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Bergbad fehlten die heißen Ferientage / Bürgermeister gibt Bestandsgarantie

Zweitschlechteste Saison

BÜCKEBURG. Als am späten Nachmittag des ersten Öffnungstags dieses Jahres dunkle Wolken mit Windböen und peitschendem Regen über dem Bückeburger Bergbad aufzogen, da hätte wohl niemand vermuten können, dass diese Großwetterlage symptomatisch für nahezu die gesamte Sommersaison 2017 werden sollte.

veröffentlicht am 17.09.2017 um 16:02 Uhr

Heiße Sommertage fehlten dem Bergbad Bückeburg in diesem Jahr fast völlig. Foto:jp
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Tatsächlich hat der mit Ausnahme des warmen Monats Juni nahezu ausgefallene Sommer dem Badeparadies an der Birkenallee die zweitschlechteste Saison seit 16 Jahren beschert. Nur 82 902 Besucher an insgesamt 127 Betriebstagen – schlechter lief die Bergbadsaison in den letzten anderthalb Jahrzehnten bislang nur im ebenfalls viel zu kalten Sommer 2011.

Was dem Bergbad in diesem Jahr fehlte, waren schlicht die Hochsommertage mit den großen Besuchermassen. Die diesjährige Besucherspitze erlebte das Bad am 19. Juli mit gerade einmal 2539 Badegästen – sonst wurde häufig die 4000er Marke locker geknackt, im heißen August 2014 auch schon einmal die 5000. Zu verstecken braucht sich das Bergbad mit dieser Bilanz angesichts der Großwetterlage allerdings nicht: „Bei vielen anderen Freibädern sieht das 2017er Ergebnis noch viel verheerender aus“, so Betriebsleiter Erik Rechenberg, der das Bergbad mit einem blauen Auge davongekommen sieht. „Immerhin hatten wir einen Tagesschnitt von 653 Besuchern – andere Bäder lecken sich nach solchen Zahlen die Finger.“ Und schließlich gab es auch bereits noch viel schlechtere Jahre: So waren es beispielsweise im völlig verregneten Sommer 1987 nur rund 78 000 Besucher.

Viel mehr als das Wetter sorgte unter den Bergbadgästen und besonders unter den langjährigen Frühschwimmern ein Thema für Gesprächsstoff, welches direkt mit dem Bergbad gar nichts zu tun hat, nämlich die Situation des benachbarten Sonnenbrinkbads in Obernkirchen. Unter dessen Stammgästen geht spätestens seit der Berichterstattung über den Zuschussbedarf der Genossenschaft die Angst um, das Freibad in der Bergstadt werde in absehbarer Zeit den Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten können. Was dann fast zwangsläufig bei den Bückeburger Schwimmern zu der Frage führte, ob man sich irgendwann einmal auch um den Bestand Bergbads werde Sorgen machen müssen.

Das Bergbad-Teams mit Bürgermeister Reiner Brombach (links), Betriebsleiter Erik Rechenberg und DLRG-Mitgliedern. Foto: jp
  • Das Bergbad-Teams mit Bürgermeister Reiner Brombach (links), Betriebsleiter Erik Rechenberg und DLRG-Mitgliedern. Foto: jp

Nein, muss man nicht, so die klare und unmissverständliche Antwort von Bürgermeister Reiner Brombach jetzt beim traditionellen „Abschwimmen“. Das Bergbad werde ganz sicher und verlässlich nicht nur 2018 wieder öffnen, sondern auch die Jahre darauf, so die Garantieerklärung des Stadtoberhaupts. Und das nicht nur wegen des wirtschaftlich verlässlichen Fundaments aus Bäder GmbH und Stadtwerken, sondern auch und vor allem, weil das Bergbad von allen Seiten politisch gewollt sei. „Sportstätten wie das Bergbad haben immer einen Zuschussbedarf“, so Reiner Brombach. „Und eine Stadt, die sich das nicht mehr leisten kann oder will, hört auf, eine Stadt zu sein.“

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