt sich eben aus.“

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