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Dirigentin entdeckt das Erntefest für sich

Wie sich Polyhymnia um die Singkultur im Klosterdorf kümmert

MÖLLENBECK. Andere Gesangvereine kämpfen mit Mitgliederschwund und ums Überleben. Der Möllenbecker Gesangverein (MGV) Polyhymnia hat, so scheint‘s, die Wende gegen den Trend geschafft und wächst sogar. Die Erfolgsformel haben die Polyhymnianer als Vereinsmotto festgeschrieben: „Gemeinsam singen – Freude haben – Freude bringen“.

veröffentlicht am 29.01.2018 um 17:42 Uhr
aktualisiert am 29.01.2018 um 22:50 Uhr

Blumen für Chorleiterin Nataly Olthoff. Foto: who
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Autor

Werner Hoppe Reporter
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Der Wahlspruch ist kein bloßer Wunsch, sondern offenbar geht die Rechnung auf, darauf ließ der übervolle Gemeinderaum im Kloster zur Jahresversammlung schließen. Polyhymnia bringt sich ein in die Dorfgemeinschaft und pflegt Verbindungen zu den anderen Vereinen im Ort, sprach Vorsitzender Rainer Brückner ein wesentliches Element der Grundlage für das Erfolgsprojekt an. Der Verein hat zurzeit 96 Mitglieder, 28 davon aktive Sängerinnen und Sänger, seit Polyhymnia sich vom ehemals reinen Männergesangverein Projektchor über den Zwischenschritt zum gemischten Chor gewandelt hat. Allein fünf Eintritte im vergangenen Jahr lassen darauf schließen, dass es immer noch weiter vorangeht.

Nicht zuletzt das Projekt „Hofgarten singt“ habe „ganz viele Fans“, so Brückner. Es habe sich als fester Veranstaltungstermin im Sommer etabliert, schwärmte der Vorsitzende von der öffentlichen Mitmachaktion am Kloster für alle, die gerne singen oder mitsingen.

„Das Singen im Hofgarten ist eine schöne Veranstaltung geworden, und mein Ziel ist, dass wir dieses Jahr wirklich draußen singen“, machte Chorleiterin Nataly Olthoff deutlich, dass noch reichlich Luft nach oben ist und viel Potenzial für Veränderungen. „Ich bin konservativ, aber experimentierfreudig.“

„Der ganz große Klopfer“, kündigte Vorsitzender Rainer Brückner eine außergewöhnliche Ehrung an. Heinrich Homberg (re.) gehört seit 70 Jahren zum MGV Polyhymnia. Foto: who
  • „Der ganz große Klopfer“, kündigte Vorsitzender Rainer Brückner eine außergewöhnliche Ehrung an. Heinrich Homberg (re.) gehört seit 70 Jahren zum MGV Polyhymnia. Foto: who
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Und schon wieder sei ein neuer Projektchor in Sicht und habe mit den Proben begonnen, sprach sie das jüngste Polyhymnia-Kind an. Der Verein hatte kürzlich Badewannen-Sänger und -Sängerinnen eingeladen, einzusteigen beim zwanglosen Mitsingen von Wunschliedern abseits vom klassischen Chorrepertoire. Schon beim ersten Anlauf hatten sich 35 Singbegeisterte im Gemeinderaum eingefunden, die vor allem gerne moderne Lieder aus dem Pop-Bereich singen wollen. „PolyPOP“ heißt das hoffnungsvolle neue Projekt, und es begeistert nicht nur die Chorleiterin, die offenbar immer noch weitere neue Seiten an Chören sowie am Klosterdorf entdeckt – so wie im vergangenen Jahr das Ernte- und Dorfgemeinschaftsfest. „Ich wusste gar nicht, dass es hier so etwas gibt“, deutete sie an, dass sie sich mehr und mehr mit den Polyhymnia-Chorprojekten sowie ihrem Wirkungsort und seinen Menschen verbunden fühlt.

Speziell mit ihrem Verein fühlen sich die Polyhymnia-Jubilare verbunden, die Brückner für ihre langjährige Treue ehren wollte. So gehörten Gudrun Strathe seit 25 Jahren dazu und Uwe Eckert seit 30 Jahren, könnten aber dieses Mal nicht an der Hauptversammlung teilnehmen, entschuldigte der Vorsitzende das Fehlen der Jubilare. Aber „jetzt kommt der ganz große Klopfer“, toppte er den Ehrungs-Akt. Heinrich Homberg gehört seit sage und schreibe 70 Jahren zum Verein, davon seit 60 Jahren als aktiver Sänger.

Bei Weitem nicht ganz so lange sind Elfriede Winter, Hubert Nathaus und Hartmut Greimeier Polyhymnia-Mitglieder. Aber weil sie im Vorjahr an sämtlichen 41 Chorproben teilgenommen hatten, gab‘s dafür vom Vorsitzenden die obligatorischen flaschenförmigen Auszeichnungen, gefüllt mit „Stimmöl“.

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