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16 Jungstörche schlüpften 2017 in Bückeburg

Zur „Storchenhauptstadt“ gemausert

BÜCKEBURG. In Evesen kann die neue Storchensaison beginnen: Volker Reppe und einige Mitstreiter haben das Storchenest jetzt hergerichtet – eine mit erheblichem Aufwand verbundene Aktion. Nun hoffen sie, dass es auch in diesem Jahr wieder angenommen wird. Die ersten drei Störche seien bereits gesichtet worden, berichtet Reppe. In 2017 schlüpften in zehn Nestern im Stadtgebiet 16 Jungstörche. Bückeburg hat sich damit mit Sachsenhagen zur „Strochenhauptstadt“ des Landkreises gemausert.

veröffentlicht am 07.02.2018 um 15:21 Uhr
aktualisiert am 07.02.2018 um 16:40 Uhr

Wer schon immer einmal wissen wollte, wie es in einem Storchennest aussieht: Diese ungewöhnliche Perspektive offenbart es. Foto: pr
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BÜCKEBURG. In Evesen kann die neue Storchensaison beginnen: Volker Reppe und einige Mitstreiter haben das Storchenest jetzt hergerichtet – eine mit erheblichem Aufwand verbundene Aktion. Nun hoffen sie, dass es auch in diesem Jahr wieder angenommen wird. Die ersten drei Störche seien bereits gesichtet worden, berichtet Reppe.

Insgesamt hatte das Nest auf der zehn Meter hohen Stange an der Straße „Im Horst“ die Stürme der vergangenen Wochen gut überstanden, nur ein wenig in Schieflage war es geraten. Darum wurde es nun etwas erleichtert. Volker Reppe, der das Nest im Jahr 2000 initiiert und aufgestellt hatte, freute sich dabei besonders über die tatkräftige Unterstützung des Baumfällerbetriebs Thomas Thielking aus Minden, der eine Arbeitbühne zur Verfügung gestellt hatte. Damit ging es in luftige Höhe zum Nest empor.

Ungefähr zwei Drittel des Nestes, dessen Gewicht Reppe auf 800 bis 1000 Kilogramm geschätzt hat, wurden entfernt. Allein zehn Schubkarren Mutterboden und zwei Karren mit Astzeug seien hinterher weggefahren worden, berichtet er. Darin befanden sich auch diverse Gummiringe und Silikon, das die Störche wohl als Nahrung angesehen hatten und verfüttern wollten.

Der Frühling kann kommen: Frühjahrsputz am Eveser Storchennest. Foto: pr
  • Der Frühling kann kommen: Frühjahrsputz am Eveser Storchennest. Foto: pr

Inzwischen sind die Störche in Evesen gern gesehene Gäste. Die Anwohner freuen sich an den eleganten Fliegern und an ihrem Nachwuchs, die Grundschule hat den Storch sogar in ihr Logo aufgenommen. Doch das war nicht immer so. Reppe erinnert sich an Skepsis und Widerstände in den ersten Jahren. So sei ein Nachbar so sauer auf ihn gewesen, dass er Beschwerde beim Bauamt gegen das Nest eingelegt habe. Folge: Es musste eine Baugenehmigung beantragt, die Statik nachgewiesen werden. Dabei war Statiker Ari Brystowski aus Röcke behilflich. Reppe schmunzelnd: „Damit sind die Eveser vermutlich die einzigen Störche, die einen von der Stadt behördlich genehmigten Wohnsitz haben!“

Doch inzwischen ist das zehn Meter hohe Nest aus dem Dorfbild nicht mehr wegzudenken. Seit 2010 nisten an der Straße „Im Horst“ jährlich Störche. Seither kamen 18 Jungstörche in Evesen auf die Welt. In den vergangenen beiden Jahren waren es sogar jeweils vier Jungstörche, die hier großgezogen wurden.

Im Bereich der Stadt Bückeburg gibt es inzwischen zehn Nester, die sich in Röcke, Petzen, Evesen, Nordholz, Cammer, Rusbend, Scheie (2) und in Bückeburg an der Kornmasch (2) befinden. Damit hat sich Bückeburg neben Sachsenhagen inzwischen zur „Storchenhauptstadt“ des Landkreises gemausert.

16 Jungstörche schlüpften im Jahr 2017 auf den Bückeburger Horsten. Diese Zahlen hat Ewald Frisch aus Höxter gesammelt. Er ist Storchenbeauftragter für die Landkreise Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden. Die Zahlen belegen, dass sich die Störche, wohl auch durch das gute Nahrungsangebot in der Bückeburger Niederung, hier sehr wohlfühlen.kk/red

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