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Hindernisse für Stadt und Investoren bei der Ausweisung und Erschließung innenstadtnaher Wohnbauflächen

Zu hohe Preisvorstellungen einiger Eigentümer

Bückeburg (rc). Das Falkingsviertel ist das beste Beispiel: Innerhalb weniger Jahre ist aus der Industriebrache ein innenstadtnahes, attraktives Baugebiet entwickelt worden, dessen rund 50 Bauplätze innerhalb weniger Monate an den Mann gebracht werden konnten. 70 Prozent kamen übrigens aus Bückeburg, 12 aus Schaumburg, vier Prozent aus Minden-Lübbecke. Ein Vergleich: Im Baugebiet „Auf der Höhe“ im Ortsteil Petzen kamen 56 Prozent aus Bückeburg, 22 Prozent aus Minden-Lübbecke. Entsprechend sind die Bestrebungen in der Stadtverwaltung, weitere, kleinere Baugebiete im Bereich der Kernstadt auszuweisen, um die Bevölkerung zu halten oder sogar auszuweiten. Ein Überblick:

veröffentlicht am 24.08.2012 um 20:23 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 20:21 Uhr

Tankhof Harting: Stadt und Eigentümer sind sich grundsätzlich ein, dass die Stadt kauft. Nach der Sanierung – mit Städtebauförderungsmitteln – wird ein Baugebiet mit sieben Bauplätzen ausgewiesen. Entlang der Hannoverschen Straße sollen Wohnen und Gewerbe möglich sein (wir berichteten).

Erweiterung Falkingsviertel gen Osten: Die Erweiterung ist vom Tisch, Gespräche mit dem Eigentümer der Flächen gescheitert. „Obwohl eine Arrondierung schön gewesen wäre“, wie Baubereichsleiter Jörg Klostermann sagte, weil schon von drei Seiten Bebauung drum herum gewesen wäre.

Am Eichholz: Als Alternative zum geplatzten Falkingsviertel II sollte gegenüber der vorhandenen Wohnbebauung ein kleines Baugebiet mit etwa 20 Bauplätzen ausgewiesen werden. Mit den Eigentümern seien Gespräche geführt worden, sagte Klostermann. Die im Moment allerdings auf Eis liegen, da nach Ansicht der Stadt Vereinbarungen nicht eingehalten worden seien.

Am Schlossbach an der Dammstraße: Hier sollte auf dem Gelände einer einige Zeit vom Paritätischen genutzten ehemaligen Textilfabrik ein kleines Baugebiet entstehen. Die Planfeststellung ist abgeschlossen. Ursprünglich wollte die Volksbank in Schaumburg das Gebiet entwickeln, zog dann aber zurück. Auch der Stadt sei das Gebiet angeboten worden, so Klostermann: „Zu einem zu hohen Preis.“ Einige der alten Hallen sind mit Asbest belastet – mit einer der Gründe, warum seinerzeit der Paritätische ausgezogen ist.

Der Schießhof im Bereich des reformierten Friedhofs: eine ideale Ergänzung zum „Am Schlossbach“ nach den Vorstellungen der Stadt. Beide Flächen könnten über eine Brücke/Straße verbunden und gemeinsam entwickelt werden. Allerdings auch hier: „zu unterschiedliche Preisvorstellungen.“

Herderschule und Neumarktplatz: Nach dem Auszug der Schule ist „alles offen“. Der Landkreis möchte die Immobilie laut Aussagen von Klostermann verkaufen. Eine „verträgliche Nachnutzung“ wäre für die Stadt in Ordnung. Auch eine Bebauung des Neumarktplatzes wäre zu überdenken. „Da passiert städtisches Wohnen“, fasste Klostermann die unmittelbare Nähe von Kindergarten und Schulen, Hallenbad, Sporthalle und Sportplatz zusammen. Und hier die vehement geforderte Multifunktionsanlage für die Innenstadt zu bauen, wie von der Politik gefordert, wäre ideal.

Windmühlenstraße: Ohne Städtebauförderungsmittel ist die Umsiedlung der Gewerbebetriebe und die Ausweisung als innenstadtnahes Wohngebiet seitens der Stadt finanziell kaum zu schaffen. Lediglich auf der Fläche des alten E-Centers kann ein Baugebiet ausgewiesen werden, das durch einen städtebaulichen Vertrag mit dem derzeitigen Eigentümer abgesichert ist.

Auf der Höhe II: Auf der östlichen Seite des Pfahlwinkels sollen einige Bauplätze ausgewiesen werden.

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