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Transport dann per Schiff bis Hamburg und Bremerhaven möglich / Verfahren läuft bereits

Weserkies plant neuen Binnenhafen in Engern

Engern (wm). Das Kieswerk Ahe Schaumburger Weserkies plant den Bau eines Binnenhafens in Engern. Als erster Schritt soll die benötige Fläche ausgekiest werden. Ein Verfahren, das weitgehend abgeschlossen ist. Bernd Hugo vom Wasserwirtschaftsamt des Landkreises geht davon aus, dass das Unternehmen Ende des Jahres die Genehmigung für die Auskiesung erhält. Naturschutzrechtliche Bedenken gebe es hier nicht.

veröffentlicht am 11.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Zurzeit werden die Schiffeüber Förderbänder entladen.

Dem Binnenhafen neben der bereits vorhandenen Entladestation - hier plant für das Kieswerk das Landschaftsarchitekturbüro Kortemeier& Brockmann in Herford - muss allerdings noch das Landesamt für Küstenschutz wie das Wasser- und Schifffahrtsamt in Minden zustimmen. Grundsätzliche Einwände seien allerdings auch hier nicht zu erwarten, so die Einschätzung des Landkreises. Dass es grundsätzlich positiv zu bewerten sei, wenn Massengüter mit Schiffen transportiert würden und nicht aufder Straße, darüber gebe es auch in der Politik einen allgemeinen Konsens. Firmenchef Dieter Eggersmann sieht im geplanten Hafenbau auch eine langfristige wirtschaftliche Perspektive. Der Transport per Lkw werde für Massengüter immer teurer. Zurzeit würden jeden Tag 1 300 Tonnen klassifizierter wie gewaschener Kies von Engern nach Minden gefahren, dort auf ein Schiff verladen. Ein "Umweg", den man sich mit dem neuen Hafen sparen könnte. Norddeutschland ist für das Engersche Kieswerk ein wichtiger Markt, vor allem Hamburg und Bremerhaven - hier wurden 210 000 Quadratmeter Hafenanlagen mit Betonsteinen aus Engern befestigt. Voraussetzung für einen Binnenhafen in Engern sind wiederum Schiffe, so genannte "Schubverbände", die auch bei niedrigen Weserwasserständen fahren können, wie der Schubverband, der Kies von Hohenrode nach Engern transportiert. Dieter Eggersmann kann sich vorstellen, dass ein Binnenhafen in Engern auch für andere Unternehmen, die Massengüter transportieren, interessant sein könnte. Engerns Ortsbürgermeister Dieter Horn ist zwar nicht gegen ein neues Hafenbecken, aber gegen die damit verbundene komplette Sperrung des ehemaligen Treidelpfads entlang der Weser. Der Treidelpfad würde nach wie vor von Bürgern aus Engern wie Wanderern und Reitern genutzt. Zudem sei die jüngst veranlasste Sperrung ohne Ankündigung erfolgt. Zu klären wäre, so Horn, ob historische Wege wie der Treidelpfad ohne weiteres der Nutzung der Allgemeinheit entzogen werden dürfen. Bei gutem Willen von allen Seiten sollte es möglich sein, sowohl die Interessen des Kieswerkes wie auch die der Wanderer und Reiter in Einklang zu bringen.

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