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Landeskirche zeigt die ganze Vielfalt ihrer Angebote

Wie weiland Martin Luther: Überall wird gehämmert

Bückeburg (mig). Das Reformationsjubiläum der Landeskirche stand ganz im Zeichen der 95 Thesen. Überall wurde geschrieben und gehämmert: Der Stand der Landesjugendkammer hatte sogar eine große Holztür mitgebracht. Dort konnten die Jugendlichen ihren Ärger, aber vor allem Verbesserungsvorschläge anbringen. Die Palette der Wünsche war breit gefächert. Die einen wollen mehr aktuelle Themen und zusätzliche Jugendgottesdienste, die anderen „kürzere Predigten“ und eine „abgespeckte Verwaltung“. „Ich möchte, dass wieder mehr Leben in den Gottesdiensten ist“, sagt Caroline Meyfart und heftet ihren Zettel neben die anderen. „Manchmal denke ich, Kirche ist nur für Erwachsene.“

veröffentlicht am 23.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 04:41 Uhr

Am Erzählzelt der evangelischen Landeskirche spielen Kinder aus

Gehämmert wird auch am Stand der katholischen St. Marien-Gemeinde. Unter den 95 Thesen von Martin Luther, dürfen Standbesucher zum Thema: „Was eint die Kirchen – wie vereint man sie?“ eigene Vorschläge anbringen. „Wir wollen damit zeigen, was die katholische und die evangelische Kirche miteinander verbindet. Hier in Bückeburg wird Ökumene ja ganz groß geschrieben“, erklärt Stephan Reygers vom Pfarrgemeinderat.

Die Chance, sich einem breiten Publikum zu präsentieren, nutzten – neben vielen Gruppen aus den Gemeinden – auch die Bückeburger Pfadfinder-Gruppe „Bilche“. In der großen Lagerkirche gab es nicht nur selbst gemachte Marmelade und Geschichten von Pfadichef Stefan Specht, sondern auch Tattoos mit dem Stammeszeichen. Aufgetragen wurde die schwarze Lilie von Petra Sommerburg mit einer Airbrush-Pistole. Einen guten Tipp für Standnachbarn hatten die Pfadis auch noch parat. Stefan Specht: „Gegen die Wespen verbrennen wir Kaffee.“

Gute Stimmung auch nebenan. Dort lieferten sich die Mitglieder der Feuerwehr Bückeburg und ein Gemeindestand einen gutmütigen „Kampf“ um die Besucher. „Kaffee und Kuchen, kommen sie uns besuchen“, riefen die Gemeinde-Damen. Die Feuerwehrleute hielten dagegen: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“ Weniger Tam-Tam machte das Team am Stand der Diakonie. Dort konnten Interessierte sich über die Arbeit der Katastrophenhilfe informieren – an einem Schrank mit zehn Schubkästen. Statt auf sinnliches Anschauungs-Material setzte die Krankenhausseelsorge auf eine Umfrage. Ergebnis: Fast alle der Befragten glauben an Schutzengel und wünschen sich im neuen Klinikum Schaumburg einen Krankenhausseelsorger.

Gemeinsamer Tanz am Stand vor dem Bückeburger Gemeindehaus.
  • Gemeinsamer Tanz am Stand vor dem Bückeburger Gemeindehaus.
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Auf ganz neue Methoden setzte auch Pastor Wolf-Peter Koech im Erzählzelt. Der Beauftragte für Kindergottesdienst vermittelte die biblische Botschaft (in diesem Fall, die selten gehörte Tobit-Geschichte) über historisch kostümierte Erzählfiguren und Bibellandschaften aus Sand, kleinen Modellhäusern und Bäumen. „So entstehen Bilder, in die Kinder sich vertiefen können“, erklärt Koech. Die Sache scheint zu funktionieren, die kleinen Teilnehmer jedenfalls waren konzentriert bei der Sache.

Mehr Fotos in einer Bildergalerie: „www.landes-zeitung.de“.

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