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Oldtimerbus hält in Rinteln – was will er hier?

Zeitreise mit Zwischengas

RINTELN/BAD OEYNHAUSEN. Ohne Zweifel ist der schmucke gelbe Oldtimer, der am Kollegienplatz hält, ein echter Hingucker. Überall zaubert er Menschen sofort ein Strahlen aufs Gesicht und sie winken dem Fahrer und seinen Fahrgästen zu.

veröffentlicht am 27.10.2017 um 17:44 Uhr

Der gelbe Oldtimerbus ist auf einigen seiner Touren in der Saison auch am Rintelner Kollegienplatz vorbeigekommen. Foto: tol
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Tobias Landmann Fotoreporter zur Autorenseite
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RINTELN/BAD OEYNHAUSEN. Früher ist der Saurer Alpenpostbus L4C, Baujahr 1955, durch das Berner Oberland gefahren, brachte 34 Jahre lang Fahrgäste und Post bergauf wie bergab zu ihren Reisezielen. Meist sogar mit Anhänger, im Winter war zudem an der Front ein Schneepflug montiert.

Mittlerweile gehört das Fahrzeug der Dalpke Oldtimer Fuhr & Fahrgesellschaft aus Bad Oeynhausen und wird für historische Rundfahrten eingesetzt. Zwei Schweizer Alpenpostbusse des Betriebes können für Tagesausflüge gebucht werden. Zur Auswahl stehen zehn Touren zu Sehenswürdigkeiten im Weserbergland, Lipperland oder Mühlenkreis.

Vorn sitzt Jörg Gropp. Er hat quasi sein Hobby zum Beruf gemacht, dafür das Steuer eines Gelenkbusses abgegeben. „Ich habe mich auf diesen Platz beworben.“, berichtet der Bad Oeynhauser. Lenkzeit und Pflegezeit halten sich die Waage. „Nach jeder Stunde Fahrt möchte der Oldtimer auch gut geschmiert und gefettet werden“, verrät der Chauffeur. Das entschleunigte Reisen durch die Landschaft ist etwas Besonderes für die Fahrgäste – auch für den Fahrer, denn der Saurer ist ein Rechtslenker.

In der Reisesaison kam der Bus auf drei seiner Touren auch in die Weserstadt. Bei der „Weinfahrt“ ging es durch das Kalletal und dann zur Weinverkostung in Vlotho. Zur „Schaumburgfahrt“ gehören Zwischenstopps auf der Schaumburg, ein Bummel durch die Rintelner Altstadt und ein Imbiss beim Hofladen Kampmeier. Wenn am Sonntag genügend Anmeldungen vorliegen, dann bringt der Bus bei „Stadt, Land, Dampf“ seine Fahrgäste nach Stadthagen zur Dampfeisenbahn Weserbergland.

Das Fahren ist ein Abenteuer, allerdings mehr für den Fahrer: Lenkunterstützung gibt es freilich nicht. Bei den Schaltvorgängen muss der Motor zwangsläufig aufheulen – Zwischengas heißt das im Fachjargon.

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