weather-image
18°
Nach den Rohde-Äußerungen: Immanuel-Schule sieht sich zu Unrecht in die Schlagzeilen geraten / Lob vom Bürgermeister

Wohltuende und sinnvolle Ergänzung des Schulangebotes

Bückeburg (thm). "Egal ob Mädchen oder Junge - wir helfen allen Kindern, gut zu werden", startet Sabine Wascheszio die PR-Offensive. Nicht nur die Leiterin der Immanuel-Schule hält es für nötig, für die Einrichtung zu werben, sie weiß auch die Schulelternschaft hinter sich. Und auch Bürgermeister Reiner Brombach lässt sich vor diesen Karren spannen: "Die Einrichtung ist eine sinnvolle Ergänzung des Schulangebotes in unserer Stadt", sagte er jetzt nach einem Besuch der Immanuel-Schule.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 08:03 Uhr

Stippvisite im Unterricht (v.l.): Schulleiterin Sabine Wascheszi

Werbung, aber auch Aufklärung tut Not: Vor zwei Monaten hatte der Vorsitzende des Schulfördervereins, Peter Rohde, am Tag des Immanuel-Schulfestes mit seinen Ansichten über Ehe und Familie im Allgemeinen und die Rolle von Frauen und Mädchen im Besonderen nicht nur bundesweit für Furore gesorgt. Er hat damit der Schule, die er ja kraft seines Ehrenamtes fördern möchte, erheblich geschadet. In welchem Ausmaß das geschehen ist, macht Uta Kneller deutlich. Sie gehört dem Vorstand des Trägervereins an. "Beim Schulfest gab es Unruhe in der Elternschaft; etliche Eltern waren nach dem Bericht regelrecht aufgebracht", erläutert sie die Stimmungslage im Mai. Drei Kinder, die an der Schule hätten angemeldet werden sollen, seien dann doch nicht angemeldet worden. Ein Elternpaar hätte sein Kind nach Lesen der Rohde-Äußerungen von der Schule genommen. "Herr Rohde ist hier nicht als Pädagoge tätig", macht Elternsprecherin Karola Bahr klar. Sie verweist auf ein Papier, welches sie kürzlich bei einem Elternabend der Grünen-Landtagsabgeordneten Ursula Helmhold überreicht hat. Helmhold hatte Rohdes Äußerungen kritisiert und die Frage aufgeworfen, inwieweit durch dessen Haltung Kinder der Schule indoktriniert werden könnten. Karola Bahr hatte der Abgeordneten auf drei Seiten die Vorzüge des Immanuel-Schulkonzeptes aus Elternsicht dargelegt. Zur Versachlichung können schlichte Fakten beitragen, die Schulleiterin Sabine Wascheszio nannte: 64 Kinder werden in vier Klassen mit durchschnittlich 16 Kindern unterrichtet. Die Lebensumstände und Lernvoraussetzungen, die familiären, nationalen und religiösen Hintergründe der Schüler sind vielfältig und bunt. An der Schule gibt es sechs Lehrer, darunter fünf Frauen. Eine Lehrerin ist alleinerziehende Mutter, mehr als die Hälfte aller Eltern der Immanuel-Schüler sind alleinerziehend. Die Elternschaft spiegelt alle gesellschaftlichen Gruppen wider, vom Arbeitslosen und Hartz-4-Empfänger bis zum Gutverdiener. Möglich wird das durch ein gestaffeltes Schuldgeld, welches die Finanzkraft der Eltern berücksichtigt. Zurück zu Bürgermeister Reiner Brombach. Er hatte die Äußerungen Rohdes öffentlich scharf angegriffen. Er betont auch heute: "Die Rolle von Frauen und Mädchen in der Gesellschaft sehe ich entschieden anders." Aber: In manchen Fragen sei er sich mit Rohde sogar einig. So sei die Rolle der Eltern in der Erziehung der Kinder "nicht wegzudenken". Das Konzept der Immanuel-Schule trage diesem Faktum in besonderem Maße Rechnung, Eltern würden intensiv eingebunden. Leider sei das insgesamt positive, "sehr wohltuende Angebot" der Immanuel-Schule "durch Rohdes Äußerungen" verwischt worden. Kontakt: Mehrüber die Immanuelschule erfahren Sie im Internet unter www.immanuel-schule-shg.de

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare