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In der Galerie „Alte Druckerei“

Wunderschöne Naturfotos in Rinteln

RINTELN. Geduldiger als der Naturfotograf Stefan Schubert könnte auch ein Jäger nicht sein. Doch während der Jäger auf seinem Anstand hockt, um ein Tier für immer auszulöschen, „schießt“ Stefan Schubert aus dem gegenteiligen Grund: Seine Bilder machen die Tiere unsterblich.

veröffentlicht am 04.02.2018 um 14:59 Uhr
aktualisiert am 04.02.2018 um 17:00 Uhr

Stefan Schubert
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite

Die Foto-Ausstellung „Nah und fern“ in der Galerie „Alte Druckerei“ hat ihren Namen gut gewählt. Es gibt Aufnahmen – zum Beispiel ein Robbenbaby, das neugierig direkt in die Kamera lugt, oder zwei selbstvergessen kämpfende Balzhähne –, die vermitteln das Gefühl absoluter Nähe zum Individuum Tier; andere Fotos dagegen blicken auf ihre Szenerien wie vom Himmel herab, etwa das Bild eines einsam ziehenden dunklen Ren-tiers vor orangefarbener Abenddämmerung; oder der Fotograf macht sich den Spaß, ein Schneehuhn so aufzunehmen, dass man es erst auf den dritten Blick in einer isländischen Landschaft entdeckt, und ein winziges Blaukehlchen in einem Meer aus Schilfhalmen fast ganz verschwinden zu lassen.

Stefan Schuberts Fotos sind schön, wunderschön. Manche wirken wie ein Gemälde, und das liegt nicht an einer Photo-shop-Bearbeitung. „Ich lasse nichts weg, ich füge nichts hinzu“, sagt der Fotograf. „Ich warte einfach auf den richtigen Moment und hoffe auf mein Glück.“ Das kann bedeuten, tagelang immer wieder dasselbe Eichhörnchen zu beobachten, bis es ihn endlich zu grüßen scheint. Oder in einer Tarnhütte stundenlang darauf zu warten, dass eine Ente ihren Landeflug auf dem Teich genau parallel zur Kamera absolviert und es dann so wirkt, als könne sie über das Wasser laufen. „Auf manche Fotos arbeitet man jahrelang hin“, so Stefan Schubert, und meint damit die Aufnahme eines scheuen Kranichs, der normalerweise bei der kleinsten Bewegung flieht.

Nicht nur die Gruppe „Sichtbar“ der „Alten Galerie“ erkannte die Ausstrahlungskraft von Schuberts Fotografie, sondern bereits vor vier Jahren auch die „Gesellschaft deutscher Tierfotografen“, die ihn nach Sichtung seiner Arbeit als Vollmitglied aufnahm – eine große Ehre. Er fotografiert allerdings auch Landschaften, Pflanzen und immer wieder sogar Menschen, in seinem Kleinenbremer Fotostudio. Sein Wissen gibt er in der „Fotoschule“ und Volkshochschulkursen weiter. Hauptberuflich ist er übrigens Steuerprüfer – wer hätte das gedacht?

HINWEIS: Galerie „Alte Druckerei“, Bäckerstraße 42, Ausstellung „Nah und fern“, zu sehen noch bis zum 25. Februar. Öffnungszeiten: samstags von 11 bis 14 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Am Freitag, 9. Februar, um 19 Uhr hält Stefan Schubert in der Galerie einen Lichtbildervortrag zu dem Thema „Landschaften und Tiere Europas“.

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