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Erneut ohne Fahrschein unterwegs

„Wo Sie waren, wurden Sie verurteilt!“

RINTELN. Gerade vier Tage aus dem Gefängnis entlassen, ist ein Rintelner (47) schon wieder ohne gültigen Fahrschein bei zwei Zugfahrten angetroffen worden. Diesmal musste er allerdings nicht befürchten, dass ihn die beiden Fahrten mit der Nordwestbahn von Hameln nach Rinteln erneut in den Knast bringen:

veröffentlicht am 11.08.2017 um 15:46 Uhr

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RINTELN.Richter Christian Rost stellte das Verfahren wegen Erschleichens von Leistungen ein. Dabei ging es um die Beförderungsentgelte von jeweils sechs Euro für die Fahrten, für die die Nordwestbahn 130 Euro berechnete. Diese 130 Euro muss der Arbeitslose binnen sechs Monaten in Raten an das Unternehmen überweisen.

Der Fall: Anfang Januar kam der Angeklagte nach Verbüßung einer zehnmonatigen Haftstrafe auf freien Fuß. Diese Sanktion hatte er von einem anderen Amtsgericht für 21-faches Erschleichen von Leistungen kassiert. Nicht die erste Strafe für den 47-Jährigen, der an etlichen Orten mit dem Gesetz in Konflikt geraten war. „Wo Sie waren, wurden Sie verurteilt“, lautete Rosts Kommentar zu dessen Zentralregister. Vier Tage nach der Haftentlassung fuhr der Angeklagte mit dem Zug von Hannover nach Hameln – mit gültigem Fahrschein. Die Landeshauptstadt muss der schwerkranke Mann eigenen Angaben zufolge alle 14 Tage wegen der Medikamente und der Blutabnahme aufsuchen. In Hameln hatte er kein Geld mehr, fuhr trotzdem weiter nach Rinteln. Er sei sofort auf den Schaffner zugegangen und habe das gesagt, meinte der Rintelner. Fraglich, ob in diesem Fall des Meldens beim Schaffner der Tatbestand des Erschleichens erfüllt wäre.

Eindeutiger war der zweite Vorfall: Nur wenige Tage später besaß er auf derselben Strecke erneut keinen Fahrschein. Der Mann hatte einen Sitzplatz und sich nicht gemeldet. Nach seiner Aussage will er später die Nordwestbahn angeschrieben und um eine Ratenzahlung gebeten haben. Darauf hätte die sich aber nicht eingelassen, berichtete der Angeklagte. Erfüllt der 47-Jährige die Auflage nicht, 130 Euro an die Nordwestbahn zu zahlen, wird das Verfahren nach sechs Monaten wieder aufgenommen. maf

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